Am Donnerstag, den 30. Oktober ist ab 18 Uhr an der Kreuzung Alsenstraße/Düppelstraße wieder „Cornern“ angesagt: »Gruselige Zeiten weltweit – auch lokal öffnen sich die Gräber der Ewiggestrigen und Untote ziehen in kommunale Parlamente. Zeit für antifaschistisches Cornern – treffen, quatschen, kennenlernen, Ideen austauschen und vernetzen – über die eigene Babbel hinaus. Dazu Spass haben und feiern. Für alle, die solidarisch und demokratisch gesinnt sind. Dem Stadtteil zeigen, dass wir nicht gewillt sind, dem braunen „walking dead“ die Parlamente, Straßen und Viertel zu überlassen.
In unserem Stadtteil gab es bis vor kurzem eine Eckkneipe, in der sich Rechtsradikale trafen. Stadtteilbewohner*innen wurden eingeschüchtert und bedroht. Mit vielen Verbündeten aus dem Stadtteil und aus der Kommune haben wir uns erfolgreich dagegen gewehrt. Die Kneipe hat nun neue Pächter.
Wir haben viel erreicht, aber zum Ausruhen ist keine Zeit. Bundes- und landesweit nehmen die Auftritte rechter und rechtsextremer Gruppen zu. Auch in unserer Stadt und in unserem Viertel finden sich vermehrt rassistische Parolen an Laternenmasten und Hauswänden.
Dazu kommt, dass über die Kommunalwahlen im September 2025 die Alternative für Deutschland (AfD) mit 14,85 Prozent als drittstärkste Partei in das Stadtparlament eingezogen ist. Vierzehn Ratsmitglieder stellt nun diese durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei im Bochumer Stadtrat. In der Bezirksvertretung Bochum-Mitte verdoppelte die AfD ihren Stimmanteil von 5,1 auf 12,34 Prozent und erhielt drei von neunzehn Sitzen. Das nur 55 Prozent der stimmberechtigten Wähler*innen ihre Stimme abgaben und somit die Prozente nicht die realen Meinungen der Bevölkerung widerspiegelt ist dabei kaum tröstlich. Rechtsextreme sind bundes- und landesweit und jetzt auch in NRW-Kommunen in die Parlamente eingezogen und haben Gestaltungmacht erhalten.
Die AfD stellt eine reale Bedrohung für alle Demokrat*innen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie an sich dar.
Deswegen „Cornern“ wir:
- Wir wollen im Stadtteil ein sichtbares Zeichen gegen rassistische, sexistische und menschenfeindliche Parolen und Politik setzen.
- Wir wollen Mut machen und zu Aktionen aufrufen.
- Wir wollen allen Anti-RassistInnen und DemokratInnen einen leicht zugänglichen Raum bieten, mit uns in Kontakt zu treten und sich auszutauschen
- Wir wollen ein Angebot machen, sich uns anzuschließen
- Wir wollen gemeinsam demokratische Stadtteil-Aktionen entwickeln
Antifaschistisches Cornern – sichtbar, präsent, widerständig.«