Liebe Freund_innen,
ich möchte Euch meine Kollegin Regine Hammerschmidt vorstellen und ich bin Rolf Geers. Wir kommen vom Kinder- und Jugendring.
Wir möchten dem Bochumer Bündnis gegen Rechts und der KoFabrik herzlich für das Organisieren der Kundgebung und für die Solidarität mit dem Jugendring danken.
Es gibt einen Spruch, den wir ziemlich cool finden und der lautet:
„Lebe so, dass die AfD etwas dagegen hat!“
Der Kinder- und Jugendring ist da auf einem richtig guten Weg.
18 Migrantenjugendvereine sind Mitglied im Jugendring und sie sind eine absolute Bereicherung für unsere Arbeit. Wir sind immer wieder beeindruckt, was unsere Migrantenvereine an tollen Angeboten für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellen und sie erreichen Zielgruppen, die wir ansonsten nicht erreichen würden. Die AfD hat gegen die Anerkennung von Migrantenjugendvereine im Jugendhilfeausschuss gestimmt und will verhindern, dass sie gefördert werden.
Der Jugendring organisiert seit 2015 zusammen mit den Mitgliedsverbänden Projekte für junge Geflüchtete, um ihnen ein Ankommen in Bochum zu erleichtern. In jedem Jahr haben wir zwischen 20.000 und 30.000 Euro an Drittmitteln für diese Projekte eingeworben und unsere Verbände haben die Projekte erfolgreich umgesetzt. Der Jugendring setzt sich für eine solidarische Stadt ein, in der alle Menschen in Frieden leben können und dauerhaft – ohne Angst vor Abschiebung – eine neue Heimat finden. Die AfD will nicht, dass sich Geflüchtete hier gut integrieren und wir friedlich zusammenleben.
Seit vielen Jahren engagiert sich der Jugendring zusammen mit anderen Initiativen für eine lebendige Erinnerungskultur. Wir wollen dafür sorgen, dass die Verbrechen der Faschisten nicht vergessen werden und dass wir aus der Geschichte für die Zukunft lernen. Der Gedenkrundgang auf dem Friedhof am Freigrafendamm zum Tag der Befreiung am 08. Mai, die Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht am 09. November und das Stolpersteinprojekt sind zentrale Bausteine der Bochumer Erinnerungskultur. Die AfD spricht von einer „Schuldkultur“ und davon, dass es auch einmal genug sein müsse. Sie will verhindern, dass sich junge Menschen intensiv mit den furchtbaren Verbrechen der Faschisten auseinandersetzen.
Um junge Menschen zu ermutigen gegen Rassismus und Intoleranz aktiv zu werden, verleiht der Vorstand des Jugendrings seit 2006 den „Abraham-Pokal“ an eine weiterführende Schule. Das Besondere dabei ist, dass der Pokal nicht für Geleistetes verliehen wird, sondern Aufforderungscharakter hat. Die Schule, die den Pokal annimmt, verpflichtet sich ein Jahr lang, Projekte für eine multikulturelle Gesellschaft und für einen interreligiösen Dialog durchzuführen. Das Projekt haben wir bereits mit 20 weiterführenden Schulen aller Schulformen umgesetzt. Die AfD vertritt dagegen rassistische Positionen und sie schürt Hass gegen Minderheiten.
Der Jugendring steht für eine bunte und offene Gesellschaft und deshalb ist auch die Rosa Strippe ein wichtiger Mitgliedsverband. Die Rosa Strippe unterstützt und begleitet queere Jugendliche und junge Erwachsene mit vielfältigen Angeboten. AfD´ler protestieren in vielen Städten zusammen mit anderen Rechtsextremen gegen die Durchführung von CSD-Paraden und verbreiten Angst und Schrecken.
Bei den Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit verfolgt der Jugendring einen inklusiven Ansatz und an unseren Jugendforen, an unseren „Jugend trifft Politik-Veranstaltungen“ und beim YOUTH OPEN sind ganz selbstverständlich junge Menschen mit Behinderungen beteiligt. Die AfD steht dagegen für eine harte Ausgrenzung und Abwertung von Menschen mit einer Behinderung.
Die verschiedenen Religionen haben ebenfalls ihren Platz im Jugendring und pflegen einen engen und friedlichen Austausch. Teile der AfD vertreten eindeutig antisemitische und antiislamische Positionen.
Vom Klimawandel sind insbesondere die Jüngeren betroffen, weil sie wahrscheinlich noch viele Hitze- und Dürresommer erleben und erleiden müssen. Wir freuen uns deshalb, dass verschiedene unserer Mitgliedsverbände sich intensiv mit den Umweltthemen beschäftigen. Die AfD gehört zu den Leugnern von Klimaveränderungen und setzt weiterhin auf Kohle und Kernkraft zur Energiegewinnung.
Mit dem Ferienpatenprojekt engagiert sich der Jugendring für benachteiligte Kinder und Jugendliche und wirbt für mehr soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft. Größere Einkommen, große Vermögen und große Erbschaften, müssen viel stärker besteuert werden, damit Kommunen ihre großen Herausforderungen bewältigen und eine ausreichende und verlässliche Daseinsfürsorge anbieten können. Die AfD will insbesondere große Einkommen und Vermögen schützen und einen sozialen Ausgleich verhindern.
Der Jugendring ist natürlich auch solidarisch mir der KoFabrik, die sich ebenfalls mit einem herabwürdigendem Fragenkatalog der AfD auseinandersetzen muss. Unsere Solidarität gilt auch für die Träger der freien Kulturszene, deren Förderung die AfD einstellen oder stark kürzen möchte.
Vielen Dank für Euer Kommen und für Eure Unterstützung! Wir dürfen uns von den Angriffen der AfD nicht einschüchtern lassen und wir müssen uns gemeinsam gegen Hass und Hetze in unserer Stadt wehren. Bochum muss eine bunte und solidarische Stadt bleiben. Sorgen wir dafür, dass die AfD ganz viele Gründe hat, dagegen zu sein!