Mittwoch 12.02.20, 18:11 Uhr

Immer auf den Rücken der Mitarbeiter*innen


In der WAZ vom 06.02.2020 war im Bochumer Lokalteil zu lesen, dass die Krankenquote des Technischen Betriebs bei rund 16% liegt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wundert sich über diese hohe Quote nicht und schreibt: »Gesundheitsprogramme von Krankenkassen und Maßnahmen des eigenen Gesundheitsmanagements mögen punktuell hilfreich sein, werden das strukturelle Problem, welches für die vielen Ausfälle verantwortlich ist aber nicht lösen.
– Der Technische Betrieb ist unterbesetzt!
– Neue Flächen und Aufgaben zur Unterhaltung der städtischen Infrastruktur kommen hinzu, ohne dementsprechend neues Personal einzustellen oder Technik anzupassen!
– Erwartet wird aber weiterhin eine hohe Qualität!

Personalabbau, hohe Qualität, der Ausbau städtischer Infrastruktur und ein reibungsloser Ablauf im Technischen Betrieb sind nicht miteinander vereinbar. Entscheidungen in politischen Gremien und der Verwaltungsspitze haben zu der schlechten Personalsituation im Technischen Betrieb geführt.

Ein genehmigter Haushalt ist ein erstrebenswertes Ziel, das jedoch nicht auf dem Rücken der Beschäftigten erreicht werden sollte. Allein im Technischen Betrieb wurden über 100 Stellen im handwerklichen Bereich gekürzt. Die Zahl der Auszubildenden wurde drastisch zusammengestrichen und eine Verjüngung des Personals durch entsprechende Einstellungen ist ausgeblieben. Dies hat nicht nur einen negativen Einfluss auf die Menge an Arbeit, die der Technische Betrieb leisten kann, sondern auch auf die Altersstruktur. Der Altersdurchschnitt im Betrieb liegt bei über 50 Jahren. Da ist es klar, dass bei harter, körperlicher Arbeit es vermehrt zu krankheitsbedingten Ausfällen kommt.

Der neue Standort an der Oberen Stahlindustrie ist sicherlich modern ausgebaut, aber wurde auch durch Einsparungen von Arbeitsplätzen finanziert. Mit dem Umzug aller Kolleginnen und Kollegen der Friedhofsunterhaltung an den Standort Feldmark werden sich die Bürgerinnen und Bürger auf einen weiteren Qualitäts- und Serviceverlust auf den Stadtteilfriedhöfen einstellen müssen. Die negativen Auswirkungen dieser Maßnahme werden wohl wieder auf den Rücken städtischer Beschäftigte ausgetragen.

Für uns als ver.di ist klar: Um langfristig die Qualität der städtischen Infrastruktur zu sichern und die Funktion des Technischen Betriebes zu gewährleisten, muss der Technische Betrieb mit ausreichend Personal ausgestattet sein, um seine Aufgaben gut erfüllen zu können.

Die unzureichende Besetzung und Anfeindungen aus der Bevölkerung, welche in den letzten Jahren immer häufiger gegenüber Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes stattfinden, von denen auch Feuerwehrleute oder Rettungskräfte betroffen sind, führen ebenfalls zu einem schlechten Betriebsklima und treibt damit die Krankheitszahlen weiter in die Höhe.

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