Eines der gefährlichsten und teuren Experimenten, die Rot-Grün mit den Bochumer Bürger:innen durchgeführt hat, war die „Semi-Protected Bike Lane“ auf der Hattinger Straße. Rot-Grün hatte sich gewünscht, dass der Radweg durch eine Kante von Autoverkehr getrennt wird, aber noch überfahrbar bleibt. Klaus Kuliga erinnert auf bovelo an die Definition: »„Protected Bike Lanes“ sind durch genau ein Merkmal definiert: Kein Auto kann auf diesen Sonderweg für den Radverkehr fahren. Eine »Semi-Protected Bike Lane« ohne dieses Merkmal ist also das Gegenteil einer »Protected Bike Lane«: Der Schutz wird nur suggeriert und der Radverkehr dadurch tatsächlich gefährdet. Das ist die Art von „Sicherheit“, der Radfahrer auch beim Rad fahren auf Gehwegen auf den Leim gehen: Subjektiv sicher, objektiv gefährlich.« Genau das ist auch passiert.
Tatsächlich mussten erst etliche Unfälle passieren bis die Stadt die unsinnige Anlage stoppte. Da die Stadt KFZ, die auf Radwegen parken, nicht abschleppen lässt, war es auch auf der Hattingerstraße häufig der Fall, das Radfahrende parkenden Autos auf dem Radweg ausweichen mussten und die 4 cm hohe Kante überfahren mussten, um auszuweichen. Bei der Rückkehr zum Radweg wurde die Höhe der Steinkante unterschätzt und es kam zu zum Teil schweren Unfällen.
Die Radwende schrieb damals:
„Der Trennstein, der Autos das Überfahren des Radwegs ermöglichen sollte und gleichzeitig den Radweg vor fehlerhaften Überfahren schützen sollte,wurde so nur in Bochum verbaut. Das Ergebnis ist leider ernüchternd, da der Stein nicht für Sicherheit sorgte, sondern vermehrt zu teilweise schweren Unfällen führte. Unfälle passierten insbesondere dann, wenn der Radweg zugeparkt wurde und Fahrradfahrer*innen zum Umfahren der widerrechtlich geparkten PKW gezwungen wurden.“
Der Unsinn von »Semi-Protected Bike Lane« ist auf bovelo.de beschrieben unter:
https://bovelo.de/2024/09/12/semi-protected-bike-lane/
Die gestern begonnene Serie „Das war Rot-Grün in Bochum“ wird hier dokumentiert.