131 Herner Straße

Am Freitag, den 19. Mai 2017 haben AktivistInnen ein leerstehendes Haus in der Herner Straße 131 besetzt. Damit protestieren sie einerseits gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und unkommerziellen Kulturangeboten und wollen andererseits konkret eine Alternative schaffen. In dem Haus, das aus Ladenlokalräumen im Erdgeschoss sowie Wohnungen in den Obergeschossen besteht, wollen sie Raum für soziale und politische Projekte schaffen. Beiträge die hierzu auf bo-alternativ.de veröffentlicht wurden.


Samstag 10.06.17, 11:18 Uhr

Perspektiven für die Herner Straße 131 1

Die AktivistInnen im besetzten Haus in der Herner Straße 131 haben auf ihrer Webseite ihr Nutzungskonzept für das Gebäude veröffentlicht. Die WAZ berichtet in ihrem Bochumer Lokalteil heute: »Die GLS-Bank hat Kontakt zu den Besetzern des Hauses an der Herner Straße aufgenommen. „Wir möchten helfen“, sagt Vorstandsmitglied Christina Opitz. Nächste Woche soll in einem Gespräch mit Besetzern und Mieterverein ausgelotet werden, wie das aussehen könnte.“«


Donnerstag 08.06.17, 18:34 Uhr

Nutzungskonzept

Die InstandbesetzerInnen in der Herner Straße 131 haben heute ihr Nutzungskonzept für das Haus vorgestellt. Das Ladenlokal soll zukünftig ein Kommunikationsort für die Nachbarschaft werden und die Wohnungen in den darüber liegenden Etagen sollen zu einem Projekt gemeinschaftlichen Wohnens ausgebaut werden. Das ausführliche Konzept soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Kurzfristig wollen die AktivistInnen erreichen, dass der Termin der Zwangsversteigerung aufgehoben wird. GläubigerIn der verschuldeten Hausbesitzerin ist offenbar die Stadt oder das Finanzamt. Ziel der BesetzerInnen ist es, dass die Stadt das Haus erwirbt und zu günstigen Bedingungen zur Verfügung stellt. Die BesetzerInnen setzen dafür das denkmalgeschützte Haus in Stand und schaffen erschwinglichen Wohnraum.


Donnerstag 08.06.17, 18:10 Uhr
Michael Wenzel vom Mieterverein zur Hausbesetzung:

Die Stadt hat eine besondere Verantwortung

Der Geschäftsführer des Bochumer Mietervereins Michael Wenzel macht in einem Brief an den Oberbürgermeister Vorschläge, wie mit dem besetzten Haus umgegangen werden soll:» Natürlich stellt die Hausbesetzung in der Herner Straße 131 einen rechtswidrigen Akt dar und erfüllt den Tatbestand des Hausfriedensbruchs. Gleichwohl legt er unseres Erachtens aber auch den Finger in eine offene Wunde der Stadt Bochum.  Wir haben in der Vergangenheit immer wieder, auch im Gespräch mit Ihnen, darauf hingewiesen, dass ein Wohnungsleerstand von nach offiziellen Angaben immerhin 7.500 Wohnungen nicht akzeptabel ist. Erst recht nicht, wenn immer noch die Hälfte aller 2015 gekommenen Flüchtlinge in Notunterkünften lebt und die alteingesessene Bevölkerung, wenn sie auf preiswerten Wohnraum angewiesen ist, zunehmend Schwierigkeiten hat, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. mehr…


