Der Kommunale Wärmeplan, der am kommenden Donnerstag soll im Bochumer Stadtrat verabschiedet werden soll, soll eine klimaneutrale und bezahlbare Wärmeversorgung garantieren. Aus Sicht der Fraktion der Linken ist jedoch gerade die Bezahlbarkeit eine große soziale Herausforderung: «Sie beantragt deshalb, den Wärmeplan um soziale Kriterien zu erweitern und zu prüfen, welche Auswirkungen die Wärmewende auf Mieter*innen und Haushalte mit niedrigen Einkommen hat. Wärmekosten, soziale Belastungen und Unterschiede sollen zwischen den Quartieren regelmäßig ausgewertet werden.»
Ratsmitglied Sonja Knobbe konkretisiert: «Die Wärmewende darf nicht dazu führen, dass Menschen mit wenig Geld am Ende die höchsten Rechnungen bezahlen. Mieter*innen können meistens nicht selbst entscheiden, welche Heizung eingebaut oder ob ein Gebäude saniert wird. Deshalb sollen vorhandene soziale Kennzahlen, etwa aus der Sozialberichterstattung, mit den Daten zur Wärmeversorgung verknüpft und bei der Priorisierung von Maßnahmen berücksichtigt werden. So kann die Stadt gezielt gegensteuern, wo die Belastungen besonders groß sind.»
Zudem solle die Verwaltung prüfen, Bürgerenergiegenossenschaften bei der Entwicklung von gemeinschaftlichen Projekten zu unterstützen, wie für nah- und kalte Nahwärmenetze in Gebieten, in denen individuelle Wärmepumpen nur schwer umsetzbar sind.
Der Wärmeplan mache leider auch deutlich, dass Bochum seine eigenen Klimaziele im Wärmesektor nicht erreichen wird. Sieben Jahre nach dem Beschluss des Klimanotstands stehe damit die Frage im Raum, wie die Stadt mit dem Verfehlen ihrer Ziele umgeht. Dazu Sonja Knobbe weiter: «Überraschend ist das nicht. Schon 2023 war bekannt, dass die Sanierungsrate weit hinter dem Nötigen liegt. Was fehlt, ist eine klare Bilanz, wo wir tatsächlich stehen und welche Ziele verfehlt werden und warum. Wir brauchen eine aktuelle Treibhausgasbilanz und Zwischenziele für die einzelnen Sektoren. Wer nicht regelmäßig misst, merkt zu spät, dass er oder sie vom Weg abgekommen ist. Genau das ist bei unseren Klimazielen passiert. Dazu haben zusätzlich zum Antrag eine Anfrage gestellt.»