Samstag 30.08.25, 22:08 Uhr
Das war Rot-Grün in Bochum (27)

Unterschiedliche Bündnisse


Im Mai 2023 kam es überraschend zu einer Spaltung im Protest und Widerstand gegen rechtsextreme Aktivitäten. Maßgeblich von der damaligen Grünen Vorsitzenden wurde eine zweite Demonstration gegen einen landesweiten Aufmarsch unter dem Slogan „NRW erwacht!“ organisiert. Näheres. Der Spaltungsversuch endete peinlich. Dem Aufruf von SPD, CDU, Grünen, FDP und den großen Religionsgemeinschaften folgten nur ca. 50 Teilnehmende. Die Mehrheit der Mitglieder von Grünen und SPD war zu der traditionellen Gegendemo eines großen Bündnisses gegangen. Es gab weitere kleine Versuche von SPD und Grünen mit der CDU und ohne linke Kräfte zu mobilisieren, aber das scheiterte. Inzwischen gilt wieder der alte Konsens, dass es bei allen Differenzen ein gemeinsames Auftreten gegen Nazis gibt.

Als die sehr große Demonstration gegen die AfD und ihre Politik in Bochum stattfand, war dies von keinem Bündnis, sondern von einer relativ kleinen Initiative organisiert worden. Der Oberbürgermeister schien darüber verärgert zu sein, dass er bei diesem großen Ereignis keine Rolle spielte. Er gründete ein Bündnis „Wir für Demokratie“. Hier machen u. a. die Parteien außer der Linken, der Arbeitgeberverband, die Gewerkschaften, die großen Religionsgesellschaften, die Ruhr-Uni und der Sportbund mit. Das ist für den Oberbürgermeister anscheinend die Zivilgesellschaft. Eine Diskussion oder Entscheidung über die Teilnehmenden an einem Bündnis der Stadt für Demokratie findet im Rat nicht statt. Es wird nicht hinterfragt, ob das von DITIP dominierte Moscheen-Bündnis oder die katholische Kirche wirklich in eine städtische Initiative für Demokratie gehören und warum z. B. der Kinder- und Jugendring fehlt.

Die Serie „Das war Rot-Grün in Bochum“ wird hier dokumentiert