Die kulturelle und politische Bedeutung von Frisuren beleuchtet ein Vortrag von Prof. Dr. Pradeep Chakkarath am 2. Juni in der Zanke. Mit besonderem Schwerpunkt auf afro-texturiertem Haar widmet sich der Kultur- und Sozialpsychologe unter anderem Fragen nach Geschichte, Wahrnehmung und gesellschaftlicher Bewertung von Haarpraktiken sowie ihrer Rolle in Zusammenhang mit Erfahrungen von Rassismus und Selbstermächtigung.
Das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Bochum lädt zu dem Vortrag ein und erläutert: »Haare sind mehr als nur Ästhetik – sie sind Ausdruck unn Identität, Geschichte und Haltung. Zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individuellem Ausdruck erzählen Frisuren von Zugehörigkeit, Widerstand und Selbstbestimmung. So stehen etwa Afros als Symbol der Black Pride-Bewegung, während das Glätten von Haaren häufig mit dem Druck zur Anpassung an dominante Schönheitsnormen verbunden ist.
Frisuren werden als gezieltes Zeichen von Widerstand eingesetzt, wie in der Punkbewegung: Auffällige Styles wie Irokesenschnitte fungierten als bewusste Provokation gegen gesellschaftliche Normen. Sie machten sichtbar, dass äußeres Erscheinungsbild immer auch politisch gelesen wird – und wie eng Fragen von Stil mit Fragen von Macht, Zugehörigkeit und Abgrenzung verknüpft sind.«
Datum: 2. Juni, 18:00 Uhr
Ort: Zanke, Westring 41
Eintritt frei
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