131 Herner Straße

Am Freitag, den 19. Mai 2017 haben AktivistInnen ein leerstehendes Haus in der Herner Straße 131 besetzt. Damit protestieren sie einerseits gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und unkommerziellen Kulturangeboten und wollen andererseits konkret eine Alternative schaffen. In dem Haus, das aus Ladenlokalräumen im Erdgeschoss sowie Wohnungen in den Obergeschossen besteht, wollen sie Raum für soziale und politische Projekte schaffen. Beiträge die hierzu auf bo-alternativ.de veröffentlicht wurden.


Freitag 02.06.17, 14:35 Uhr
Grüne Jugend: Rot-Grün soll sich für besetztes Haus stark machen!

Volle Solidarität

Die Grüne Jugend schreibt: »Seit mittlerweile 19 Tagen ist ein Haus an der Herner Straße in Bochum durch Aktivist*innen besetzt. Dazu erklären Pia Scholten und Frederik Antary, Sprecher*innen der Grünen Jugend Bochum: Bochum steht vor großen Herausforderungen in der Bau- und Wohnungspolitik. Die Aktivisten und Aktivistinnen an der Herner Straße setzen zu Recht ein Zeichen für bezahlbaren Wohnraum in der ganzen Stadt und haben deshalb unsere volle Solidarität. Die Hausbesetzung ist außerdem ein Zeichen für gemeinschaftlich genutzte Freiräume und bietet die Chance, ein gesamtes Stadtviertel zu bereichern. Wir fordern die rot-grüne Ratskoalition deswegen auf, sich für Lösungen, die eine Aufrechterhaltung der Besetzung ermöglichen, stark zu machen. Auch nach unserer Besichtigung entstand der Eindruck, dass die im Übrigen sehr gut organisierten Aktivisten und Aktivistinnen das Haus zu einem gemütlichen und modernen Ort machen, an dem alle willkommen sind und mitmachen können. Wir können allen Menschen egal ob jung und alt raten vorbei zuschauen!«


Donnerstag 01.06.17, 19:37 Uhr

„Wir sind das Gegenteil von Grau“

Die BesetzerInnen des Gebäudes an der Herner Straße berichten: »Auch heute gehen im besetzten Haus an der Herner Straße vor allem innere Renovierungen voran. Die Arbeitsgruppe an Aktivist*innen die sich um das Programm kümmert, welches die Herner Str. 131 zu mehr als einem Wohnprojekt macht, hat viel geplant für die kommenden Tage. Ein Programmpunkt ist die Filmvorführung des Filmes „Das Gegenteil von Grau“ am Freitag um 19 Uhr. Die Produktion von Matthias Coers und unseren Unterstützer*innen Recht auf Stadt Ruhr befasst sich mit dem alternativen Leben in praktischen Utopien, entstanden in Leerständen wie der Herner131 im Ruhrgebiet.
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Donnerstag 01.06.17, 17:42 Uhr

Ein skandalöser Missstand

Die Soziale Liste erklärt in einer Pressemitteilung: »In verdienstvoller Weise zeigen die Instandbesetzer/Innen des Hauses Hernerstr. 113 die vielen Defizite in der Wohnungspolitik in Bochum auf. ŸDie aktuelle Leerstandsquote von über 7.000 Wohnungen ist ein skandalöser Missstand der von der Stadt Bochum geduldet wird. Eine Konzeption zum Umgang bzw. zur Beseitigung dieses Missstandes ist nicht in Sicht. ŸZudem hat der soziale Wohnungsbau in Bochum in den vergangenen 10 Jahren einen beispiellosen Niedergang erfahren. Waren im Jahr 2004 noch 25.000 Sozialwohnungen in Bochum vorhanden, werden es 2017 nur noch 11.000 sein. Tendenz weiter sinkend. ŸDie VBW, Vonovia und andere Unternehmungen nutzen den Mietspiegel um drastische Mieterhöhungen von bis zu 10 % jährlich durchzusetzen. Da die „Wohnungswirtschaft“, auch die VBW, wenig Interesse am sozialen Wohnungsbau zeigt, sieht die Soziale Liste die Notwendigkeit eines höheren Engagements durch die Stadt Bochum in dieser Frage. mehr…


