Sonntag 28.09.25, 18:20 Uhr
Ein neues Kapitel deutscher Kolonialgeschichte?

Grüner Wasserstoff aus Namibia


Der nächste und damit 26. Kaffeeklatsch von Attac findet am Sonntag, den 5. Oktober um 16 Uhr ausnahmsweise im Bahnhof Langendreer statt. Die Veranstaltung ist Teil einer bundesweiten Speakers Tour, die das geplante Wasserstoffprojekt „Hyphen“ in Süd-Namibia und die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung kritisch beleuchtet. Im Fokus stehen außerdem die Perspektiven der betroffenen namibischen Bevölkerung. Diese werden durch Paul Thomas (Mitglied der Nama Traditional Leaders Association) und Tjipura Unaune Tjipura von der Organisation (Social Economic Justice Trust) vertreten.

Attac erinnert daran, dass »deutsche „Schutztruppen“ in Namibia den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts begingen. Bis heute entzieht sich die Bundesregierung der Verantwortung für diesen Genozid, und ein „Versöhnungsabkommen“ scheiterte bisher daran, dass die betroffenen Nachfahren nicht mit am Verhandlungstisch sitzen durften.
Und die grüne Wasserstoffstrategie der Bundesregierung und der EU rückt Namibia jetzt anders in den Fokus. 

Dort herrschen ideale Bedingungen zur Erzeugung regenerativer Energien, die für eine Energiewende in Europa gebraucht werden. Seitdem gibt es dort viele Aktivitäten der Bundesregierung, die neokoloniale Züge tragen. So hat ein „namibisches“ Unternehmen „Hyphen“, an dem das deutsche Unternehmen „Enertrag“ gemeinsam mit einem britischen Partner die Mehrheitsbeteiligung hält, den Zuschlag für ein Mammutprojekt bekommen.
Durch den geplanten massiven Ausbau des Hafens von Lüderitz ist der Gedenkort an das erste Konzentrationslager unter deutscher Kolonialherrschaft bedroht. Außerdem wurde die Bevölkerung an Verhandlungen über das Projekt nicht beteiligt. Alles geschieht unter größter Geheimhaltung und ohne eine Risikoanalyse. Bedenken hinsichtlich weitreichender Umweltauswirkungen werden ignoriert.«

Näheres zu Kolonialismus 2.0 und zur der Speakers Tour
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wird simultan übersetzt.
Sonntag, 5. Oktober, 16 Uhr
Bahnhof Langendreer, Kino-Café
Eintritt frei
Für Kaffee und Kuchen wird gesorgt
Eine Anmeldung ist freundlich und solidarisch:
bochum@attac.de