Samstag 02.05.26, 12:00 Uhr
Vorabenddemo "Den Zuständen keine Ruhr" am 30. 4. 26 in Witten

Aufruf zur nächsten Demo in Witten


Von Trauer zu Wut zu Widerstand 

Vor etwa einem Monat griff ein Mann in Witten seine Ehefrau und die beiden gemeinsamen Kinder an. Der dreizehnjährige Sohn überlebte den Angriff nicht, Frau und Tochter wurden lebensgefährlich verletzt. Bereits im Mai letzten Jahres versuchte ein Mann in Witten seine Ex-Frau vor den Augen der gemeinsamen Tochter zu ermorden. Als Femizid bezeichnet man die Tötung von Mädchen oder Frauen im Kontext geschlechtsspezifischer Gewalt. 

Eine Auswertung der Fälle in Deutschland 2017 zeigt: Die mit Abstand häufigste Form des Femizids ist der Partnerschaftsfemizid. Über 80% der Femizide ereigneten sich in oder nach einer heterosexuellen Partnerschaft, rund drei Viertel davon standen im Zusammenhang mit tatsächlicher oder befürchteter Trennung bzw. vermeintlicher Untreue mit gewaltgeprägter Vorgeschichte und sexistischen Rollenbildern des Täters. 

Die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts ist die äußerste Form geschlechtsspezifischer
Gewalt. Denn Femizide sind keine privaten Tragödien, keine Beziehungsdramen und keine kulturell isolierten Phänomene – sie sind Ausdruck einer  patriarchalen Struktur,  die Frauen systematisch
entwertet und ihrer Leben beraubt. Die Gewalt, die dieses System mit sich bringt, hat viele Gesichter. Sie ist alltäglich. Sie entlädt sich als Street Harrassement, in Form religiös begründeter Unterdrückung, als psychische und körperliche Gewalt in Partnerschaften, zeigt sich als sexualisierte Gewalt im Berufsleben, durch das Vergiften mit Betäubungsmitteln und führt bis hin zu Vergewaltigung und Mord. Diese traurige Aufzählung ließe sich endlos fortführen. 

Mit einer Kundgebung am 09.05. in Witten wollen wir das Thema sichtbar machen, der Trauer und der Wut einen Raum geben und uns mit allen Betroffenen patriarchaler Gewalt solidarisieren.

  • Setzen wir uns für die Berücksichtigung von Macht- und Besitzansprüchen gegenüber Frauen in der Rechtsprechung ein, denn viel zu oft fallen Strafen bei Tötungen in und nach Partnerschaften verhältnismäßig niedrig aus;
  • fordern wir ausreichend und finanzierte Plätze in Frauenhäusern, denn es darf nicht sein, dass Betroffene weiter der Gewalt und Gefahr ausgesetzt sind, weil kein Platz ist oder sie sich den Schutzraum schlicht nicht leisten können;
  • stehen wir ein für ausreichend finanzierte und ausgestattete Beratungsstellen für Betroffene, denn der Schutz vor Gewalt und Tod duldet keinen Aufschub in Form von Wartezeiten;
  • setzen wir uns ein für Gewaltprävention schon in der Kindheit und Jugend, damit Männer nicht zu Tätern werden.

Tragt diese Forderungen in eure Gruppen! Solidarisiert euch mit Betroffenen! Seht hin und unterstützt Betroffene, wenn ihr ZeugInnen werdet!

Kommt zur Kundgebung am 09.05. um 11h am Berliner Platz in Witten!

Von Trauer zu Wut zu Widerstand! 


Zu der Kundgebung lädt ein Zusammenschluss aus Privatpersonen, dem Trotz Allem Witten, der Initiative „Keine Mehr Ruhrgebiet“, dem „Töchter Kollektiv“, Fem:in Ruhr und der SDAJ Witten ein.