Montag 05.04.21, 21:02 Uhr
Ostermarsch 2021

Menschheitsbedrohungen entgegentreten


Die sonntägliche Ostermarsch-Etappe fand in diesem Jahr wieder – wie üblich – per Fahrrad statt und führte von Essen über Gelsenkirchen, Wattenscheid und Herne nach Bochum. Das Bochumer Friedensplenum hatte die abschließende Kundgebung auf dem Dr.-Ruer-Platz unter das Motto gestellt „Menschheitsbedrohungen entgegentreten“. Pandemie bedingt hatten die Organisator:innen darum gebeten, dass sich das Publikum weitgehend auf die Teilnehmer:innen der Raddemo beschränken und die Veranstaltung von anderen Interessierten nach Möglichkeit per Internet verfolgt werden solle. Leere Stühle mit Botschaften von Abwesenden vermittelten dieses Konzept. Das erwies sich als sinnvoll, da sich erheblich mehr Menschen an der Radtour beteiligt hatten, als erwartet.

Als eine der größten Menschheitsbedrohungen, gegen die Millionen Menschen vor 65 Jahren auf die Straßen gingen, muss das atomare Wettrüsten der Großmächte angesehen werden. Ulrich Sander beschrieb in seiner Rede, dass diese atomare Gefahr heute nicht geringer geworden ist. Auch in Deutschland werden z. B. Atombomben gelagert, die über die vielfache Wirkung der Bombe von Hiroshima verfügen. Die Rede im Wortlaut.
Horst Hohmeier, seit Jahrzehnten die Stimme der Atomkraftgegner:innen in Bochum, erinnerte daran, dass es nicht erst zu Katastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima kommen muss, damit die Atomkraft katastrophale Auswirkungen hat. Er beschrieb die verheerenden Folgen des Uranabbaus und verwies darauf, dass es keine Lösung gibt und auch nicht geben kann, den Atommüll für eine Zeitspanne von einer Million Jahre sicher zu lagern. Die Rede im Wortlaut.
Geplant war auch ein Beitrag von Fridays for Future zur Klimakatastrophe, der allerdings sehr kurzfristig abgesagt worden war. Die Veranstalter:innen spielten an der Stelle Wortbeiträge von Scientists for Future Bochum: #NoMoreEmptyPromises #AlleFür1Komma5 (audio) (pdf) und von Ende Gelände: Der Kampf für Klimagerechtigkeit ist nicht neu ein, die beim letzten Klimastreiktag vorgetragen wurden.
In Wattenscheid hatte der Ostermarsch unter dem Motto gestanden: „Versammlungsfreiheit erhalten!“. Felix Oekentorp bezeichnete es als Heuchelei, wenn die Landesregierung in NRW versucht, mit einem Gesetz die Versammlungsfreiheit drastisch einzuschränken und gleichzeitig Krokodilstränen vergießt über das Vorgehen von unliebsamen Staaten, in denen mit oppositionellen Demonstrant:innen nicht sonderlich sanft umgegangen wird. In einem Redebeitrag der Bochumer Initiative Polizeibeobachtung wurden die möglichen Auswirkungen des geplanten Gesetzes beschrieben. Die Rede als Audiodatei und als pdf.

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