Samstag 24.01.26, 19:49 Uhr

Riseup 4 Rojava Ruhr


Gestern Abend am 23.01.2026 kamen rund 40 Personen zu einem spontan organisierten Rat von Unten zusammen. Ihr Bericht: »Anlass für das Treffen waren die anhaltenden und schwerwiegenden Menschen- und Völkerrechtsverletzungen in den kurdischen Autonomiegebieten im Norden Syriens, verübt durch die Armee der syrischen Übergangsregierung in Einheit mit dschihadistischen Kämpfern.

Die Ereignisse in den kurdischen Gebieten Syriens führen dazu, dass wir nicht länger untätig bleiben wollen. Aus zwei zentralen Punkten bewerten wir die derzeitige Situation im Norden Syriens als fatal:

1. Die schon jetzt bestehende und sich mutmaßlich noch dramatisch zuspitzende humanitäre Krise bedroht das Leben und die Gesundheit hundertausender Menschen. In der Region an der Grenze zur Türkei herrschen derzeit eisige Temperaturen und die Versorgungslage ist schlecht. Die Bevölkerung in den belagerten Gebieten und Städten muss nun schon seit Tagen teils ohne Elektrizität, Heizung, Internet und ausreichende Lebensmittel in der Kälte ausharren. Sollte nicht schnell etwas passieren, muss mit dramatischem menschlichen Leid gerechnet werden. Insbesondere das Gebiet rund um die Stadt Kobane ist von jeglicher externer Versorgung abgeschnitten. Im Falle einer Eroberung durch die dschihadistischen Kräfte unter Abu Muhammad al-Jolani und seinen verbündeten islamistischen Schergen, sind ethnische Gewalt und die brutale Unterdrückung von Frauen zu befürchten. Dabei wollen wir nicht tatenlos zusehen, insbesondere da die Regierungen und großen Medienhäuser dieser Katastrophe nicht viel Aufmerksamkeit zu schenken scheinen.
2. Das politische Projekt der autonomen Selbstverwaltung in Rojava stellte in den letzten Jahren einen bitter benötigten Hoffnungsschimmer im Nahen Osten dar. In einer Region, die nun seit Jahrzehnten unter Krieg, Vertreibung und Unterdrückung leidet, konnte sich eine Selbstverwaltung bilden, die auf Prinzipien von Basisdemokratie, Ökologie und Frauenbefreiung beruht. Dass gerade in einer derart durch Krieg und Vernichtung bedrohten Lage, Menschen die Kraft und den Willen finden, nach Möglichkeiten einer anderen – einer besseren und gerechteren – Welt zu suchen und diese Wirklichkeit werden zu lassen, macht Hoffnung. In Rojava werden Wege erkundet, die global Beispiel und Vorbild dafür sein können, wie aus Krise Frieden, aus einem Gegeneinander Solidarität und aus Ausbeutung Nachhaltigkeit werden kann. Dieser Versuch ist gerade existenziell bedroht.
Wir haben uns im Rahmen des Rats von Unten dazu entschlossen, uns der Kampagne „Rise Up 4 Rojava” anzuschließen. In den kommenden Wochen werden wir als „Rise Up 4 Rojava Ruhr“ versuchen, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, möchten Institutionen dazu bewegen, sich öffentlich zu positionieren und dabei helfen, unseren Freund*innen in Rojava und Kobane zu zeigen, dass sie nicht allein in der Welt sind.«