Montag 31.08.26, 14:59 Uhr
35. politischer Kaffeeklatsch Attac Bochum

Krank gespart – wer profitiert, wer leidet?


Zu den Auswirkungen der Gesundheitsreformen, 6. September, 16 Uhr in der KoFabrik

„Bis man einen Termin beim Kardiologen bekommt, ist man längst tot“ – sagte kürzlich eine Kollegin und tatsächlich ist das monatelange Warten auf Facharzttermine für alle ein Ärgernis und für viele ein Krankheitsrisiko. Arztpraxen werden von Finanzinvestoren übernommen, Krankenhäuser – oft in privater Trägerschaft  – werden in erster Linie nach der Gewinnerzielung ausgerichtet und nicht an dem tatsächlichen Versorgungsbedarf vor Ort. Aber es soll noch schlimmer kommen, wenn die neusten „Reformen“ des Gesundheitssystems greifen.

»Darüber spricht am kommenden Sonntag Felix Ahls, Kinder- und Jugendarzt und Co-Vorsitzender des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte. Er ist zu Gast beim 35. politischen Kaffeeklatsch von Attac Bochum und wird die negativen Folgen der Gesundheitsreformen für Versicherte und im Gesundheitswesen Beschäftigte analysieren. Und – das ist uns wichtig -es geht darum, Gegenmodelle zu diskutieren. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 6. September um 16 Uhr in der Quartiershalle der KoFabrik statt.

In der Veranstaltung soll es auch um das zentrales Argument für die „Reformen“ gehen, das Gesundheitssystem sei zu teuer. “Warum drängen dann immer mehr Finanzinvestoren in dieses System, übernehmen Praxen und Versorgungssysteme? Bestimmt nicht, weil sie ihr Herz für unsere Gesundheit entdeckt haben, sondern weil Krankheit offenbar profitabel ist.“ stellt Törk Hansen aus der Attac-Gruppe fest und erläutert weiter: „Unsere Gesundheit wird auf dem Markt gehandelt – das ist der grundsätzliche Fehler der sogenannten Reformen der letzten 30 Jahre. Dabei gehört ein solidarisches Gesundheitssystem unserer Meinung nach zur Daseinsvorsorge. Dafür ist die gesamte Gesellschaft verantwortlich – Profitmacherei hat da nichts zu suchen!“«

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Verein „Bochum Gesund und Solidarisch e.V“. statt. Der Verein hat sich aus der Bewegung „Gesunde Krankenhäuser in NRW“ entwickelt und es sich zur Aufgabe gemacht, eine solidarische und gemeinwohlorientierte Gesundheitsversorgung im Bochumer Osten zu fördern. Durch regelmäßige Veranstaltungen will er wir die öffentliche Diskussion zu gesundheitspolitischen Themen und die gesundheitliche Selbstbestimmung der Menschen stärken und die Politik und Öffentlichkeit auf die Bedürfnisse der Bevölkerung in Bezug auf Gesundheit und soziale Gerechtigkeit aufmerksam machen.