Der ADFC Bochum hat sich mit dem Radweg-Ausbau auf der Wittener Straße befasst und kommt zu dem Schluss, dass die geplante komplizierte Verkehrsführung zu gefährlich ist und nachgebessert werden muss. »Am 18. September wird im Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur ein aktueller Entwurf der Verwaltung für den Radwegausbau auf der Wittener Straße zwischen Universitätsstraße und Alter Wittener Straße beraten.
Der ADFC Bochum sieht in dem Entwurf erhebliche Mängel und fordert dringend eine Überarbeitung: Geplant ist ein teilweise sehr enger Zwei-Richtungs-Radweg direkt neben der Schnellstraße. Sollte dieser zum Teil nur knapp 3,50 Meter breite Radweg umgesetzt werden, drohen Unfallgefahren: Der Sicherheitsabstand zum entgegenkommenden Autoverkehr soll laut Entwurf nur 75 Zentimeter betragen, die Abtrennung zur Schnellstraße soll lediglich mit einem überfahrbaren Flachbord erfolgen. Zum Vergleich: Die europäischen Empfehlungen zu Radverkehrsanlagen sehen einen Sicherheitsabstand von 1,75 Metern vor. Zudem besteht die Gefahr, dass es nachts und bei ungünstigen Wetterbedingungen zu Sichtproblemen kommt, wenn Autos den Radfahrenden auf dem Weg Richtung Langendreer mit starken Scheinwerfern entgegenkommen.
Sehr kritisch sieht der ADFC auch die geplante Unterbrechung der Radwegführung: Von der Ölbachtrasse (Parkway Emscher-Ruhr) nach Langendreer müsste zweimal die Wittener Straße überquert werden, was zu Zeitverlusten führt und unfallträchtiges Fehlverhalten fördert. Es fehlt bisher eine Planungsvorlage für die Ampelüberquerung an der Alten Ümminger Straße, die vor Beschluss vorliegen müsste.
Bei der ersten Beratung des Entwurfs in der Bezirksvertretung Ost im Juni empfahlen die Bezirksvertreter:innen von SPD und Grünen bereits, die jeweils rechte Spur durchgängig als Radfahrstreifen auf Fahrbahnniveau abzutrennen und zu markieren. Zudem plädierten sie für eine durchgängige Führung auch auf der Südseite. Der ADFC Bochum schließt sich diesen Empfehlungen ausdrücklich an.«