Donnerstag 01.06.17, 17:33 Uhr

HausbesetzerInnen suchen
Gespräch mit der Stadt

Die Aktivist*innen aus dem besetzten Haus in der Herner Straße 131 wenden sich in einem offenen Brief an die Stadt Bochum. In dem Schreiben, welches am Donnerstag dem Büro von OB Eiskirch und weiteren VertreterInnen der Stadt übergeben wurde, wird um eine Gesprächsaufnahme gebeten. In einer Erklärung dazu heißt es: »Die Aktivist*innen sind zuversichtlich eine gemeinsame Lösung zu finden und wollen ein dauerhaftes Nutzungkonzept erarbeiten. „Das Haus ist nun seit fast zwei Wochen besetzt und wird von uns systematisch in Stand gesetzt. Im seit 16 Jahren leerstehenden Ladenlokal wurde ein Begegnungscafé eröffnet, es fanden bereits verschiedene Veranstaltungen mit teilweise bis zu 300 Gästen statt“ so Aktivistin Bianca Setzer. mehr…


Montag 29.05.17, 21:43 Uhr
Diskussion in der Herner Straße 131:

Wo wir stehen

Im besetzten Haus in der Herner Straße 131 findet am Dienstag, den 30. Mai um 19 Uhr eine „Fortsetzung der öffentlichen Diskussion über (diesen) verdammten Leerstand“. In der Ankündigung heißt es: »Seit über einer Woche wird die Herner Straße 131 besetzt. Ein Ladenlokal, das als „Infoladen“ dient, wurde am Samstag mit Kaffee und Kuchen eröffnet. Sonntagnachmittag legte der Bochumer Umsonstladen einen Teil seiner Artikel zum Verschenken aus. Ein Rechtshilfevortrag informierte über Strafandrohungen für Besetzer*innen. Das Haus ist unübersehbar zum Leben erwacht.
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Montag 29.05.17, 08:46 Uhr
Silke Brockmann erinnert an den Herbst 1980:

Die erste Hausbesetzung in Bochum


Die Hausbesetzung in der Hernerstr. 131 hat Silke Brockmann zum Anlass genommen, die „Geschichte der Hausbesetzungen in Bochum“ als Zeitzeugin zu vervollständigen und an die erste Hausbesetzung in Bochum zu erinnern: »Das erste in Bochum besetzte Wohnhaus war das in der Bergstrasse 115, das bis kurz vor der Besetzung der Stadt Bochum gehört hatte und – leider – nur wenige Tage vor der Besetzung, nämlich am 1.10.1980, auf die Firma Schneiderbau Trägergesellschaft umgeschrieben worden war (was dafür spricht, dass es einen V-Mann in Umkreis der Vorbereitenden gab…spekuliere ich mal, denn unserer Aktion sollte natürlich ausdrücklich gegen einen öffentlichen Eigentümer gerichtet sein, so wurde die ganze Stoßrichtung verkompliziert). Federführend war damals der sog. „Rote-Punkt“, der vom AStA der RUB (getragen von SHB und MSB) unterstützt wurde. mehr…


Samstag 27.05.17, 21:40 Uhr

Bericht aus der Hernerstraße 131

Die BesetzerInnen der Hernerstraße 131 berichten: Rund 300 Menschen waren am Freitag, den 26.05., zu Besuch in der Herrner Straße 131. Eine Woche ist seit Beginn der Aktion vergangen, was die Besetzer*innen zum Anlass nahmen, zu einer Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener Institutionen und Gruppen einzuladen. Im Anschluss an die vielen Wortbeiträge von Podium und Publikum gab es im provisorischen Infoladen ein erstes Solidaritätskonzert, das in dem hundert Jahre alten Haus die Balken zum Beben brachte. mehr…


Freitag 26.05.17, 21:54 Uhr

Instandbesetzen statt Kaputtbesitzen!

Die AktivistInnen des besetzten Hauses in der Herner Straße haben sich heute mit einem Brief an die Verantwortlichen der Stadtverwaltung gewandt: »Wie Sie sicherlich bereits wissen, ist das Haus der Herner Straße 131 (Squat Bo), welches seit einem guten dreiviertel Jahr leersteht und seinem eigenen Schicksal überlassen wird, seit Freitag, dem 19.05.2017, durch Menschen der unterschiedlichsten Couleur besetzt. Trotz überregionalem medialem Interesse gibt es seitens der Vertreter*Innen der Stadt Bochum keine Stellungnahme. Das halten wir, die Hernerstr. 131, für dringend erforderlich, um bezüglich der Hernerstr. 131 und weiterer Leerstände gemeinsam einen Umgang zu finden. Um unsere aktive Verkollektivierung zur Zweckenteignung zu erläutern, gehen wir zunächst auf das Gebäude ein. Insbesondere dieses Haus bietet einen perfekten Rahmen, um als Wohnraum sowie Stadteilzentrum in die städtische Infrastruktur einzugehen. Zusätzlich steht das Gebäude unter Denkmalschutz, der einen besonderen Wert für Stadt und Gesellschaft bedeutet. Um diesen besonderen Wert zu erhalten, muss das Gebäude renoviert und saniert werden. mehr…


