Sonntag 17.02.19, 06:47 Uhr

Seenotrettung ist kein Verbrechen –
sie zu verhindern schon!

Angesichts der aktuellen Blockade nahezu aller zivilen Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer ruft die internationale Seebrücke-Bewegung für die kommende Woche überregional zu dezentralen Aktionen auf. Das Motto der „Urgent Action Week“ lautet #FreeTheShips. Die Bochumer Seebrücke Initiative schreibt: »In Bochum wird es am Dienstag, den 19. Februar um 16:30 eine Aktion vor dem Bochumer Rathaus geben. Gemeinsam wollen wir ein Bild der Solidarität an die Retter*innen und diejenigen senden, die auf Seenotrettung angewiesen sind! Kommt mit möglichst vielen orangenen Utensilien und natürlich mit all’ euren Freund*innen! Wir werden das Bild den Crews der von der Blockade betroffenen Schiffe zukommen lassen, damit sie sehen, dass sie nicht alleine sind.

Das Massensterben im Mittelmeer geht weiter. Mehr als 200 dokumentierte Todesfälle waren allein im Januar zu beklagen. Diese Menschen hätten gerettet werden können – zum Beispiel von den zivilen Rettungsschiffen der Organisationen Sea-Watch, Proactiva Open Arms, Mission LIFELINE und Salvamento Marítimo Humanitario/PROEM – AID. Doch die Schiffe und ihre Besatzungen werden daran gehindert, ihre Arbeit zu tun: Leben zu retten.

In Italien und Spanien werden aktuell die einsatzbereiten zivilen Rettungsschiffe “Open Arms”, “Aita Mari” und “Sea-Watch 3” mit fadenscheinigen Begründungen festgehalten. Die Behörden in Malta und Italien haben außerdem die Schiffe “Lifeline” und “Iuventa” beschlagnahmt. Durch die Blockade der italienischen Häfen hat sich die nächste Mission der Rettungsorganisation sea-eye um viele Wochen verzögert. Nach absurden und inzwischen widerlegten Vorwürfen durch italienische Behörden sah sich die Organisation SOS MEDITERRANEE gezwungen, die Mission ihres Rettungsschiffes Aquarius zu beenden.

Diese europäische Blockade- und Kriminalisierungskampagne gegen die zivile Seenotrettung kostet Menschenleben – das hat zuletzt auch ein Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, the UN Refugee Agency bestätigt.

Die internationale Seebrücke-Bewegung ruft deshalb unter dem Motto #FreeTheShips vom 18. bis 24. Februar zu einer “Urgent Action Week” auf.

Wir fordern:

  • von den Regierungen in Spanien, Italien und Malta: Geben Sie sofort die Rettungsboote frei! Beenden Sie die unmenschliche und mörderische Blockade sowie insgesamt Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung!
  • von der deutschen Bundesregierung: Fordern Sie auf allen politischen und diplomatischen Ebenen für eine Freigabe der Schiffe! Erklären Sie die Bereitschaft zur unbürokratischen Aufnahme von Geretteten und setzen Sie sich für ein Europa ein, das Menschenleben und Menschenrechte achtet!
  • von den Verantwortlichen der Stadt Bochum: Erklären Sie unverzüglich die Bereitschaft zur Aufnahme von zusätzlichen Überlebenden der Flucht in unserer Stadt über die aktuellen Verteilschlüssel hinaus! Machen Sie damit deutlich: Auch bei uns in Bochum gibt es ungenutzte Kapazitäten – Europa muss niemanden im Mittelmeer ertrinken lassen!

Als Seebrücke Bochum rufen wir auf: Lasst uns gemeinsam ein Bild der Solidarität an die Retter*innen und diejenigen senden, die auf Seenotrettung angewiesen sind! Wir treffen uns am Dienstag, den 19. Februar, um 16:30 Uhr vor dem Bochumer Rathaus. Kommt mit möglichst vielen orangenen Utensilien und natürlich mit all’ euren Freund*innen!

Wir werden das Bild den Crews der von der Blockade betroffenen Schiffe zukommen lassen, damit sie sehen, dass sie nicht alleine sind.

Bekennt Farbe! Unsere Farbe ist orange! Zeigt die Farbe der Rettungswesten als Zeichen der grenzenlosen Solidarität mit Geflüchteten und der Seenotrettung! Bringt orangefarbene Utensilien mit, tragt Tücher und Warnwesten, Fahnen, Schilder, und so weiter!«

 
 
 
 


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