Freitag 25.11.22, 15:37 Uhr

Pop-Up-Radwege


Im März ist es zu einem schweren Unfall auf der Dorstener Straße in der Nähe der Kreuzung mit der Hordeler Straße gekommen. Die Radwende Bochum hat daraufhin im Mai einen Antrag an die Stadt gestellt, auf der Dorstener Straße zwischen Poststraße und der Stadtgrenze Herne auf beiden Seiten temporäre Radwege auf der Fahrbahn einzurichten, um damit einen Betrag zur Verwirklichung der „Vision Zero“ in Bochum zu leisten.

Die Radwende schreibt: »Seit dem letzten Jahr schreibt die Straßenverkehrsordnung die Sicherheit im Straßenverkehr als oberstes Ziel vor. „Hierbei ist die Vision Zero (keine Verkehrsunfälle mit Todesfolge oder schweren Personenschäden) Grundlage aller verkehrlichen Maßnahmen.“

Der Antrag ist im Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur am Mittwoch den 23. November abgelehnt worden.
„Ich bin entsetzt, dass SPD und Grüne unseren Antrag ablehnen und die Leistungsfähigkeit des Autoverkehrs an die erste Stelle setzen“ so Karl-Heinz Hüsing, der für die Radwende den Antrag der Radwende im Mobilitätsausschuss vertreten hat.
Am 12. April hatte die Co-Vorsitzende des Mobilitätsausschusses Frau Martina Schnell (SPD) in der WAZ noch selbst eine sichere Lösung gefordert: „Wir werden noch einmal den Druck auf die Verwaltung erhöhen und uns nötigenfalls für eine unbequeme Lösung einsetzen. Es steht fest, dass Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger dort dringend mehr Platz brauchen.“
Die Rede von Karl-Heinz Hüsing im Mobilitätsausschuss endet mit dem Wunsch „Ich möchte einfach nicht, dass die Vision Zero eine Vision bleibt.“ Leider haben sich SPD und Grüne hier für eine unbequeme und unsichere Lösung für den Fuß- und Radverkehr und eine bequeme Lösung für den Autoverkehr entschieden, der eindeutig nicht zur Umsetzung der Vision Zero beiträgt.

Dies ist umso unverständlicher, da die Koalition an anderer Stelle, auf der Wittener Straße, mit dem Stimmen von SPD und Grünen erstmals die Einrichtung eines Pop-Up-Radwegs beschlossen hat.
Dort existierte genauso wie auf der Dorstener Straße nur ein gemeinsamer Fuß- und Radweg, der teilweise sehr schmal war, so dass es immer wieder zu sehr gefährlichen Situation für Fußfänger und Radfahrer kam und ein Jugendlicher beinahe schwer verunglückt wäre. Die Radwende begrüßt ausdrücklich ist erstmalige Einrichtung eines Pop-Up-Radweges in Bochum. Offensichtlich ist es Grünen und SPD gelungen im Falle der Wittener Straße den Stadtbaurat Dr. Bradtke umzustimmen, der lange Pop-Up-Radwege kategorisch ausgeschlossen hatte. „Wir fordern, dass dieser Pop-Up-Radweg so lange erhalten bleibt, bis dort ein regulärer Radweg eingerichtet ist“, so Dominik Bald von der Radwende.
„Zugleich fordern wir, dass in Bochum bei der Sicherheit der Radfahrenden keinen faulen Kompromisse gemacht werden und auch an der Dorstener Straße ein Radweg eingerichtet wird“, so Bald weiter.

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