Donnerstag 25.05.17, 22:08 Uhr

Auf dem Mittelstreifen vorm Café

Heute Mittag hielt ein Streifenwagen der Polizei auf dem Mittelstreifen vor dem besetzten Haus in der Herner Straße. Die BeamtInnen waren offensichtlich völlig irritiert, dass die Ladentür des Hauses sperrangelweit geöffnet war. Im Polizeihandbuch steht wahrscheinlich im Kapitel „Hausbesetzungen“, dass dort immer alles verbarrikadiert ist. Das Ladenlokal  wurde heute als Café aufgehübscht und lädt zum Besuch ein. Parkett ist schon verlegt. mehr…


Donnerstag 25.05.17, 00:16 Uhr
Podiumsdiskussion am Freitag in der Herner Straße 131

Leerstände und Perspektiven 1

Am Freitag, den 26. 5. findet um 19 Uhr  im Hinterhof des besetzten Hauses in der Herner Straße eine Podiumsdiskussion statt. In der Einladung heißt es: »Vielleicht haben Sie es mitbekommen, einige junge Menschen haben das vor sich hingammelnde Haus, die Herner Straße 131 besetzt. Auf der Front stehen Sprüche wie „Eigentum ist Diebstahl“, eine Aussage die unsere Motivation ganz gut unterstreicht. Falls Sie sich jetzt fragen, was in aller Welt wir da wollen und wieso wir glauben, dass man sich ein leerstehendes Haus einfach nehmen kann, laden wir Sie herzlich ein, diese und viele andere Fragen mit uns zu diskutieren. Um verschiedene Perspektiven auf die Problematik des Leerstandes und der Stadtpolitik in Zeiten des überbordernden Immobilienmarktes zu geben, haben wir uns einige gut informierte Gäste eingeladen. Mit dabei sind: mehr…


Mittwoch 24.05.17, 23:30 Uhr

Die Besetzung floriert – erstes Nachbarschaftstreffen durchgeführt

Die BesetzerInnen des Gebäudes an der Hernerstraße 131 teilen in einer Presseerklärung mit: »An Tag 5 ihrer Besetzung des Hauses in der Herner Straße 131 sind die Aktiven zuversichtlicher denn je. Eine Podiumsdiskussion am Freitagabend vor Ort und ein erstes Kommuniqué sollen Klarheit über ihrer Ziele und die Möglichkeiten ihrer Verwirklichung verschaffen. Bochum. Seit 5 Tagen fühlen sich Angehörige älterer Generationen zurück in der 80er Jahre versetzt: ein Wohn- und Geschäftshaus wurde besetzt. „Und das, obwohl die letzten Besetzungen als politisches Mittel im Kampf gegen Studiengebühren an der Ruhr-Uni Bochum geführt wurden“, erinnert Bianca Setzer, eine der Pressesprecher*innen. „In den Jahren 2006 und 2009 ging es allerdings um gänzlich andere Themen“, so Setzer weiter. mehr…


Dienstag 23.05.17, 18:37 Uhr

Solidarität mit der Instandbesetzung

Die am gestrigen Montag veröffentlichte Stellungnahme des Netzwerks Stadt für alle zur Besetzung des Hauses Herner Straße 131 hat eine Solidaritätswelle ausgelöst. Viele Gruppen und Organisationen unterstützen nun den Text. Die Liste bisher:  Bochumer Linksfraktion; Bochum-Prekär; Compania Bataclan; Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e.V.;Netzwerk Stadt für alle Bochum; Netzwerk X; One World Dappe e.V.; Partei Die Linke Bochum; Radio El Zapote; Redaktion bo-alternativ; Soziale Liste im Rat; Soziokulturelles Zentrum Bhf. Langendreer; Soziales Zentrum Bochum; Tierbefreier Bochum; botopia und labournet.“


Dienstag 23.05.17, 17:18 Uhr
Mieterverin zur Hausbesetzung:

Reden, nicht räumen!

