Samstag 17.01.26, 17:05 Uhr
Ein Rapper mit Dark- und Ghost-Kitchen am rechten Rand

Neu: Ganz braune Hühnchen


Die WAZ wirbt in ihrer heutigen Bochumer Ausgabe mit einem sechs-spaltigen Artikel für einen neuen Schnell-Imbiss. Er gehört zu einer Fast-Food-Kette. Die WAZ schwärmt über deren Chef : „Der Sänger Luciano ist ein Star bei Insta und rockt jetzt auch die Gastro-Szene.“ Und: „Der Rapper Luciano, der die Kette gegründet hat und auch das Gesicht dafür ist, soll kommen.“ Bei Wikipedia heißt es über diese Person: „Lucianos Geschäftspartner ist der türkische Faschist und Mitglied der grauen Wölfe Ertunç Toksöz. Mehrfach zeigt sich der Rapper mit diesem in seinen Musikvideos oder wirkt auf Social Media mit ihm zusammen.

Eine Dokumentation über deutschen Rap im RBB [Radio Brandenburg] behandelt eben dieses Thema. Dort werden die engen Verbindungen von Luciano in die rechtsextreme Welt der grauen Wölfe beleuchtet.“
Dieser Wikipedia-Beitrag ist älter als ein Jahr. Die Loco Chicken Kette wird inzwischen von dem Start up „Lanch“ geführt, in der Luciano eine führende Rolle einnimmt. In den offiziellen Firmen-Strukturen taucht Toksöz jetzt nicht mehr auf. Er tritt aber in den Medien nach wie vor als Partner von Luciano auf. Bei einer Recherche im Internet sind keine öffentlichen Äußerungen von Luciano zu finden, in denen er sich von Veröffentlichungen über seine Nähe zum Rechtsextremismus distanziert oder Gegendarstellungen verlangt.

Auf der Webseite von Loco Chicken wird behauptet, „bereits über 750 Partner-Restaurants erfolgreich live am Markt“ zu haben. „Wir sind bereits in über 400 Städten in Deutschland und Österreich aktiv.“ Das darf doch nicht wahr sein, werden sich viele Leser:innen denken, dass 400 Städte schon vor Bochum in der Genuss der Hühnchen vom Rapper gekommen sind.
Fast-Food-Besteller:innen wissen, dass es in Bochum Loco-Chicken schon vor der Eröffnung der Filiale gab. Rapper Luciano besitzt nur ganz wenige eigene realexistierende Imbissbuden. Die Zahl ist sehr wahrscheinlich einstellig.
Die meisten toten Hühnchen werden in virtuellen „Dark Kitchen“ oder „Ghost-Kitchen“ d. h. real bei anderen Küchenbetrieben verarbeitet und dann von Lieferando und Co als Loco Chicken ausgeliefert. Das ist auch interessant, hat aber mit einem Rapper und den Grauen Wölfen nichts mehr zu tun.