Montag 20.04.20, 16:56 Uhr

Die Bezirksschüler*innenvertretung zweifelt die Voraussetzung für einen zu verantwortenden Unterricht an 1


Die Bezirksschüler*innenvertretung Bochum schreibt: »Am vergangenen Mittwoch wurde von der Landesregierung bekannt gegeben, dass die Schulen in NRW am Donnerstag, dem 23.4.2020 wieder für die Abschlussjahrgänge öffnen sollen. Dabei sollen notwendige Schutzmaßnahmen, die dem Infektionsschutz dienen, eingehalten werden. “Das ist nicht leistbar, auf jeder Konferenz reden wir über die schlechten hygienischen Zustände an den Schulen”, so Cansu Aydin, Mitglied der Bezirksschüler*innenvertretung Bochum, “Wie soll eine für den Infektionsschutz erforderliche Handhygiene gewährleistet werden, wenn viele Schulen schon so große Probleme mit den sanitären Einrichtungen haben?”.

Die Leopoldina Akademie schreibt, dass ein ‘diszipliniertes’ Einhalten der angeordneten Schutzmaßnahmen erforderlich ist, damit sich das Covid-19 Virus nicht wieder stärker verbreitet. “Die Politiker*innen treffen die Entscheidungen, dabei lassen sie sich von Expert*innen beraten. Doch wenn es um die Schulpraxis geht, dann sind wir Schüler*innen und Lehrer*innen die Expert*innen”, so erklärt Frederic d`Arachart aus dem Vorstand der BSV Bochum, “wenn wir aus Erfahrung sagen, dass die Schutzmaßnahmen in vielen Schulen nicht eingehalten werden können, dann ist das eine fundiertere Einschätzung, da hilft es auch nicht, die Schulen irgendwie zu instruieren”.
“Besonders Schüler*innen die der Risikogruppe angehören, haben es schwer! An meiner Schule sollen diese Schüler*innen durch einen anderen Eingang hereinkommen und im Unterricht getrennt von den anderen sitzen. Aber wir fassen trotzdem alle die gleichen Türklinken an, fahren im selben Bus und den Sicherheitsabstand kann in der Praxis auch nicht immer eingehalten werden, die Klassenräume, Busse und auch Gehwege sind dafür einfach nicht ausgelegt”, protestiert Berkay Säua ebenfalls Mitglied der BSV Bochum.
Cansu Aydin ergänzt: “Abschlussprüfungen sind ohnehin schon eine stressige Sache und in dieser Krise herrscht eine Atmosphäre, die das Lernen nicht leichter macht. Dabei gibt es ja Möglichkeiten, mit dieser Situation umzugehen: Wie unser Dachverband seit Wochen fordert, möchten auch wir, dass Schüler*innen wählen können zwischen einer Durchschnittsnote für ihren Abschluss oder dem Ablegen der Prüfungen, dennoch ist zunächst das Wichtigste, dass die Schulen geschlossen bleiben, denn die Gesundheit steht an erster Stelle!”


Ein Gedanke zu “Die Bezirksschüler*innenvertretung zweifelt die Voraussetzung für einen zu verantwortenden Unterricht an

  • Frank

    In Klassenräumen ist ein Schutz vor SARS-Viren nicht möglich, selbst wenn nur die halbe Anzahl an Schüler*innen im Raum ist. Im Extremfall können SARS-Viren beim Husten oder Niesen bis zu 6 Meter weit in Aeorosolform, feine Tröpfchen, durch einen Raum fliegen. Im Freien verdünnen sich Konzentrationen viel schneller. Die Schüler*innen müssten sich e i g e n t l i c h im Freien treffen, jedoch auch mit Mindestabständen ab 2 Meter+. 2 Meter+, für solche Treffen kommen nur öffentliche Parks, Grünanalagen und Schulhöfe in Betracht. Außerdem ist bei solchen Treffen eine extrem hohe Disziplin gefordert. Gerade z.B. Jugendliche Menschen sind ja häufig agile soziale Wesen, die sich in diesem Fall lange Zeit nicht in der Schule gesehen haben, deswegen lässt sich nicht jede emotional motivierte Handlung ausschliessen. Wir sind als Menschen soziale Wesen, dazu gehört auch das Ausdrücken / umsetzen von Emotionen.

Kommentare sind geschlossen.