Donnerstag 18.02.21, 14:49 Uhr

Gedenken an die rassistischen Morde in Hanau


Am morgigen Freitag, den 19. 2. findet von 15-19 Uhr eine Mahnwache auf dem Husemannplatz statt. Morgen jährt sich der rassistische Mordanschlag in Hanau zum 1. Mal. Die „Initiative 19. Februar – Bochum“ schreibt: Niemals vergessen wollen wir: Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin. Wir wollen ein Zeichen setzen und uns erinnern. Um 17 Uhr startet eine Demonstration vor dem Hauptbahnhof. Im Aufruf der revolutionären Jugend heißt es:

»Vor einem Jahr, am 19.02.2020, wurden im hessischen Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund kaltblütig erschossen. In und vor zwei Cafés suchte der Täter, ein bekennender und offenkundiger Rassist, seine Opfer anhand ihres Aussehens aus. Für Said Nesar Hashemi, Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Mercedes Kierpacz und Gökhan Gültekin, alle zwischen 21 und 37 Jahre alt, endete das Leben durch die Freiheiten eines Rechtsterroristen mit Waffenschein. Während bundesweit bei zahlreichen Aktionen die Menschen ihre Trauer und ihr Mitgefühl den Hinterbliebenen zeigten, wurde auch das Versagen sämtlicher zuständiger Behörden angeklagt.

Knapp ein Jahr später sehen wir, welche Konsequenzen aus dem rassistischen Hanau Anschlag gezogen wurden: Der Vater des Täters, inzwischen ebenfalls amtlich bekannter Faschist – u.a. aufgrund seiner Auffassung, die Opfer seien doch die wahren Täter und die Gedenkveranstaltungen seien Volksverhetzung – darf ungestraft weiter seinen Freiheiten nachgehen. Es ist 2021 und wir sehen: Der Anschlag findet nahezu keine Erwähnung mehr, gleichzeitig wächst und etabliert sich in der Gesellschaft der Rassismus immer weiter.

Wir nähern uns dem 19.02.2021 und rufen aus diesem Anlass zu einer Demonstration in Gedenken an die Ermordeten des Hanau-Attentats auf. Gleichzeitig wird es von 15-19 Uhr eine Mahnwache am Husemannplatz geben. Solidarität mit den Hinterbliebenen und allen Betroffenen! Lasst uns nicht zulassen, dass Rassismus und Nationalismus das Leben von Menschen bedroht und die Gesellschaft weiter spaltet. Kein Vergessen! Gedenken heißt Kämpfen!«