Sonntag 17.02.19, 11:25 Uhr
Start der Feministischen Wochen 2019 in Bochum

Beautiful Boxer

Die Feministischen Wochen 2019 in Bochum starten am kommenden Freitag, den 22. Februar um 19 Uhr im Sozialen Zentrum mit der Filmvorführung Beautiful Boxer. Der Film  beruht auf der wahren Lebensgeschichte von Parinya Charoenphol, einer thailändischen Kickboxerin, die sich einer geschlechtsanpassenden Operation unterzog, um auch körperlich eine Frau zu werden. Parinya Charoenphol wurde am 9. Juni 1981 in der Provinz Chiang Mai, Thailand, geboren. Sie kam als ganz gewöhnlicher Junge auf die Welt und wurde auch so erzogen. Schon als Kind fühlte sie sich eher als ein Mädchen. In Thailand nennt man dies Katheoy, einer Kategorie für Transgender. Sie besuchte eine Muay Thai-Schule in der Provinz Chonburi, um hier das Thaiboxen zu erlernen. Mit diesem Sport wollte sie genug Geld verdienen, um ihre Eltern finanziell zu unterstützen und um ihre Geschlechtsumwandlung bezahlen zu können.

Bekannt wurde sie auch unter den Namen Nong Toom und Parinya Kiatbusaba. Sie ist eine ehemalige Thaiboxerin, einer Kampfkunst auch Muay Thai genannt. Zudem ist sie Model und Schauspielerin. Aufmerksamkeit erregte sie im Jahr 1998, als sie in der Sportarena Lumpinee Boxing Stadium in Bangkok, dem Zentrum des Thaiboxens, mit einem Sieg Schlagzeilen machte. Die thailändischen Medien waren fasziniert, das ein 16-jähriger Junge mit Make-up und als Frau gekleidet, den weitaus muskulöseren Gegner besiegte und danach küsste.

Sie zeigte sich zunehmend als Frau, mit langen Haaren, geschminkt und in dementsprechender Kleidung. 1999 kam es zu einer geschlechtsangleichenden Operation. Danach gab sie ihre Kampfsportkarriere auf.

Einst hatte sie das Interesse an dieser Sportart geweckt, da sich das Thaiboxen in einer Krise befand. Dies führte auch zu gestiegenen Ticketverkäufen und somit zu höheren Einnahmen. Man sah sie in vielen thailändischen Magazinen und in Musikvideos. Nach ihrer Geschlechtsumwandlung versuchte sie sich als Sängerin.

Am 26. Februar 2006 kam es zu einem Comeback als Thaiboxerin. Sie kämpfte gegen eine Japanerin, die sie besiegen konnte. 2008 kam es zu einem Kampf mit der schwedischen Thaiboxerin Pernilla Johansson. Auch in diesem Kampf konnte sie ihre Gegnerin bezwingen. Im Jahr 2010 eröffnet sie eine Schule für das Thaiboxen in Pranburi und sie unterrichtet an der Schule Baan Poo Yai den Sport Muay Thai und Aerobic.

Der Film zeigt alle wichtigen Stationen ihres Lebens vom Leben in der Rolle eines Jungen, der gerne Lippenstift getragen hatte, über den Start als Kick-Boxer im Alter von 12 Jahren bis zur sensationellen Karriere als Thai-Boxer durch die Beherrschung des traditionellen Muaythai-Stils. Sie hatte diesen Stil bis zur Perfektion erlernt und brachte es zu Ruhm und Bekanntheit. Schließlich wird der innere Geschlechtskonflikt, der dann zu der Operation und zum Rücktritt als Thai-Boxerin führt, dokumentiert.

Der Film spiegelt auch die besondere Lage der Kathoeys (besser bekannt ist der englische Begriff Ladyboy) wider, die – anders als in westlichen Kulturen – schon seit langem akzeptiert und zum Teil in die Gesellschaft integriert sind.

 
 
 
 


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