Die Omas gegen Rechts Bochum & West protestieren in einem offenen Brief an den Stadtrat der Stadt Heidenau gegen dessen Beschluss, keine Stolpersteine im öffentlichen Raum mehr zuzulassen. In dem Brief heißt es: »Wir protestieren entschieden gegen diesen Beschluss.
Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus, die in Heidenau gelebt haben – an ihre ehemaligen Wohnungen, an ihren Lebensorten, mitten in ihrem Heimatort. All das wurde ihnen durch ein diktatorisches Regime genommen. Genau dort machen sie sichtbar, wer verfolgt, entrechtet und ermordet wurde. Diese Menschen sind nicht eines natürlichen Todes oder bei einem Unfall gestorben, nein, sie wurden von Nazischergen abgeholt, verschleppt und ermordet.
Deshalb kann ein Gedenkort auf dem Friedhof eine Ergänzung sein. Er darf aber nicht zum Ersatz für die Erinnerung an den Orten des Lebens werden.
Wir fordern Sie auf:
- Den Beschluss aufzuheben oder unverzüglich neu zu beraten.
- Die bestehenden Stolpersteine dauerhaft zu sichern.
- Weitere Stolpersteinverlegungen weiterhin zu ermöglichen.
- Den geplanten Gedenkort ausschließlich als Ergänzung zu verstehen.
- Angehörige, Fachleute und Initiativen der Erinnerungskultur in die weitere Beratung einzubeziehen.
Es geht nicht um Steine.
Es geht um Menschen. Um Namen. Um Lebensgeschichten. Um die Verantwortung, diese Erinnerung sichtbar zu halten.
Ein Stolperstein sagt:
Hier hat ein Mensch gelebt. Hier war sein Zuhause. Hier soll sein Name nicht vergessen werden.
Wir akzeptieren nicht, dass diese Erinnerung aus dem öffentlichen Raum verdrängt wird.
Korrigieren Sie diesen Beschluss. Erhalten Sie die Stolpersteine. Halten Sie die Erinnerung sichtbar
Mit freundlichen Grüßen
OMAS GEGEN RECHTS Bochum & West«