Mittwoch 19.08.15, 13:58 Uhr
Die VVN-BdA fordert:

Nordbahnhof erhalten

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten in Bochum spricht sich nachdrücklich für den Erhalt des Nordbahnhofs aus und schreibt: »Historisch bedeutsame Zeugnisse der Stadt dürfen nicht dem Abrisshammer ausgeliefert werden, sondern müssen geschützt werden. Der Nordbahnhof ist ein noch vorhandener Ort, von dem die Nazis die Transporte der Bochumer Jüdinnen und Juden in den Tod durchführten. Hier erfolgte z. B. durch den Zoll die Kontrolle über deren Vermögen, um sie danach ausrauben zu können. Der Nordbahnhof ist ein Zeugnis, an dem die Erinnerungsarbeit an den Faschismus und seine Opfer erfolgen kann und wach gehalten werden muss. Wir sprechen uns auch aus für das Anbringen entsprechender Mahntafeln oder Stelen, die das tödliche Schicksal zahlreicher Jüdinnen und Juden aus Bochum dokumentieren.«

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19. Aug. 2015, 17:11 Uhr

LeserInnenbrief von Reinhard Junge:

Mit dieser Forderung steht die VVN/BdA in Bochum nicht allein da, wie Stellungnahmen in der Tageszeitung und auf Facebook zeigen.
Der Verkauf des Bahnhofs an Fiege zeigt zugleich, dass die Bochumer “Stadtspitzen” grundsätzlich sehr leichtfertig mit Kulturdenkmälern umgehen – der Nordbahnhof ist ja nicht nur ein Zeugnis von der Un-Kultur der Nazis, sondern auch architektonisch ein Schmuckstück. Erinnert sei hier an den Abriss der bildschönen Zeche Hannibal in den 70-er Jahren, an den Versuch, den Malakoffturm an der Markstraße an Miethaie zu verhökern (Ende der Achtziger)und an die Umwandlung des ehemaligen KZs auf Zeche Gibraltar in Partyräume.
Fiege beklagt nun, der Nordbahnhof sei nicht auf rentable Weise erhaltenswert. Aber was ist mit jenen Uni-Instituten und Büros der Stadt, die z. T. in sündhaft teuren Neubauten angemietet werden? Da müsste sich doch etwas Sinnvolles finden lassen – wenn man will.


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