Die Stadt verfehlt ihr selbst gesetzes Ziel beim barrierefreien Ausbau der Haltestellen (Bus + Bahn ) , dies haben die Stadtgestalter und Volt in einer Mitteilung der Stadt entdeckt und schreiben : >> „Nur neun Bussteige wurden in 2025 barrierefrei ausgebaut und damit das Ziel von 30 deutlich verfehlt. Ein katastrophales Jahr für die Barrierefreiheit im Bochumer ÖPNV“, kritisiert Ratsmitglied Dr. Volker Steude, verkehrspolitischer Sprecher der Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt. Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur am 25.02.2026 eine Mitteilung über den Haltestellenausbau 2025 vor.
„Im Vergleich zu den Jahren 2021 bis 2024, in denen jeweils zwischen 23 und 34 Steige ausgebaut wurden, brach die Entwicklung im letzten Jahr sprichwörtlich ein. In Wattenscheid wurde sogar kein einziger Steig barrierefrei ausgebaut“, so Dr. Steude. „Dabei sind die Vorjahreszahlen nicht einmal befriedigend, da seit 2022 das erklärte Ziel von 30 Steige pro Jahr regelmäßig verfehlt wird.“
„Bochum kann sich nicht erlauben, die selbst gesteckten und recht bescheidenen Ausbauziele zu verfehlen. Seit 2022 gilt grundsätzlich, dass alle Haltestellen im ÖPNV barrierefrei sein müssen. In Bochum sind von 1.289 Steige aktuell aber lediglich 759 Steige barrierefrei, also nur 59%. Selbst wenn die Verwaltung ab diesem Jahr ihr Ausbauziel immer erreichen sollte, würde es mehr als 17 Jahre dauern, bis die Bochumer Haltestellen barrierefrei sind“, sagt Dr. Steude.
„Barrierefreiheit im ÖPNV ist kein Nice-To-Have, sondern ein absolutes Must-Have. In Bochum leben mehr als 45.000 schwerbehinderte Menschen“, argumentiert Dr. Steude. „Bei der nächsten Haushaltsberatung werden wir hier eine deutliche Beschleunigung des barrierefreien Ausbaus beantragen“, kündigt Dr. Steude an.
STADTGESTALTER/Volt fordert dazu, dass die Verwaltung nicht nur ein Mal am Ende eines Jahres das Ergebnis präsentiert. „Besser wäre es, wenn im Sommer ein Zwischenstand für das jeweils aktuelle Jahr vorgelegt wird. So kann man frühzeitig sehen, wo die Reise hingeht und als Politik noch reagieren“, sagt Dr. Steude abschließend.<<

Wer lesen kann ist klar im Vorteil…
„Ich bastel mir die Antwort der Verwaltung in eine PI so wie sie mir gefällt…“
„Das Programm des VRR zur Unterstützung von Planungsleistungen, für das Bochum in 2024 drei Bushaltestellen angemeldet hatte, befasst sich Ende 2025 mit einer Kooperationsvereinbarung. Sie ist Voraussetzung, damit alle Haltestellen, die insg. aus der VRR Region angemeldet wurden, in 2026 an ein externes Planungsbüro vergeben werden. Für diese drei Haltestellen ist vor 2027 kein Ausbau zu erwarten.“
„externes Planungsbüro“, ist doch sonst so euer Ding…und dann meckert ihr hier?
Gute Verwaltung:
„Da der Aufwand für die Begleitung städtischerseits schon jetzt in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, wurde dem VRR im Januar der Ausstieg aus dem Piloten mitgeteilt. Bochum baut seit über 20 Jahren nach den §§ 11 und 12 ÖPNVG NRW, sowie im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen konsequent Bussteige an Haltestellen barrierefrei aus. Auch deshalb liegt die Ausbauquote mit knapp 60 % noch immer deutlich höher, als im VRR Durchschnitt.“
…“Bochum hat fast nur noch komplexe Bussteige mit baulichen Besonderheiten, die auch deshalb noch nicht ausgebaut sind. Den Ausbau würde das Programm aber gar nicht unterstützen.“
Draufhauen statt lesen…polemisch…
Hallo „genervte Zicke“,
eine für den Klimaschutz notwendige Verkehrswende muss inklusiv für alle Bochumer*innen sein. Darüber hinaus ist ein barrierefreier ÖPNV für mobilitätseingeschränkte Menschen und Menschen mit Behinderungen zwingend notwendig für eine gesellschaftliche Teilhabe.
Die drei zusätzlich durch den VRR kompliziert geförderten Haltestellen wären ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ und sind nicht der Grund, warum das selbstgesteckte und sehr niedrige Ziel des barrierefreien Haltestellen Ausbaus seit Jahren nicht erreicht wird.
Selbst wenn dieses kleine Programm schnell und unkompliziert für die Kommunen wäre, so sind drei einzelne barrierefrei ausgebaute Haltestellen zwar grundsätzlich positiv, aber fallen angesichts der anvisierten 30 Steige pro Jahr eher nur gering ins Gewicht.
Warum dieses kleine Projekt in der Beantwortung durch die Verwaltung so viel Raum einnimmt, kann jede*r Lesende selbst bewerten.
Die Verwaltung hat von der Politik Mittel für den Ausbau von 30 Steige pro Jahr zur Verfügung gestellt bekommen, damit mehr mobilitätseingeschränkte Menschen mobil sein können. Wenn die Verwaltung diese nicht nutzt, muss das kritisiert werden, denn die Stadt Bochum erklärt in ihrem Inklusionsportal selbst: „Die Verwirklichung von Inklusion und umfassender Teilhabe gemäß UN-Behindertenrechtskonvention ist eine dauerhafte Pflichtaufgabe für die Stadt Bochum.“
Der Verweis darauf, dass Nachbarstädte noch schlechter in Sachen Barrierefreiheit im ÖPNV abschneiden, ist für betroffene Bochumer*innen nur ein schwacher Trost und hilft den mobilitätseingeschränkten Personen nicht weiter. Wie oft Menschen durch mangelnde Barrierefreiheit im ÖPNV in ihrem Leben unnötig eingeschränkt werden, ist auch häufig in der WAZ zu lesen. Diese Probleme sind real und betreffen reale Menschen.
Dass der Ausbau der Haltestellen auch bei Aktivierung der zur Verfügung stehenden Mittel durch die Verwaltung nicht ausreicht, um in angemessener Zeit einen barrierefreien ÖPNV in Bochum zu schaffen, ist wiederum eine politische Verantwortung.
Die Verwaltung ist verantwortlich, wenn sie die durch die Politik zur Verfügung gestellten Mittel nicht nutzt. Die Politik ist verantwortlich, wenn die Mittel insgesamt nicht ausreichen, um zügig einen inklusiven ÖPNV zu erreichen. Letzteres wird sich vielleicht bei der Aufstellung des nächsten Haushalts ändern.
Viele Grüße
Ratsgruppe STADTGESTALTER/Volt