Montag 05.06.17, 08:21 Uhr

Nutzungskonzept für besetztes Haus

Am Donnerstag, den 8. 6. stellen die BesetzerInnen des Hauses an der Herner Straße 131 um 19 Uhr ihr vorläufiges Nutzungskonzept vor. Sie erklären: »Wir wollen die Herner131 langfristig nutzen! Neben den permanent voranschreitenden Renovierungsarbeiten/Neueinrichtungen und dem wachsenden Veranstaltungskalender, arbeiten wir deshalb aktuell an einem Konzept, wie genau wir das Haus langfristig nutzen wollen. Da gibt es schon einen Haufen toller Ideen. Diese wollen wir euch gebündelt am Donnerstag, den 8. Juni, um 19 Uhr bei uns hinten im Hof präsentieren. Nach der Vorstellung unseres Nutzungskonzeptes und weiteren Infos zur aktuellen Lage in der Herner131, freuen wir uns, mit euch zu diskutieren. Eure Kritik und eure Anregungen sind uns ebenfalls willkommen.  der Infoladen wird geöffnet sein.«
Am heutigen Montag gibt es in der Herner Straße ab 19 Uhr für alle die Gelegenheit „Texte vorzustellen (müssen nicht selbstgeschrieben sein)“. Lukas Jötten wird mit seinem Text „Volkswirtschaftlich bedeutsame Träume von Pudeldamen“ dabei sein.


Freitag 02.06.17, 14:35 Uhr
Grüne Jugend: Rot-Grün soll sich für besetztes Haus stark machen!

Volle Solidarität

Die Grüne Jugend schreibt: »Seit mittlerweile 19 Tagen ist ein Haus an der Herner Straße in Bochum durch Aktivist*innen besetzt. Dazu erklären Pia Scholten und Frederik Antary, Sprecher*innen der Grünen Jugend Bochum: Bochum steht vor großen Herausforderungen in der Bau- und Wohnungspolitik. Die Aktivisten und Aktivistinnen an der Herner Straße setzen zu Recht ein Zeichen für bezahlbaren Wohnraum in der ganzen Stadt und haben deshalb unsere volle Solidarität. Die Hausbesetzung ist außerdem ein Zeichen für gemeinschaftlich genutzte Freiräume und bietet die Chance, ein gesamtes Stadtviertel zu bereichern. Wir fordern die rot-grüne Ratskoalition deswegen auf, sich für Lösungen, die eine Aufrechterhaltung der Besetzung ermöglichen, stark zu machen. Auch nach unserer Besichtigung entstand der Eindruck, dass die im Übrigen sehr gut organisierten Aktivisten und Aktivistinnen das Haus zu einem gemütlichen und modernen Ort machen, an dem alle willkommen sind und mitmachen können. Wir können allen Menschen egal ob jung und alt raten vorbei zuschauen!«


Donnerstag 01.06.17, 19:37 Uhr

„Wir sind das Gegenteil von Grau“

Die BesetzerInnen des Gebäudes an der Herner Straße berichten: »Auch heute gehen im besetzten Haus an der Herner Straße vor allem innere Renovierungen voran. Die Arbeitsgruppe an Aktivist*innen die sich um das Programm kümmert, welches die Herner Str. 131 zu mehr als einem Wohnprojekt macht, hat viel geplant für die kommenden Tage. Ein Programmpunkt ist die Filmvorführung des Filmes „Das Gegenteil von Grau“ am Freitag um 19 Uhr. Die Produktion von Matthias Coers und unseren Unterstützer*innen Recht auf Stadt Ruhr befasst sich mit dem alternativen Leben in praktischen Utopien, entstanden in Leerständen wie der Herner131 im Ruhrgebiet.
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Donnerstag 01.06.17, 17:42 Uhr

Ein skandalöser Missstand

Die Soziale Liste erklärt in einer Pressemitteilung: »In verdienstvoller Weise zeigen die Instandbesetzer/Innen des Hauses Hernerstr. 113 die vielen Defizite in der Wohnungspolitik in Bochum auf. ŸDie aktuelle Leerstandsquote von über 7.000 Wohnungen ist ein skandalöser Missstand der von der Stadt Bochum geduldet wird. Eine Konzeption zum Umgang bzw. zur Beseitigung dieses Missstandes ist nicht in Sicht. ŸZudem hat der soziale Wohnungsbau in Bochum in den vergangenen 10 Jahren einen beispiellosen Niedergang erfahren. Waren im Jahr 2004 noch 25.000 Sozialwohnungen in Bochum vorhanden, werden es 2017 nur noch 11.000 sein. Tendenz weiter sinkend. ŸDie VBW, Vonovia und andere Unternehmungen nutzen den Mietspiegel um drastische Mieterhöhungen von bis zu 10 % jährlich durchzusetzen. Da die „Wohnungswirtschaft“, auch die VBW, wenig Interesse am sozialen Wohnungsbau zeigt, sieht die Soziale Liste die Notwendigkeit eines höheren Engagements durch die Stadt Bochum in dieser Frage. mehr…


