Mittwoch 13.10.21, 21:59 Uhr

Die studentische Besetzung im Lottental 1991


Heute jährt sich die Besetzung eines universitären Hauses im Lottental durch wohnungssuchende Studierende im Jahr 1991. Damals herrschte akute Wohnungsnot in Bochum. Diese betraf vor allem auch Studierende. Sie fanden kaum Wohnheimzimmer oder bezahlbare Wohnungen auf dem „freien“ Markt. Zu Semesterbeginn blieben viele Studierende ohne Wohnung. Bochum war zuvor erheblich gewachsen, ohne dass die Politik ausreichend reagiert hatte.

In jedem Herbst zu Semesteranfang gab es in diesen Jahren Aktionen, die von der verfassten Studierendenschaft unterstützt wurden. 1990 hatte es ein Wohnwagencamp gegeben, in dem Studierende Notunterkünfte fanden. Ein Jahr später war die Idee nachhaltiger. Denn die Uni hatte noch leerstehende Gebäude, die sich als Wohnungen anboten. Auf Nachfrage des AStAs gab es zwar die Rückmeldung, die Gebäude ständen vor einer Neunutzung, Dies ließ 20 Studierende nicht davon abhalten, im Lottental das Haus Nummer 34 zu besetzen. Das Ziel war die Einrichtung eines selbstverwalteten Studierendenwohnheims.

In den Verhandlungen mit der Univerwaltung und dem Akafö stellte sich zwar raus, für dieses Gebäude stände ein Umbau an. Das benachbarte Haus Nr. 36 wurde aber schnell zur Nutzung frei gegeben. Die Bewohner:innen mussten lediglich die Verbrauchskosten zahlen. So entstand nach wenigen Wochen selbstorganisierter Bauarbeiten das von einem Verein getragene Wohnprojekt, das bis 1994 bestand.

Am Ende des Projekts waren die Bewohner:innen um viele Erfahrungen reicher. Viele zog es aber in besser erreichbare Stadtteile. Das Lottental lag zwar im Grünen und in der Nähe der Uni, aber ohne Auto war es schlecht erreichbar. Bis 1994 hatten sich einige Bauwagen zu dem Wohnprojekt gesellt. Daraus entstand die Idee eines Bauwagenplatzes, der schließlich in Bochum-Langendreer entstand und bis heute existiert.

Direkt unter dem bsz-Artikel zur Besetzung im Lottental wurde im Oktober 1991 zu einer Raddemo aufgerufen. Die Forderungen haben seit 30 Jahren nichts an Aktualität und Dringlichkeit verloren.

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