Montag 17.10.22, 10:35 Uhr
Kino Endstation

„Mittagsstunde“, „Moonage Daydream“, und zahlreiche Filmgespräche


MITTAGSSTUNDE - Trailer - Ab 22. September im Kino!

Im endstation.kino gibt es in dieser Woche ein reiches Angebot an Filmen und Filmgesprächen: »Ab Fr., 21.10. ist im endstation.kino der Spielfilm Mittagsstunde mit Charly Hübner in der Hauptrolle zu sehen, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Bestsellerautorin Dörte Hansen: Ingwer, 47 Jahre alt und Dozent an der Kieler Uni, fragt sich schon länger, wo eigentlich sein Platz im Leben sein könnte. Als seine „Olen“ nicht mehr allein klarkommen, beschließt er, dem Leben in der Stadt den Rücken zuzukehren, um in seinem Heimatdorf Brinkebüll im nordfriesischen Nirgendwo ein Sabbatical zu verbringen. Doch den Ort seiner Kindheit erkennt er kaum wieder:

auf den Straßen kaum Menschen, denn das Zusammenleben findet woanders statt, keine Dorfschule, kein Tante-Emma-Laden, keine alte Kastanie auf dem Dorfplatz, keine Störche, auf den Feldern wächst nur noch Mais, aus gewundenen Landstraßen wurden begradigte Schnellstraßen.

Als wäre eine ganze Welt versunken. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Knicks und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und seine Eltern mit dem Gasthof sitzen ließ? Wann verschwand die Mittagsruhe mit all ihren Herrlichkeiten und Heimlichkeiten? – Nur in kleinen Schritten erkennt Ingwer, dass er noch längst nicht alle Geheimnisse entblättert hat.

„Weder Dokumentarfilm noch Biografie, sondern ein eindringliches Filmerlebnis“ – mit Moonage Daydream, ab Sa., 22.10. im endstation.kino, gelingt Brett Morgen (The Kid Stays in the Picture, Cobain: Montage of Heck, Jane) ein nie dagewesenes Porträt des Ausnahmekünstlers David Bowie. Er war nicht nur eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Musikszene, er war außerdem ein brillanter Sänger und Songwriter, der die Welt mit seinem ständig wechselnden musikalischen Stil sowie dem dazu passenden Look überraschen konnte.

Das David Bowie Estate gab dem Dokumentarfilmer Morgen einzigartigen Zugang zu ihren Archiven, eine Ehre, die bislang noch keinem Filmemacher vergönnt war. In deren Sammlung befanden sich seltene und nie zuvor gesehene Zeichnungen, Aufnahmen, Filme und Tagebücher. Für den Film hat das Soundteam – bestehend aus Bowies langjährigem Mitarbeiter, Freund und Musikproduzenten Tony Visconti und dem Oscar®-prämierten Tonmeister Paul Massey (Bohemian Rhapsody) – Bowies Originalaufnahmen neu abgemischt und für die Kinoleinwand aufbereitet.

Außerdem ist noch für wenige Vorstellungen bei uns am Do., 22.10. und Sa., 22.10. der Dokumentarfilm Der laute Frühling – Gemeinsam gegen die Klimakrise zu sehen. In einer Situation, in der das öffentliche Bewusstsein für die drastischen Konsequenzen des Klimawandels rapide wächst, lenkt der Film die Aufmerksamkeit auf den Elefanten im Raum: Woher kommt die politische Macht, die Dinge tatsächlich zu ändern

Regisseurin und Produzentin Johanna Schellhagen stellt in Der laute Frühling die Frage, was zu tun ist, um Barbarei, Chaos und massenhaften Hunger in der sich entfaltenden Klimakatastrophe einzudämmen. Umgesetzt wurde der Film von labournet.tv. Das Berliner Frauenkollektiv produziert und sammelt Filme über Streiks und Arbeitsbedingungen weltweit und stellt sie auf labournet.tv zur Verfügung. Dadurch entsteht ein audiovisuelles Archiv aktueller und historischer Arbeitskämpfe, das diese wichtigen Erfahrungen von Solidarität und Organisationsmacht auffindbar macht.

Im Rahmen der im Foyer des endstation.kinos stattfindenden Ausstellung „Solidarität mit allen Geflüchteten!“ zeigen wir am Fr., 21.10. um 20:00 Uhr in Kooperation mit dem Bahnhof Langendreer Bochum den Dokumentarfilm Operation Mooonbird. Anschließend an den Film findet ein Gespräch mit den Filmemachern Dustin Lose und Felix Weiß (Sea-Watch) statt: Ein Mensch schwimmt im offenen Meer um sein Leben. Ein europäisches Handelsschiff macht die Motoren an und fährt von ihm weg. Ein Pilot des zivilen Luftaufklärungsflugzeugs ermahnt den Kapitän und redet ihm ins Gewissen. Die libysche Küstenwache und der schwimmende Mensch erreichen gleichzeitig das Deck des europäischen Handelsschiffes. Ausgang unbekannt. Die Welt dreht sich im Kreis. Dies ist kein Film über die vermeintliche Flüchtlingsproblematik, sondern einer über das Problem namens Europa.

„Women & Crime“ ist weiterhin Programm bei Little Miss Primetime am Di., 25.10. um 20:00 Uhr: in Sofia Coppolas The Bling Ring, der auf einer wahren Geschichte beruht, rauben fünf gelangweilte Jugendliche die Villen verschiedener Stars aus und landen in den Medien. Ein satirischer Blick auf Kinder reicher Eltern und Starkult.

Am Do., 20.10. wird im Rahmen einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert Stiftung um 18:00 Uhr erneut der Dokumentarfilm We Are All Detroit im endstation.kino gezeigt. Im Anschluss an den Film gibt es eine Diskussion mit den Regisseur:innen Ulrike Franke und Miachael Loeken, sowie Bastian Hartmann, MdL.

Ulrike Franke und Michael Loeken werfen immer wieder genaue und emphatische Blicke auf ihre Protagonisten. In ihrem neuesten Film beleuchten sie die Parallelen zwischen zwei Städten auf verschiedenen Kontinenten: Bochum im Ruhrgebiet und Detroit im Rust Belt der USA. Beide Städte wurden von der Autoindustrie geprägt. Und sowohl der Beginn als auch das Ende der Autoindustrie in Bochum wurden in Detroit besiegelt. Hier wie da sind die Menschen nach dem Ende des Industriezeitalters auf der Suche nach einer neuen Identität.

Im Kinderkino zeigen wir am So., 23.10. um 16:00 Uhr den Kinderfilm Lola auf der Erbse