Donnerstag 01.06.17, 17:33 Uhr

HausbesetzerInnen suchen
Gespräch mit der Stadt

Die Aktivist*innen aus dem besetzten Haus in der Herner Straße 131 wenden sich in einem offenen Brief an die Stadt Bochum. In dem Schreiben, welches am Donnerstag dem Büro von OB Eiskirch und weiteren VertreterInnen der Stadt übergeben wurde, wird um eine Gesprächsaufnahme gebeten. In einer Erklärung dazu heißt es: »Die Aktivist*innen sind zuversichtlich eine gemeinsame Lösung zu finden und wollen ein dauerhaftes Nutzungkonzept erarbeiten. „Das Haus ist nun seit fast zwei Wochen besetzt und wird von uns systematisch in Stand gesetzt. Im seit 16 Jahren leerstehenden Ladenlokal wurde ein Begegnungscafé eröffnet, es fanden bereits verschiedene Veranstaltungen mit teilweise bis zu 300 Gästen statt“ so Aktivistin Bianca Setzer. mehr…


Montag 29.05.17, 21:43 Uhr
Diskussion in der Herner Straße 131:

Wo wir stehen

Im besetzten Haus in der Herner Straße 131 findet am Dienstag, den 30. Mai um 19 Uhr eine „Fortsetzung der öffentlichen Diskussion über (diesen) verdammten Leerstand“. In der Ankündigung heißt es: »Seit über einer Woche wird die Herner Straße 131 besetzt. Ein Ladenlokal, das als „Infoladen“ dient, wurde am Samstag mit Kaffee und Kuchen eröffnet. Sonntagnachmittag legte der Bochumer Umsonstladen einen Teil seiner Artikel zum Verschenken aus. Ein Rechtshilfevortrag informierte über Strafandrohungen für Besetzer*innen. Das Haus ist unübersehbar zum Leben erwacht.
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Montag 29.05.17, 08:46 Uhr
Silke Brockmann erinnert an den Herbst 1980:

Die erste Hausbesetzung in Bochum


Die Hausbesetzung in der Hernerstr. 131 hat Silke Brockmann zum Anlass genommen, die „Geschichte der Hausbesetzungen in Bochum“ als Zeitzeugin zu vervollständigen und an die erste Hausbesetzung in Bochum zu erinnern: »Das erste in Bochum besetzte Wohnhaus war das in der Bergstrasse 115, das bis kurz vor der Besetzung der Stadt Bochum gehört hatte und – leider – nur wenige Tage vor der Besetzung, nämlich am 1.10.1980, auf die Firma Schneiderbau Trägergesellschaft umgeschrieben worden war (was dafür spricht, dass es einen V-Mann in Umkreis der Vorbereitenden gab…spekuliere ich mal, denn unserer Aktion sollte natürlich ausdrücklich gegen einen öffentlichen Eigentümer gerichtet sein, so wurde die ganze Stoßrichtung verkompliziert). Federführend war damals der sog. „Rote-Punkt“, der vom AStA der RUB (getragen von SHB und MSB) unterstützt wurde. mehr…


Samstag 27.05.17, 21:40 Uhr

Bericht aus der Hernerstraße 131

Die BesetzerInnen der Hernerstraße 131 berichten: Rund 300 Menschen waren am Freitag, den 26.05., zu Besuch in der Herrner Straße 131. Eine Woche ist seit Beginn der Aktion vergangen, was die Besetzer*innen zum Anlass nahmen, zu einer Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener Institutionen und Gruppen einzuladen. Im Anschluss an die vielen Wortbeiträge von Podium und Publikum gab es im provisorischen Infoladen ein erstes Solidaritätskonzert, das in dem hundert Jahre alten Haus die Balken zum Beben brachte. mehr…