Sonntag 22.06.14, 09:55 Uhr
Auswertung der Kampagne gegen den rechten Wahlkampf

Umfangreiche Dokumentation

Der Bochumer Antifa-Klüngel hat eine umfangreiche Dokumentation von Antifa-Aktivitäten im vergangenen Wahlkampf veröffentlicht und schreibt: “Ziel der Kampagne war, die Gefahr, die von Neonazis und Rechtspopulist*innen im Stadtrat und den Bezirksvertretungen ausgeht, im Vorfeld der Kommunal- und Europwahlen zu thematisieren, das öffentliche Auftreten der rechten Parteien antifaschistisch zu begleiten und deren Wahlkampf zu sabotieren. Es ist uns gelungen, dieses Thema zu setzen und dabei Kreise weit über die innerlinken und alternativen Bochumer Zirkel zu erreichen. Insgesamt wurden knapp 5000 Info-Broschüren zu NPD, Pro-NRW und der AfD verteilt.” Obwohl diese Parteien Mandate im Rat und in Bezirksvertretungen errungen haben, heißt es in einem Fazit: “Dennoch ziehen wir insgesamt ein positives Fazit aus unserer Kampagne. So viele Antifa-Aktionen sind in Bochum schon länger nicht mehr gelaufen und wir haben NPD & Konsorten einmal mehr klar gemacht, dass diese Stadt ein hartes Pflaster für Nazis und Rechtspopulist*innen ist.” Zur Dokumentation.

3 LeserInnenbriefe zu "Umfangreiche Dokumentation" vorhanden:

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23. Jun. 2014, 09:34 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

Sehen wir mal ab davon, dass die links in diesem Beitrag unsicher sind und davor gewarnt wird, diese aufzurufen. Doch in welcher Realität leben diese Leute ? Da zieht eine Gruppierung, die sich Antifa-Klüngel nennt, ein insgesamt positives Fazit ihrer Aktivitäten gegen Rechts im vergangenen Wahlkampf. Ich aber sehe, dass die Soziale Liste einen Sitz verloren hat, dass die Linke einen Sitz verloren hat und dass die äusseren Rechten ihre Sitze im Rat verfünffacht haben und ebenso in den Bezirksvertretungen zugelegt haben.
Ich sehe auch, das der bürgerliche Parteien-Klüngel hier weiterhin das Sagen hat, der Klüngel, der mit seinem Filz aus städtischen Töchtern bzw. Söhnen, gehorsamer Stadtverwaltung, einer Bau- und Immobilienmafia und anderem am Kuchen interessierten Kapital seit 60 Jahren für den Mega-Scheiss in Bochum-Malochum verantwortlich ist.
Ich lasse mir doch nicht unterjubeln, dass die Parteien des Kapitals , welche die deutsche Junta bilden und die sich gern damit schmücken, das Nazi-Unkraut ausgrenzen zu wollen, das sie doch ständig neu hervorbringen, die Guten sind. Wo sie doch gleichzeitig – um nur 1 Beispiel von vielen zu nennen – Tausende von Flüchtlingen im Mittelmeer ersaufen lassen .


 

24. Jun. 2014, 00:39 Uhr

LeserInnenbrief von Sokrates:

@ Ubu:
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Da gebe ich dir grundsätzlich recht, aber gegenüber der Antifa ist es nicht ganz fair.
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Ich finde ihre Recherchearbeit sehr anerkennenswert. Da steckt jahrelange nachhaltige Arbeit drin. Sie sind oftmals besser informiert als der „Verfassungschutz“. Ob die AfD allerdings der relevante Gegner ist und ob diese Tendenzen auf diese Weise bekämpft werden können wage ich zu bezweifeln. Die AfD wird „durchmarschieren“, wenn auch nicht siegen wie der „Front national“. Die CDU wird dankbar sein, wieder auswählen zu können, wer sie an der Macht hält. Die SPD (und andere?) wird sich nach rechts anpassen. Wenn das, wie du richtig andeutest, noch nötig ist.
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Von den 30% arm gemachten im Ruhrgebiet werden die Neu-Rechten der AfD und die Alt-Rechten gewählt werden, ebenso von statusbedrohten Mittelschichtigen. Soziale Verunsicherung schafft die Grundlage für die europäische Entwicklung nach rechts. Die wenig nachhaltigen Aktivitäten der meisten sich dem linken Spektrum zurechnenden Gruppen und ihre Entwürfe (sofern vorhanden) bieten keine Alternative. Das ist nicht der Antifa anzulasten.
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Im neuen Programm des Bhf. Lgdr. Juli/August ist auf der S. 4 unten eine Realsatire zu finden: der „von oben“ verordnete „heisse Herbst“. Erinnert sehr an den “heissen Sommer“ eines gewissen DGB. Am 27.08. soll in einer Abendveranstaltung der Startschuss fallen für „Unruhe und Bewegung … ab Herbst 2014“.
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Die Initiator_innen von Occupy und Bahnhof Langendreer sind an nachhaltiger und wirksamer alltäglicher Widerstands- und Unterstützungsarbeit nicht beteiligt. Gruppen, die zu den beispielhaft aufgelisteten Themen solide Arbeit leisten werden so klug sein, nicht dort aufzulaufen. Dieser Ansatz ist müssig, es ist das hinlänglich bekannte und nichtsnutzige Kampagnen(un)wesen und ein Aktionismus, der Luftschlösser aufbläst und bald verpufft.
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Gutes und Nachhaltiges entwickelt sich derzeit im Bereich der Flüchtlingsarbeit, Interessantes in Initiativen in gebeutelten Stadtteilen wie Laer und Riemke, es fehlt an Ungehorsam und Widerstand in Betrieben (und zunehmend ökonomisierten Verwaltungsbetrieben). Überlebensnotwenig wäre das in den ebenfalls immer mehr ökonomisierten Bereichen Soziales und Bildung. Die Zustände an Schulen sind grausam (Inklusion!), für Jobcenter-Betroffene ebenso, nicht weniger in Krankenhäusern, Pflegeheimen, im Knast, Psychiatrie, Jugendamt … .
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Da braucht es keinen „heissen Herbst“ sondern nachhaltige Basisarbeit von vorgestern bis übermorgen.


 

24. Jun. 2014, 19:09 Uhr

LeserInnenbrief von Lischen:

@ Sokrates

“Ich finde ihre Recherchearbeit sehr anerkennenswert. Da steckt jahrelange nachhaltige Arbeit drin.”

Meinst Du das ernst? Von welcher Antifa sprichst Du, wenn Du so etwas schreibst? Doch nicht etwa den “Antifa Klüngel”. Der bedient sich sich auf seiner Recherche- Site der Arbeit anderer, um bei Leuten genau solch ein Image zu entwerfen, das Du hier wiedergibst.
Wenn Du schon vor irgendwelchen Face-Initiativen im Bahnhof warnst, dann hype nicht andere.


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