Montag 23.01.17, 17:02 Uhr

Kinder ohne Schule

Ratssprecher der Sozialen Liste, Günter Gleising, hat in der Sitzung des Haupt- und Finanz Ausschusses gefragt, wie hoch die Zahl der schulpflichtigen Flüchtlingskinder in Bochum ohne Schulbesuch ist. „Gibt es solche Kinder in Bochum und wie groß ist deren Zahl? Was sind die Gründe dafür? Welche Perspektiven haben diese Kinder?“, lauteten die Fragen.  Das Kommunale Integrationszentrum Bochum  bezieht wie folgt Stellung: “Im Jahr 2016 sind zum Stichtag 24.11.2016 insgesamt 1.874 Schülerinnen und Schüler im Kommunalen Integrationszentrum bezüglich ihrer Bildungslaufbahn beraten worden. Von diesen Schülerinnen und Schülern konnten tatsächlich 185 bislang nicht an eine Schule vermittelt werden. Dabei handelt es sich bei 63 Kindern jedoch um Lernanfängerinnen und Lernanfänger des Schuljahres 2016/17, für die derzeit noch kein akuter Handlungsbedarf besteht, so dass sich die Anzahl der tatsächlich im Moment nicht beschulten Kinder und Jugendliche auf insgesamt 123 beläuft.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig: Einerseits werden Beratungstermine durch die Eltern nicht wahrgenommen bzw. die Kinder / Jugendlichen besuchen die erfolgreich vermittelte Schule tatsächlich nicht. Diese Fälle werden vom KIBo an das Schulamt zur ordnungsbehördlichen Durchsetzung der Beschulung gemeldet. Andererseits kamen in letzter Zeit Kinder und Jugendliche nach Deutschland, die nicht oder zumindest nicht in der lateinischen Schrift alphabetisiert waren. Dies und der Umstand, dass auch die gesprochene Sprache noch nicht beherrscht wird, macht einen Schulbesuch in einer Regelklasse für alle Beteiligten unzumutbar.

Aus diesem Grunde besteht seit ca. einem Jahr eine Kooperation zwischen dem KIBo und der Hasenschule. Die Hasenschule mit Hauptsitz in Wuppertal und einem Nebenstandort in Bochum ist zertifizierte Anbieterin von Alphabetisierungskursen. Alle Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer erhalten vor Aufnahme in einen Kurs eine Eingangsdiagnostik, aus welcher hervorgeht, welcher Lernstand für das Kind / den Jugendlichen zugrunde gelegt werden kann.

Die Kosten werden im Allgemeinen über das Bildungs- und Teilhabepaket finanziert. In Ausnahmefällen werden die Kosten aus Mitteln des KIBo übernommen, wie auch die Kosten für die notwendigen Schoko-Tickets. Da in der Hasenschule ausschließlich Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II beschult werden können, wird derzeit noch an einem Konzept für die Primarstufe gearbeitet.

Darüber hinaus wird seit den Herbstferien in Kooperation mit der Treuhandstiftung der GLS Bank eine Ferienschule angeboten. Die Kosten für die Ferienschule „Herbst 2016“ sind durch Sponsorengelder finanziert und mit Erfolg durchgeführt worden. Für die Ferienschule „Ostern 2017“ werden noch Finanzierungsmöglichkeiten gesucht.“

 
 
 
 


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