Der Mieterverein Bochum zeigt Verständnis für die Hausbesetzer*innen an der Herner Straße. Geschäftsführer Michael Wenzel: „Es ist schade, das junge Leute zu rechtswidrigen Mitteln genötigt werden, um ein wichtiges und richtiges Signal zu setzen. Nach offiziellen Angaben stehen in dieser Stadt immer noch mehr als 7000 Wohnungen leer. Gleichzeitig wird es für Einkommensschwache immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden, und die Hälfte aller Flüchtlinge lebt immer noch in Übergangs-Unterkünften.“ mehr…


Montag 22.05.17, 15:17 Uhr

Instandbesetzung 1

Das Netzwerk  Stadt für Alle Bochum begrüßt die Initiative gegen Leerstand in der Herner Straße und schreibt: »Am 19.5.17 hat eine Gruppe von jungen Bochumer*innen das Haus Herner Str.131 besetzt. Das denkmalgeschützt Gebäude war seit einem dreiviertel Jahr komplett leerstehend. Zuvor war das Geschäft im Ladenlokal sowie die Bewohner*innen der 8 Mietwohnungen ausgezogen. Es gab massiven Instandhaltungsstau, Schimmelprobleme und kaum noch sichtbares Handeln der Vermieterin. Daher unterstützen wir die Forderung der Besetzer*innen den Leerstand zu beenden.  Das Haus Herner Str. 131 steht exemplarisch für viele leerstehende Gebäude in Bochum. Sie sind de facto nicht nutzbar. In diesem Fall scheint die Vermieterin finanziell und/oder organisatorisch nicht in der Lage gewesen zu sein, die Wohnungen im bewohnbaren Zustand zu halten. In anderen Fällen weigern sich Vermieter gute Wohnungen zu vermieten. Die Folge ist die Gleiche, die Wohnung bleibt leer und wird mit der Zeit immer unbewohnbarer. mehr…


Sonntag 21.05.17, 13:04 Uhr

Unterstützung für die BesetzerInnen 1

Die „Anarchistische Unterstützungsgruppe für 131BO“ schreibt: »Wir waren gestern Nachmittag in der Innenstadt und Umgebung unterwegs und haben dort unseren Soliflyer in etwa ein Dutzend linken Läden, einigen Straßen sowie an Passant*innen verteilt. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Neben ein paar negativen, waren viele sehr positive dabei. Einige Menschen berichteten uns auch, dass sie bereits von der Besetzung gehört hätten. Wir ermutigten die Menschen  mal vorbei zuschauen und sich selbst ein Bild zu machen. Eine gute Gelegenheit ist das gemeinschaftliche Grillen Heute um 17.00 Uhr.
Folgt dem Squat auf twitter.«


Samstag 20.05.17, 22:03 Uhr

BesetzerInnen laden zum Grillfest

Seit dem gestrigen Freitag ist das leerstehende Haus in der Herner Straße 131 besetzt. „Wir möchten hier ein selbstverwaltetes Nachbarschaftszentrum eröffnen“, sagt die Pressesprecherin der AktivistInnen und erklärt weiter: „Neben der Schaffung von Räumlichkeiten, in denen sich Menschen treffen und engagieren können, ohne Geld auszugeben, soll die Besetzung auch zeigen, dass trotz Obdachlosigkeit und Mangel an sozialem Wohnungsbau hier in Bochum Häuser wie dieses über lange Zeit leerstehen gelassen werden. Wir wollen den Leuten Türen zu Räumen öffnen, die sie dringend brauchen. Am morgigen Sonntag, den 21. Mai, findet ab 18:00 Uhr ein Grillfest in der Herner Straße 131 statt. Alle Nachbarinnen und Nachbarn, Freunde und Interessierte sind herzlich eingeladen, um zu grillen, zu diskutieren und über die weitere Nutzung der Räumlichkeiten nachzudenken. Aktuell stehen wir mit der Eigentümerin des Hauses in Kontakt, um mit ihr über die verschiedenen Möglichkeiten zu sprechen, die diese Räumlichkeiten anbieten.“


Samstag 20.05.17, 20:18 Uhr

Reclaim the City – Kundgebung des
Netzwerks »Stadt für Alle«

Unter dem Motto »Reclaim the City! – Her mit der Stadt!« veranstaltete das Netzwerk »Stadt für Alle« vor dem Bochumer Musikforum am Abend des 19. Mai 2017 eine Kundgebung zu den Themen, steigende Mieten, Leerstände und rassistische Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, an der sich rund 70 Menschen beteiligten. Unter Anderem berichtete Tareq Alaows, von der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum, von den Schwierigkeiten, denen Geflüchtete bei der Wohnungssuche ausgesetzt sind: Bürokratische Hürden, Behördenwillkür und rassistische Diskriminierung durch Privatvermieter oder Wohnungsbaugesellschaften. Noch immer ist rund die Hälfte der in Bochum lebenden Flüchtlinge in Sammelunterkünften oder Gemeinschaftswohnungen untergebracht. Ursprünglich war eine Tanzdemo des Netzwerks »Stadt für Alle« geplant. Sie wurde angesichts des Dauerregens abgesagt. Im Anschluss an die Kundgebung besuchten viele Teilnehmer*innen die zeitgleich stattfindende Hausbesetzung an der Herner Straße 131 und drückten ihre Solidarität aus.