Dienstag 03.01.23, 13:30 Uhr
Im Kino Endstation: Neben dem normalen Programm Dokumentation und Filmgespräche

Unruh im endstation.kino


UNRUH (offizieller Trailer)

Das Kino Endstation beginnt das neue Jahr mit einem vielfältigen Programm, so eine Dokumentation in Kooperation mit Seawatch (11.1.), ein Film in der Reihe Queerfilmnacht (10.1.), die Bewegungsstiftung ist zu Gast (9.1.) und das normale Programm: »Ab Donnerstag, den 05.01. zeigt das endstation.kino den schweizer Spielfilm Unruh. 1877: der russische Kartograf Pyotr Kropotkin kommt in ein Tal im Schweizer Jura, angelockt von der hochentwickelten Uhrenfertigung dort und von der Nachricht, dass sich Arbeiter*innen zu einer anarchistischen Gewerkschaft zusammengeschlossen haben.

Er trifft auf eine Gesellschaft, in der Beamte und Gendarmen über die richtige Uhrzeit wachen und dem Produktionsbetrieb und der Gemeinschaft den Takt vorgeben. Immer effizienter werden die Produktionsabläufe in den Uhrmanufakturen organisiert, die sekundengenaue Kontrolle erzeugt einen steigenden Druck auf die Beschäftigten. Davon kann auch Josephine ein Lied singen, die über die Montage der Unruh, des Herzstücks der mechanischen Uhr, wacht und den zugereisten Kropotkin kennenlernt. Inspiriert von anarchistischen Ideen fordern sie die Befreiung der Zeit, setzen Solidarität und Pazifismus gegen Marktgesetze und Nationalismus.

FRIEDEN, LIEBE UND DEATH METAL | Trailer Deutsch | Ab 15. Dezember 2022 im Kino!

Ebenfalls ab Donnerstag, den 05.01. ist in Langendreer Isaki Lacuestas Spielfilm Frieden, Liebe und Death Metal zu sehen. Ramón und Céline sind ein junges verliebtes Paar. Den Abend des 13. November 2015 feiern beide ausgelassen auf einem Konzert im Club Bataclan in Paris… bis das Unaussprechliche passiert. Während des Terroranschlags gelingt es Céline und Ramón sich Backstage, getrennt voneinander, zu verstecken und die Nacht zu überleben. Danach sind sie nicht mehr dieselben, noch wissen sie, ob sie jemals an ihr altes, unbeschwertes Leben werden anknüpfen können. Beide versuchen das, was passiert ist hinter sich zu lassen. Während Céline mit dem Erlebten abschließen und zu ihrem alten Leben zurückkehren will, lassen Ramón die Ereignisse jener Nacht nicht los. Für das Paar stellt sich immer wieder die entscheidende Schlüsselfrage: Kann ein Aufbruch, ein Neuanfang gelingen?

Im KinderKino zeigt das endstation.kino am Sonntag, den 08.01. um 16.00 Uhr den Animationsfilm Mama Muh und die große weite Welt.

Am Montag, den 09.01 ist um 18.00 Uhr die Bewegungsstiftung im endstation.kino zu Gast und zeigt den Film Robin Bank. Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch statt.
Man nannte ihn den Robin Hood der Banken: Enric Duran narrte 2008 die Finanzwelt, indem er sich Kredite in Höhe von einer halben Million Euro erschlich, nie zurückzahlte und damit soziale Projekte unterstützte. Duran tauchte unter und lebt bis heute im Exil, Staatsanwaltschaft und 16 Banken fordern seine Haftstrafe. Regisseurin Anna Giralt Gris gelingt es, den Aktivisten aufzuspüren und seine faszinierende Geschichte zu einem spannenden Dokumentarfilm zu verdichten.
Enric Duran glaubte mitten in der Weltfinanzkrise, dass eine andere, sozialere Welt möglich ist. Er stahl über Kredite eine halbe Million Euro von den Banken und benutzte das Geld, um soziale Projekte zu finanzieren. Die Menschen nannten ihn fortan „Robin Hood der Banken“, kurz Robin Bank. Bis heute lebt Duran im Exil, untergetaucht, Staatsanwaltschaft und 16 Banken fordern seine Haftstrafe. Regisseurin Anna Giralt Gris gelingt es, den Aktivisten aufzuspüren und seine faszinierende Geschichte zu einem spannenden Dokumentarfilm zu verdichten.

CONCERNED CITIZEN Trailer Deutsch | German [HD]

In der Reihe Queerfilmnacht ist am 10.01. um 20.00 Uhr im endstation.kino der israelische Spielfilm Concerned Citizen zu sehen. Protagonist Ben hält sich für einen liberalen schwulen Mann. Er hat einen gut bezahlten Job und wohnt mit seinem Partner Raz in einem schicken Apartment in einem migrantisch geprägten Stadtteil Tel Avivs. Zum Glück fehlt dem Paar nur noch ein Kind. Um ihre Wohngegend zu verschönern, pflanzt Ben einen Baum auf der anderen Straßenseite. Doch seine gut gemeinte Tat löst eine Kette von Ereignissen aus, an deren Ende ein Geflüchteter aus Eritrea brutal von Polizisten zusammengeschlagen wird. Bens Bild von sich selbst, seiner Beziehung, ja der ganzen Gesellschaft gerät aus den Fugen.
Mit bitterbösem Humor zeichnet Regisseur Idan Haguel eine satirische Parabel über das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, unhinterfragte Privilegien und tief sitzende Vorurteile. Für seine elegant erzählte Sozialkritik wurde Concerned Citizen bereits auf der Berlinale gefeiert.

Seabird - Das zivile Auge | Trailer

In Kooperation mit Sea-Watch zeigt das endstation.kino am Mittwoch, 11.01. um 20.00 Uhr den Dokumentarfilm Seabird  – Das zivile Auge. Im Anschluss an die Vorstellung findet im Kino ein Filmgespräch statt.
Am 12. Februar 2021 wird die Flugzeugbesatzung der Seabird Zeugin eines fehlgeschlagenen Versuches, Menschen gegen ihren Willen zurück nach Libyen zu verschleppen: Die Besatzung der Seabird kreist über einem Boot mit knapp 30 Menschen an Bord. Niemand von ihnen trägt eine Rettungsweste. Verzweifelt strecken sie ihre Hände in die Höhe in der Hoffnung, dass ein Rettungsschiff eintrifft. Immer und immer wieder kontaktiert die Besatzung von Seabird umliegende Handelsschiffe und die offiziellen Rettungsleitstellen. Keine Hilfe. Keine Rettung. Keine Hoffnung. Als zwei Schnellboote der spanischen Seenotrettungsorganisation „Pro Activa Open Arms“ versuchen, das Boot zu erreichen, steuert ein Schiff der sogenannten libyschen Küstenwache auf sie zu. Fassungslos müssen alle Beteiligten aus der Luft beobachten, wie diese versucht, mit allen Mitteln die Schnellboote an der Rettung zu hindern. Erst als klar wird, dass die Menschen sicher auf die „Open Arms“ gerettet werden können, kann die Besatzung der Seabird endlich aufatmen.
Diese Menschen haben Glück. Doch tagtäglich müssen Organisationen wie HPI und Sea-Watch dabei zusehen, wie Europa ungeniert die Augen verschließt, wenn Menschen im Mittelmeer um Hilfe rufen.«