Montag 14.11.16, 10:11 Uhr

Sozialdemokratischer Volkstrauertag…

...und ein Gedenken an alle Deserteure der Welt


Die jährliche Veranstaltung der Stadt Bochum und des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Volkstrauertag ist 2016 sozialdemokratisch geworden. Es ist kein reaktionäres Heldengedenken mehr, sondern eine Veranstaltung mit nachdenklichen Reden – aber ohne der geringsten Kritik an der aktuellen deutschen Militärpolitik -, mit überflüssigem sakralen Rahmen und mit ärgerlicher militärischer Präsenz. Für fast alle etwas. Bei der Kranzniederlegung wurde nicht mehr das Heldengedenklied vom guten Kameraden sondern die Nationalhymne posaunt.
Das Bochumer Friedensplenum und die DFG -VK erinnerten mit Plakaten daran, dass Soldaten vor allem Täter sind und legten einem Kranz nieder. Auf der Schleife stand: “Zum Gedenken an alle Deserteure der Welt”. Es kam zu keinen Handgreiflichkeiten gegen die FriedensaktivistInnen wie 2014. Rückblick: Video  vom Heldengedenken 2012 in Bochum.


2 LeserInnenbriefe zu "Sozialdemokratischer Volkstrauertag…" vorhanden:

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14. Nov. 2016, 17:45 Uhr

LeserInnenbrief von Friedenstaube:

Frau Genossin Gödecke und Herr Genosse OB versuchen aber krampfhaft an den Schildern der Friedensfreunde vorbeizuschauen. Haben wohl Angst vor Friedensansteckung.


 

14. Nov. 2016, 23:17 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf Feldmann:

Aber schaut auch auf Bernd Faulenbach, Vorsitzender der Historischen Kommission der SPD, mit nachdenklichem Blick auf die Kranzschleife des Friedensplenums. Er kennt die vergangenheitspolitische Positionierung der SPD sehr genau: offene Arme für Täter und Opfer. So wurde in den fünfziger Jahren der junge Wehrmachtsoberleutnant Helmut Schmidt zu den Tätern der Waffen-SS geschickt, um die “verführten Idealisten” als SPD-Wähler zu gewinnen. “Nie wieder” ist heutzutage ein kaum halbherziges Bekenntnis, wenn es die SPD als Regierungspartei zulässt, dass die Bundeswehr Minderjährige an Waffen ausbildet, damit sie als blutjunge 18-Jährige weltweit in Kriege geschickt werden. So geschah es 1944 schon meinem Vater. Zwischen Polsum und Ulfkotte schossen Tiefflieger nicht scharf genug auf den 17-Jährigen MG-Schützen. Deshalb kann ich heute diese Mahnung schreiben. Was heißt nun “Nie wieder”, Frau Landtagspräsidentin?


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