Mittwoch 02.11.11, 20:15 Uhr
Billige Kohle auf Kosten von Mensch und Umwelt

Steinkohleimporte aus Kolumbien

Am Dienstag, den 08.11., um 19.30 sind im Bahnhof Langendreer der Bergbaureferent der Menschenrechtsorganisation FIAN Sebastian Rötters sowie Gloria Holguin, Researcherin (u.a.) für FIAN in Kolumbien zu Gast. Die Veranstaltung ist Teil einer Rundreise, mit der FIAN eine Kampagne zu den Steinkohleimporten aus Kolumbien startet: Das südamerikanische Land ist der zweitgrößte Steinkohlelieferant für deutsche Kraftwerke. In der Ankündigung heißt:  »Hiesige Stromkonzerne profitieren von der billigen Energie, während in Kolumbien durch den Kohleabbau massiv Menschenrechte verletzt werden und die Umwelt zerstört wird.
Menschen werden gewaltsam vertrieben oder sogar ermordet, um Land an Bergbaukonzerne zu verkaufen. Die Arbeitsbedingungen im Tagbau sind extrem schlecht und gesundheitsschädlich, tödliche Unfälle keine Seltenheit. Gewerkschaftliche Arbeit ist gefährlich bis tödlich, die Rate an ermordeten Gewerkschaftern ist hoch, gewerkschaftliche organisierte Arbeiter müssen immer mit schweren Repressalien rechnen. Siedlungsgebiete von indigenen Gruppen werden durch den Tagbau zerstört und Kleinbauern verlieren ihre Lebensgrundlage. Wälder werden gerodet und Wasservorräte verbraucht. Das Thema Steinkohleimporte ist von lokaler Brisanz: So importiert die Steag Kohle aus Kolumbien und betreibt dort auch ein eigenes Kraftwerk. Die Stadtwerke Bochum gehören zum Stadtwerke Konsortium Rhein Ruhr, das über eine Mehrheitsbeteiligung an Steag verfügt. Der Stadtwerke-Verbund Trianel, an dem die Stadtwerke Bochum auch beteiligt sind, baut in Lünen ein Kohlekraftwerk, das ebenfalls kolumbianische Steinkohle beziehen will. Sebastian Rötters wird in der Veranstaltung, die in Kooperation mit dem AK Lateinamerika stattfindet, die Verbindung zwischen Kolumbien und den deutschen Kraftwerksbetreibern darstellen. Gloria Holguin berichtet von der Situation im Department Cesar, das von verschiedenen ausländischen Großunternehmen praktisch überrannt wird.«

 
 
 
 


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