Die AbolishBar, Budapest Soli Ruhr und die Rote Hilfe laden am Samstag, den 21. 3. um 19 Uhr in der Zanke zu einer Veranstaltung im Rahmen der Feministischen Aktionswochen ein: »In den 1980er Jahren waren in vielen Städten und Ländern der Welt Feministinnen gegen damals neue Gen- und Reproduktionstechnologien und gegen internationale Bevölkerungspolitik aktiv. Die Frauengruppen organisierten Infoveranstaltungen und führten vielfältige Protestaktionen durch. Sie kritisierten die Ausbeutung von weiblichen Körpern, den rassistischen, ableistischen und klassistischen Einsatz der Technologien, die Fortsetzung eugenischer Politiken nach dem Nationalsozialismus und die Logik ständiger körperlicher Optimierung, die die Entwicklung der Technologien begleiteten.
Im Dezember 1987 fanden in Westdeutschland und Westberlin umfangreiche Durchsuchungen durch das BKA statt, die sich überwiegend gegen Frauen richteten, die gegen die Reproduktions- und Gentechnologien aktiv waren. 33 Orte wurden durchsucht, Privatwohnungen, aber auch eine lokale taz-redaktion, eine Ärztinnenpraxis und das Essener „Gen-Archiv“. Den Betroffenen unterstellten sie, Teil der „Roten Zora“ oder der „Revolutionären Zellen“ zu sein. Das BKA nahm 12 Personen fest und inhaftierte 2 Frauen.
Auf diese Kriminalisierung ihrer Bewegung reagierten die Frauen mit einer breit angelegten Anti-Repressionsarbeit, die die feministische Kritik und Perspektiven auf Gen- und Reproduktionstechnologien und Bevölkerungspolitik in den Mittelpunkt stellte.
Davon berichtet uns eine ehemalige Betroffene der Hausdurchsuchungen.«
Die Veranstaltung trägt auch die Überschrift „Free Luca“. Ein Zeichen der Solidarität mit der in Budapest inhaftierten Antifaschistin.