Dienstag 22.12.20, 21:16 Uhr

Ein gelungenes Projekt Bochumer Erinnerungskultur


„Lernen durch Erinnern“ ist ein Projekt von sechs Studierenden der Ruhr-Uni, die sich im Frühling 2019 zusammengetan haben. Sie haben es sich „zum Ziel gesetzt, die vielseitige Erinnerungslandschaft in Bochum an den Nationalsozialismus zusammenzutragen, übersichtlich zu organisieren und für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu präsentieren – darunter auch viele Orte, die als physischer Erinnerungsort zwar nicht existieren, aber trotzdem ein wichtiger Bestandteil der erinnerungskulturellen Landschaft sind.“

Auf ihrer Webseite schreibt das Team: »Kern unseres Projektes ist zum einen eine interaktive Karte, auf der Erinnerungsorte und -stätten verzeichnet und mit kurzen Infotexten versehen sind. Ferner bieten wir über die App Biparcours Führungen mit thematischen Schwerpunkten an, die besonders auch für Schüler*innen geeignet sind; sämtliche Führungen stehen darüberhinaus auch als PDF-Dateien unter dem Menüpunkt „Führungen“ zum Download bereit. Die Sammlung von Literatur und Quellen umfasst zahlreiche lokalhistorische Monographien und Sammelbände, sowie Zeitzeug*innenberichte, die sich schwerpunktmäßig auf die Jahre 1933 bis 1945 beziehen.

Wie der Name unseres Projektes „Lernen durch Erinnern“ schon andeutet, geht es uns vor allem auch darum, Lernprozesse anzustoßen und voranzutreiben. Wir haben deshalb einen Teil der Website ausschließlich dem Thema „Didaktisierung“ gewidmet. Denn Geschichtsbewusstsein ist ein zentraler Aspekt von Erinnerungskultur und somit von historischem Lernen, und kann am besten im Geschichtsunterricht an den weiterführenden Schulen vermittelt werden. Die didaktische Relevanz außerschulischer Lernorte und ihr Nutzen für den Geschichtsunterricht werden dort ausführlich dargestellt. Darüberhinaus ist der Einbezug von lokalhistorischen Quellen und Orten gerade in Hinblick auf den Lebens- und Gegenwartsbezug im Geschichtsunterricht spannend und fruchtbar. Durch unser Projekt stellen wir Geschichtslehrenden an Schulen in Bochum und Umgebung Unterrichtsideen und -material zur Verfügung. Schüler*innen sollen durch solche Zugänge lernen und verstehen, dass der Holocaust, sowie die Verfolgung politisch Andersdenkender und Menschen mit Behinderung kein abstraktes Ereignis ist, was weit weg in den Konzentrationslagern in Osteuropa stattgefunden hat, sondern etwas ist, das direkt vor ihrer und unserer Haustür begonnen hat.«