Der Verein „Quartiershalle in der KoFabrik“ hat kurzfristig aufgerufen Haltung und Gesicht gegen Rechts zu zeigen und viele, viele kamen. Wir dokumentieren eine Bildergalerie der beeindruckenden Aktion und die Beiträge, die auf der Kundgebung verlesen wurden: den offenen Brief der Initiatorinnen und den Solidaritätsbeitrag von Nutzer*innen.
Offener Brief des Vereins „Quartiershalle in der KoFabrik e.V.“
Danke! Seit sechs Jahren positionieren wir, der Quartiershalle in der KoFabrik e.V., uns ehrenamtlich und konsequent mit viel Fleiß und Inbrunst gegen rechten Hass und rechte Hetze und schreiben ausdrücklich, in Großbuchstaben und fett gedruckt, immer und immer wieder, dass unsere Orte – die Quartiershalle, der Konferenzraum und der Quartiersgarten – offene, bunte Orte der Meinungsfreiheit sind, an denen Hass, Hetze, Ausgrenzungen, Faschist*innen, Gewalt und Rassismus nichts verloren haben und endlich, in der 7. Ratssitzung der 10. Legislaturperiode des Rates der Stadt Bochum, hat die AfD-Fraktion den Kaffee, also die „braune Brühe“ so auf, dass sie unter dem Titel „Zusammenarbeit der Stadt mit dem anscheinend linksextremistischen Verein Quartiershalle in der KoFabrik e.V.“ eine Anfrage an den Bochumer Oberbürgermeister zu uns stellt.
Was sollen wir dazu sagen?
Wir nageln uns ein neues großes Schild an die Tür:
„Ort, den die AfD für nicht gut befindet! Hereinspaziert und mitgemacht!“
Und posaunen ein lautes und zufriedenes „ENDLICH!“ hinterher.
Der ganze offene Brief im Wortlauf
Solidaritätsadresse von Törk Hansen im Namen von Nutzer*innen der KoFabrik:
Die Bochumer AfD-Fraktion setzt mit einer aktuellen Anfrage im Rat zur Quartiershalle der KoFabrik ihren Feldzug gegen die lebendige Zivilgesellschaft in Bochum fort. Mit 15 Fragen zu ihrer – fälschlicher Weise – unterstellten Förderung durch die Stadt Bochum soll der pluralistische Anspruch der KoFabrik diffamiert werden. Die AFD konstruiert ein Neutralitätsgebot für öffentlich geförderte Einrichtungen. Sie hasst es, wenn zivilgesellschaftliche Organisationen sich völlig einseitig für Demokratie, Toleranz oder Freizügigkeit engagieren. Der AfD ist eine lebendige Zivilgesellschaft ein Dorn im Auge. Vielleicht auch gerade, weil diese Zivilgesellschaft heutzutage einen wichtigen Eckpfeiler zum Schutz demokratischer Verhältnisse darstellt. Das passt nicht in das Weltbild einer eindeutig verfassungsfeindlichen Partei, die eine autoritäre Gesellschaftskonzeption verfolgt.
Diese fundamentale Ablehnung einer offenen pluralistischen Gesellschaft hat die AfD- Fraktion bereits vor Monaten mit ihrer Forderung zur Streichung oder Reduzierung der Förderung anderer Kultureinrichtungen in unserer Stadt demonstriert, darunter Bahnhof Langendreer und das Prinz-Regent-Theater.
Wir weisen auch die jetzigen Angriffe gegen die KoFabrik zurück und werden immer wieder einer Gleichschaltung nach Art der AfD entschieden entgegentreten.















