Mittwoch 12.09.12, 20:09 Uhr

BezirksschülerInnenvertretung kritisiert Jugendamtsleiter Mehring

Die BezirksschülerInnenvertretung schreibt in einer Stellungnahme: »Am Mittwoch, dem 12. September 2012 fand im Bochumer RuhrCongress eine vom Bochumer Jugendamt organisirte Berufsbildungsmesse statt. Schülerinnen und Schüler der Bezirksschüler_innenvertretung fanden sich dort ein, um gegen den anwesenden Werbestand der Bundeswehr zu demonstrieren. Hierbei wurden zwei Personen, die bundeswehrkritische Flyer verteilten, von Securitys ohne Rechtfertigung körperlich angegriffen. Eine der Betroffenen war die stellvertretende Sprecherin der BSV Bochum.
Die Bezirksschüler_innenvertretung und Aktivist_(en/innen) aus der Friedensbewegung stellten sich mit Transparenten und Flugblättern neben dem Werbestand der Bundeswehr auf. Als die Protestierenden der BSV anfingen, Flugblätter zu verteilen, wurden sie von Securitys daran gehindert. Ein Protestierender wurde sofort und ohne Vorwarnung auf brutale Weise fixiert und aus dem RuhrCongress befördert. Die zur Deeskalation herbeieilende stellvertretende Sprecherin der Bezirksschüler_innenvertretung, Julia Trietsch, wurde bei dieser Gelegenheit nicht weniger brutal aus dem Gebäude befördert. All das geschah des unter den Augen des Bochumer Jugendsamtsleiters Dolf Mehring. Eine Strafanzeige wegen Körperverletzung machten die Sicherheitsleute unmöglich, da sie sich weigerten, ihren Namen zu nennen.
„Die Brutalität der Sicherheitsleute ist für sich genommen bereits nicht akzeptabel. Dass allerdings der Jugendsamtsleiter der Stadt Bochum als Hausherr nicht einschreitet, wenn er solche Gewalt gegen demonstrierende Schüler_innen mit eigenen Augen mitbekommt ist schockierend“, äußert sich Julia Trietsch über den Vorfall. Die Bezirkschüler_innenvertretung fordert die Verantwortlichen, insbesondere das Jugendamt Bochum und das anwesende Security Unternehmen auf, zu dem Vorfall Stellung zu beziehen und sich bei den Schüler_innen zu entschuldigen. Vor Ort verweigerte der Jugendamtsleiter Dolf Mehring gegenüber anderen Protestierenden eine Stellungnahme.
„Es kann nicht sein, dass es bei einer Aktion an der sich unter anderem engagierte, teils minderjährige Schülerinnen und Schüler beteiligen, zu derartig brutalen Übergriffen kommt. Uns stellt sich die Frage, was für eine Botschaft dies an sich friedlich engagierende Schüler_innen sein soll?“, fragt Sarah Kreimendahl, Sprecherin der BSV Bochum.
Ziel der Aktion war es, Schüler_innen auf die einseitige Werbung durch die Bundeswehr aufmerksam zu machen und klar zu stellen, dass die Bundeswehr kein Arbeitgeber wie jeder andere ist.
„Unter dem Deckmantel der Berufsbildung sollte hier eine bestimmte politische Auffassung unter den Schüler_innen verbreitet werden. Schüler_innen wurden nicht über dieses kontroverse Thema informiert, sondern sollten mit manipulativen Methoden für den Krieg begeistert werden“, so Sarah Kreimendahl weiter.
Die Bezirksschüler_innenvertretung Bochum ist die gewählte Vertretung der Bochumer Schüler_innenschaft. Sie ist seit Anfang 2011 in Bochum aktiv. Schon Mitte 2011 fassten die Bochumer Schüler_innen auf ihrer Vollversammlung mit großer Mehrheit den Beschluss, die Präsenz der Bundeswehr in Schulen und auf Berufsbildungsmessen abzulehnen.«

2 LeserInnenbriefe zu "BezirksschülerInnenvertretung kritisiert Jugendamtsleiter Mehring" vorhanden:

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14. Sep. 2012, 15:48 Uhr

LeserInnenbrief von dawazangp:

Wenn die Sicherheit unserer Kinder in den Händen solcher Menschen liegt, die Verantwortung für genau deren Sicherheit tragen, dann frage ich mich, ob der Bochumer Jugendamtsleiter Dolf Mehring nicht schon längst suspendiert sein sollte. Wie soll ein jugendlicher Mensch Vertrauen entwickeln, wenn die nur zuschauen und nichts tun, anstatt denen zu helfen, die ihrem Schutz empfohlen sind.
Mehring, trete zurück und gib deinen Job ab, zugunsten eines oder einer deiner Mitarbeiter/innen die Kompetenz, Engagement und auch Zivilcourage haben.
Auf dass dieser Vorfall noch in anderen Medien thematisiert wird.

Gruss DawaZangpo


 

17. Sep. 2012, 16:14 Uhr

LeserInnenbrief von Falk Moldenhauer:

Was würde der Friedenskämpfer und Antifaschist Kurt Tucholsky dazu sagen?

“Jubel über militärische Schauspiele ist eine
Reklame für den nächsten Krieg. Man drehe diesem
Kram den Rücken oder bekämpfe ihn aktiv.
Auch wohlwollende Zuschauer sind eine Bestätigung.”

Kurt Tucholsky, schon 1927

Volle Solidarität für die BezirkschülerInnenvertre-
tung und Respekt hoch drei!
Falk Moldenhauer, früher Angestellter im Jugendamt der Stadt Lüdenscheid, Siegen und Iserlohn


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