»Zum 50. Todestag von Hannah Arendt veranstaltet das Schauspielhaus Bochum gemeinsam mit dem Fritz Bauer Forum am Freitag, 12. Dezember, um 19.30 Uhr die Lesung und Podiumsdiskussion Mit Hannah Arendt über Israel und Palästina nachdenken. In den Kammerspielen lesen die Schauspieler*innen Danai Chatzipetrou und William Cooper ausgewählte Texte aus Arendts Werk. Im Anschluss diskutieren die deutsch-palästinensische Journalistin und Buchautorin Alena Jabarine (Der letzte Himmel. Meine Suche nach Palästina), der israelische Historiker Moshe Zimmermann (Zuschaltung aus Tel Aviv), die Historikerin und Gründerin des Fritz Bauer Forums, Irmtrud Wojak, sowie Dramaturg Moritz Hannemann über die Aktualität und Widersprüchlichkeit von Arendts politischem Denken.
Mit Hannah Arendts Tod am 4. Dezember 1975 starb eine der größten deutschen Denker*innen des 20. Jahrhunderts – in New York und als amerikanische Staatsbürgerin. Hannah Arendt war erst 26 Jahre alt, als es ihr 1941 gelang, nach mehreren Jahren des Lebens und Arbeitens im Exil sowie zeitweiliger Internierung, aus Europa in die USA zu fliehen. Als Journalistin und politische Theoretikerin, Aktivistin und Hochschullehrerin, Briefeschreiberin und Gesprächspartnerin hat Hannah Arendt ein enormes Werk hinterlassen, darunter Bücher wie Eichmann in Jerusalem sowie Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Die Kraft und Schärfe ihres Denkens sowie ihr Mut, auch streitbare Positionen zu vertreten, bieten mehr als genug Gründe, Arendts Texte für die Gegenwart fruchtbar zu machen. Auch heute.
Sowohl vor als auch nach der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 hat sich Arendt, die sich als Jüdin verstand, aber nie einer Religionsgemeinschaft angehörte, in zahlreichen Artikeln und Stellungnahmen immer wieder zu Fragen des jüdisch-arabischen Zusammenlebens und der Nachbarschaft von Israel und Palästina geäußert. Auch ihre Überlegungen zu Themen wie Menschenrechte, Flucht, Nationalstaatlichkeit sowie persönlicher Verantwortung erweisen sich gegenwärtig als besonders lesenswert.«