Sonntag 23.08.26, 16:46 Uhr

Außerplanmäßige BOGESTRA-Abenteuer 1


Am Mittwochabend blieb die U-Bahn zwischen Tunnelausgang und Haltestelle Wasserstraße stehen. Ursache war – durch Blitz und Lärm deutlich vernehmbar – ein Kurzschluss in der Oberleitung, der, wie später bekannt wurde, Folge eines Brandes im Kabelschacht war. Nach einigen Minuten meldete sich der U-Bahnfahrer und erklärte: „Jetzt haben wir keinen Strom mehr. Die Haltestelle werden wir wohl nicht mehr erreichen. Das wird jetzt dauern.“ Nach einer halben Stunde meldete er, dass die beiden Wagen jetzt nacheinander evakuiert würden. Die Fahrgäste waren gespannt, was die BOGESTRA in der halben Stunde vorbereitet hatte. Gar nichts war organisiert.

Die vorderste Tür der Wagen wurde geöffnet und die Fahrgäste sollten einen Meter (oder laut Fahrzeugdaten 1.000mm) tief auf den Boden neben die Gleise springen. Das trauten sich nicht alle zu. Einige gerieten etwas in Panik. Kräftigere Menschen übernahmen dann die Evakuierung. Sie hielten die Springenden fest, so dass sie nicht auf dem unebenen Boden umknickten, einige Passagiere setzten sich nach gutem Zureden in die Tür und wurden herunter gehoben.
Als alle die Bahn verlassen hatten, kam ein BOGESTRA-Mitarbeiter mit einer Stehleiter zur Haltestelle.
Das alles geschah 400 m von der Polizeiwache an der Universitätsstraße und drei Autominuten von der BOGESTRA-Zentrale entfernt. Die Feuerwehr hatte nur festgestellt, dass der Brand von alleine ausgegangen war. Offensichtlich war erst nach Beginn der Evakuierung bemerkt worden, welche Ängste bei nicht sonderlich sportlichen Menschen auftreten können, wenn sie einen Meter tief springen sollen. Es ist vergessen worden, in der Bahn anzukündigen, dass eine Leiter geholt wird und es noch ein paar Minuten dauert, bis sie zur Verfügung steht.
Schön war, welche riesige Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme bei den Fahrgästen zu sehen war.
Die BOGESTRA schaffte es, einen Bus für die Weiterfahrt bereitzustellen.
Seitdem ist die Haltestelle an der Oskar Hoffmann Straße Endstelle der U 35. Zur Hustadt und zurück fahren Busse als Ersatz.
Wer am gestrigen Samstag gegen 22 Uhr an dieser Endstelle von der U-Bahn auf den Ersatzbus umstieg, wurde an Abenteuerurlaube in Ländern erinnert, in denen es keinen fahrplanmäßig organisierten Busverkehr gibt. Hier übernehmen Kleinbusse den Transport, die einfach dann losfahren, wenn sie voll sind. Dieses Prinzip kopiert die BOGESTRA offensichtlich. Der Ersatzbus war nämlich nur halb voll. Er blieb einfach stehen und alle durften eine Viertelstunde auf die nächste U-Bahn warten. Dann wurde der Bus rappel voll. Es fehlten nur die Hühner und Ziegen, die im Abenteuerurlaub in aller Regel die Fahrt mitmachen.
Hier erweist sich die BOGESTRA als souveräne Kommunikatorin und schreibt auf ihrer Webseite: „Wir bitte die Fahrgäste, mehr Zeit einzuplanen bzw. – wenn möglich – alternative Wege zu nutzen.“



Ein Gedanke zu “Außerplanmäßige BOGESTRA-Abenteuer

  • Ich war auch in dieser U-Bahn

    Man konnte die Durchsagen des Fahrers kaum verstehen.
    Ich war der erste der aus dem hinteren Waggon ausgestiegen ist. Ich bin 62 Jahre und bekomme das Aussteigen über die Notstufe ganz gut hin.
    Viele Ältere oder Behinderte können das nicht.
    Die werden dann geröstet oder ersticken.
    Der Ersatzbus ist bereits in den letzten Tagen 2x an mir vorbei gefahren, Pech gehabt.
    Also, wenn du dich im U-Bahn-Netz der BoGestra befindest, führe eine Atemschutzmaske mit und überlege in welche Richtung du rennst, wenn es brennt. Alles beim Alten geblieben.

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