Am Freitag erscheint die Novemberausgabe von bodo unter anderem mit einem Porträt des Küchen-Revolutionärs Yotam Ottolenghi. Gleichzeitig auf der Straße: Ein Jahreskalender mit Lieblingsrezepten und Geschichten der bodo-Verkäuferinnen und Verkäufer.
Der bodo-Kalender 2027 versammelt zwölf Verkäuferinnen und Verkäufer des Straßenmagazins. Unter dem Titel „Straßenküche“ teilen sie Kindheitserinnerungen, Lieblingsgerichte und Heimatrezepte zum Nachkochen.
Zu einem gemeinsamen Kochnachmittag brachte bodo-Verkäufer Harald nicht nur das Rezept für eine vortreffliche Kürbissuppe mit, das sich im Kalender findet, sondern sogar den Kürbis aus eigenem Anbau. Sefa wirbt für Menemen, »das beste türkische Frühstück«, Ioan und Maria schwärmen von Ciorbă de fasole în bol de pâine, dem kräftigen Bohneneintopf ihrer siebenbürgischen Heimat, der in einem ausgehöhlten Brotlaib serviert wird.
Franz erinnert sich an Grünkohl aus dem elterlichen Garten nach dem ersten Frost. Dennis, dessen Vater schon zu DDR-Zeiten BVB-Fan war, kratzt am Ruhrgebiets-Selbstbewusstsein mit original Berliner Currysauce. Martin, ausgebildeter Wildpflanzenexperte, schwärmt von seinem selbst gemachten Bärlauchpesto, und Stratos beherrscht sein Rezept für griechische gefüllte Auberginen aus dem Kopf.
Das Magazin nimmt den Kochlöffel auf und beginnt mit Yotam Ottolenghi: Za’atar, Tahin, Rosen-Harissa, zwei Trennungen und ein Plädoyer, es sich in herausfordernden Zeiten nicht schwerer zu machen als nötig. Im November kommt er mit seinem neuen Buch für ausgewählte Live-Auftritte nach Deutschland.
Weiter zu entdecken in dem Heft: Ein Bochumer Quartier, das seine Bewohnerinnen und Bewohner schätzen – wäre da nicht der Luxemburger Investor und Großvermieter. Einen Digitalpionier, der in Dortmunds Landmarke U-Turm residiert, und doch erstaunlich unbekannt ist. Oder einen syrischen Koch, der ein Wittener Traditionslokal mit deutscher Küche rettet.
In Bezug auf die Dortmunder Sucht- und Wohnungslosigkeitskrise zeigt das Straßenmagazin, was funktioniert: Im Medizinischen Versorgungszentrum am Dortmunder Nordmarkt erhalten schwer heroinabhängige Menschen Diamorphin. Ein Ausweg aus Beschaffungskriminalität, Straßenkonsum und ständiger Angst vor dem nächsten Entzug.
Und es zeigt, was nicht geht: Ein Dortmunder Online-Pranger verbreitet Fotos und Videos von suchtkranken, obdachlosen und oft hilflosen Personen. Mit einer Melde-App fordert er dazu auf, anonym Bildmaterial hochzuladen. Das ist nicht allein rechtlich ein Problem.
Der Kalender kostet 5 Euro, das Magazin 3,50 Euro. Jeweils die Hälfte verbleibt bei den Verkäufern und Verkäuferinnen.

