Das Presseamt der Stadt Bochum informiert über einen Vortrag:
»In der Reihe zur Bochumer Stadtgeschichte präsentiert das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, am Mittwoch, 20. Mai, um 19 Uhr den Vortrag „Endlich so wie überall? Frauenarbeit im Ruhrgebiet“. Er beschäftigt sich mit den Arbeits- und Handlungsfeldern von Frauen im Ruhrgebiet, wie der Politikerin Ottilie Schoenewald, der Professorin für Elektrotechnik, Ingeborg Hübner, oder der Arbeiterinnen der Firma Graetz, und stellt am Ende die Frage: Wurde die Benachteiligung von Frauen im Ruhrgebiet mit dem Strukturwandel überwunden? Referentin ist Susanne Abeck, M.A. Der Eintritt ist frei.
Die Arbeitswelt des Ruhrgebiets war seit dem 19. Jahrhundert durch die Montanindustrie geprägt. Frauen blieben überwiegend auf marginalisierte, schlecht entlohnte Tätigkeiten beschränkt. Die Forschung der Hagener Volkswissenschaftlerin Li Fischer-Eckert machte die Lebensrealitäten von Arbeiterfrauen erstmals sichtbar. Während der zwei Weltkriegen übernahmen Frauen temporär industrielle Tätigkeiten, wurden jedoch nach Kriegsende systematisch verdrängt. Sowohl nach 1918 als auch nach 1945 verfestigte sich die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung erneut. Trotz punktueller Fortschritte blieben strukturelle Benachteiligungen bestehen.«