Freitag 01.10.21, 20:59 Uhr

Bodo im Oktober


Die bodo Redaktion schreibt über ihre Neue Ausgabe: »Eine Bochumer Nachwuchsschauspielerin des Jahres, ein Emmy-Preisträger aus Herne, eine ausgezeichnete Essener Buchautorin, moderierte Wildnis in Dortmund, ein Bochumer Obdachloser protokolliert seinen Tag, ein Blick hinter die Mauern von Abschiebegefängnissen, eine Einladung zum Tag der Armut: „Kommt zu Tisch!“. Die neue Ausgabe des Straßenmagazins erscheint am 1. Oktober.

Anne Rietmeijer
Als sie am Schauspielhaus Bochum die Solveigh im „Peer Gynt“ spielen sollte, war sie bei den Proben irgendwann so genervt von ihrer Rolle, dass sie ihr kurzerhand einen anderen Text geschrieben hat. Dieser Mut hat sich bezahlt gemacht: Das wichtige Branchenmagazin „Theater heute“ kürte sie zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres.

Ralf Piorr
„Sein“ Herner Heimatmuseum schlug in einem vielbeachteten Museumsranking Fußball- und Ruhrmuseum, sein Konterfei ziert demnächst ein Panini-Bild zur Fußballgeschichte im Revier, für seine Arbeit als Historiker erhielt er unter anderem einen Emmy. Ein Besuch.

Sarah Jäger
Mit „Nach vorn, nach Süden“ hatte die Essener Autorin im vergangenen Jahr einen Debütroman vorgelegt, dessen Bühne der Hinterhof eines Ruhrgebiets-Penny-Markts war ‑ für die „Zeit“ die „bezauberndste Metapher, die je für eine Phase des Übergangs gefunden wurde“. Nun ist ebenfalls bei Rowohlt ein ebenso gelungener Nachfolger erschienen.

Moderierte Wildnis
Totholzhecken sind angelegt, wilde Rosen, Pfaffenhütchen und Weißdornbüsche freigeschnitten. Ein Pfad führt über das Areal und dann zum Wasser. Dieter Lückemann kümmert sich als aktives Mitglied beim NABU um das Flotabecken, ein Naturschutzgebiet in Dortmund-Deusen.

Abschiebehaft
In Deutschland sitzen Menschen im Gefängnis, ohne dass sie eine Straftat begangen haben. Lina Droste und Sebastian Nitschke haben hinter die Mauern u.a. des Abschiebegefängnisses Büren geschaut und von Inhaftierten erfahren, was Abschiebehaft bedeutet.

Fletch Bizzel
Im Skandal um das „das einzige freie Theater, in dem der Immobilieneigentümer das Programm bestimmt“ erinnert viel an die Ereignisse am Bochumer Prinz Regent Theater. Beide Konflikte sagen viel aus über die Machtstrukturen an deutschen Kulturinstitutionen im Allgemeinen und die Ruhrgebiets-Kultur im Speziellen.

Kulturleben und Ruhezeiten
Am 11. August wurde die beliebte Konzertreihe „Sommer am U“ vom Dortmunder Umweltamt jäh abgebrochen. Seit langem beschweren sich AnwohnerInnen über Lärm. Doch mit Corona musste Kultur in Freie, um überhaupt stattzufinden. Was also tun? Ein Blick nach Bochum und Essen.

„Kommt zu Tisch!“
An jedem 17. Oktober, dem internationalen Tag zur Beseitigung großer Armut, laden die Initiativen der Wohnungslosenhilfe Kana, Gast-Haus, bodo und Herzensbus vor das Dortmunder Rathaus, um auf die Situation von Wohnungslosen vor dem Winter aufmerksam zu machen. In diesem Jahr wird es statt Reden eine große, gedeckte Tafel geben. Alle sind eingeladen, mit den OrganisatorInnen und den Gästen der Einrichtungen gemeinsam zu essen. Mit der Aktion weisen die OrganisatorInnen auf ein neues Problem hin.
Kommt zu Tisch! Sonntag, 17. Oktober, 12 bis 14 Uhr, Friedensplatz Dortmund
Außerdem: Macht Corona Wettervorhersagen schlechter?, das „Restaurant der Fehlbestellungen“, ein Tag auf der Straße mit Thorsten, Vonovias Börsenkurs als Street Art, Wohnungslosenhilfe vor dem Winter, der kommentierte Kulturkalender uvm.«