Freitag 16.10.26, 21:15 Uhr
Demonstration der Radwende am 16. 10. 2026 in Bochum

Redebeitrag der Radwende auf der Zwischenkundgebung auf dem Riemker Markt


Liebe Radfahrerinnen und Radfahrer,

Wir machen hier auf dem Riemker Markt einen Zwischenstopp, um auf ein ernstes Problem aufmerksam zu machen, das viele von uns betrifft: Dooring-Unfälle. Diese Unfälle ereignen sich in Bochum immer wieder und führen häufig zu schweren Verletzungen. Im September 2024 kollidierte ein Radfahrer auf der Herner Straße Richtung Innenstadt mit einer sich plötzlich öffnenden Autotür und stürzte schwer.

Am 9. August dieses Jahres wurde ein 54-jähriger Mann auf dem Radweg der Forellstraße Richtung Rottstraße von einer sich öffnenden Beifahrertür erfasst. Und erst am 3. April 2025 wurde ein neunjähriger Junge auf dem Gehweg von einer Beifahrertür erfasst. Diese Vorfälle zeigen deutlich, dass nicht nur die Tür zur Straße hin, sondern auch Beifahrertüren eine Gefahr darstellen, vor der sich Radfahrende kaum schützen können. Auch auf der Gehwegseite sind Sicherheitstrennstreifen daher unerlässlich.

Diese Beispiele verdeutlichen ein wiederkehrendes Problem, über das regelmäßig in den Nachrichten berichtet wird: Autotüren öffnen sich plötzlich und für Radfahrende unvorhersehbar, was oft zu schweren Unfällen führt. Um sich zu schützen, fahren viele Radfahrende mit einem Meter Abstand zu parkenden Autos. Dies führt jedoch häufig zu Konflikten mit nachfolgenden Fahrzeugen und erzeugt den Druck, den Autoverkehr nicht aufzuhalten.

Um diese Herausforderungen anzugehen, hat die Radwende Bochum einen Bürgerantrag gestellt, der voraussichtlich am 25. November im Mobilitätsausschuss behandelt wird. Darüber hinaus hat die Radwende auf Instagram eine Umfrage gestartet, bei der in kürzester Zeit zahlreiche Menschen ihre Einschätzung gefährlicher Stellen in Bochum teilten. Dies unterstreicht, dass diese Probleme nicht nur theoretischer Natur sind. Wir demonstrieren nicht, weil wir nur an Vorschriften festhalten wollen, sondern weil diese Probleme echte Menschen betreffen. Der Weg über Anträge und Behörden ist oft langwierig und anstrengend. Dennoch ändert dies nichts an dem täglichen Gefühl der Unsicherheit, das Fahrradfahrende erleben. Die Angst vor einer Autotür im Gesicht steht dem Gefühl entgegen, das beim Fahrradfahren eigentlich im Vordergrund stehen sollte: Freiheit und Freude.

Lasst uns daher gemeinsam weiterfahren und gemeinsam demonstrieren – gegen Dooring, für Sicherheitstrennstreifen und die Freude am Radfahren. Vielen Dank!