Samstag 26.09.26, 21:23 Uhr

Gegen Militarisierung und Wehrpflicht


Am vergangenen Freitagvormittag gingen 250 Schüler:innen erneut auf die Straße, um gegen die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht zu demonstrieren. Der Schulstreik richtete sich dabei nicht nur gegen die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht, sondern auch gegen die Aufrüstungspolitik der Bundesregierung und das politische Ziel einer „Kriegstüchtigkeit“ bis 2030.

Das Streikkomitee kritisierte die aktuellen Reformen und Kürzungen in den Bereichen Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe, Rente und weiteren Teilen des Sozialstaats und erklärte:
»Die Folgen jahrelanger Kürzungen im öffentlichen Bereich sind für Schülerinnen und Schüler unmittelbar spürbar. Insbesondere im Bildungsbereich gehören marode Schulgebäude, veraltete Lernmaterialien, fehlende Lehrkräfte und regelmäßiger Unterrichtsausfall vielerorts zum Alltag. Diese Missstände wurden zuletzt auch bei der Demonstration des Bochumer Bündnisses „Bildungswende JETZT“ am 20. September 2026 thematisiert.«
Die Schülerinnen und Schüler des Streikkomitees in Bochum kritisieren dabei insbesondere das Missverhältnis zwischen den Investitionen in Bildung und den vorgesehenen Ausgaben für Aufrüstung. Zusätzliche Kritik gibt es an der kurzfristigen Ankündigung, dass verpflichtende Musterungen bereits in diesem Jahr beginnen sollen und damit früher als ursprünglich angekündigt.
Kevî Dieraki, 16 Jahre alt und aktiv im Bochumer Streikkomitee, erklärt: „Was das für meine männlichen Mitschüler bedeutet, scheint vielen gar nicht klar zu sein. Selbst wenn sie auf dem Fragebogen angegeben haben, dass sie nicht interessiert sind, bekommen sie dann diese Vorladung und müssen sich untersuchen lassen. Das ist ein riesiger Einschnitt in unser Leben. Wir wurden verarscht!“
Dieraki ergänzt: „Da das nicht in unserem Interesse liegt, stellen wir uns als Schulstreikbewegung gegen Militarisierung und die Wehrpflicht. Deshalb gehen wir zum vierten Mal gemeinsam mit unseren Mitschüler*innen auf die Straße und streiken.“

Seit Beginn der Schulstreikbewegung berichten Schülerinnen und Schüler immer wieder von angedrohten Konsequenzen. Genannt werden unter anderem Bußgelder und Suspendierungen.
Die Streikenden kritisieren, dass damit der Protest sanktioniert werde, anstatt das politische Engagement junger Menschen und ihren Anspruch, ihre Zukunft selbst mitzugestalten, zu unterstützen.
Für die Bochumer Schülerinnen und Schüler steht dabei fest: Sie sind nicht allein. Mehr als 30 Organisationen, Parteien und Einzelpersonen haben ihre Unterstützung für den Schulstreik mit ihrer Unterschrift erklärt. Die Liste der Unterstützer:innen.

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