Sonntag 14.06.26, 17:02 Uhr

Zwangsarbeit im Bochumer Verein


Im Bochumer Stadtarchiv ist zur Zeit eine sehr unkritische Ausstellung „Licht und Schatten: Fotografien des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation 1860–1945“ zu sehen. Das Stadtarchiv hat auf die Kritik reagiert und lädt Interessierte am Sonntag, 21. Juni, um 14 Uhr zur kostenlosen Exkursion „Zwangsarbeit beim Bochumer Verein – Der Gedenkort Obere Stahlindustrie“ ein. Der Treffpunkt ist: Obere Stahlindustrie, Zufahrt „Anlieferung Technischer Betrieb Stadt Bochum“. Die Einladung:

»Der Bochumer Verein hat während des Zweiten Weltkriegs erheblich vom System der Zwangsarbeit profitiert. Tausende Männer und Frauen mussten hier unter Zwang arbeiten, um die kriegswichtige Produktion überhaupt aufrechtzuerhalten. An der ehemaligen Brüllstraße – heute Obere Stahlindustrie – befand sich eine Außenstelle des KZ Buchenwald. Die hier unter menschenunwürdigen Zuständen untergebrachten KZ-Häftlinge wurden in der nahegelegenen Geschossfabrik des Bochumer Vereins zur Arbeit gezwungen.

Seit 2018 befindet sich am Kreisverkehr Kohlenstraße eine Stolperschwelle, seit 2019 auf dem Gelände des Technischen Betriebs der Stadt Bochum an der Oberen Stahlindustrie ein Erinnerungsort des Bochumer Künstlers Marcus Kiel. Dieser Ort ist normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, bei der Exkursion besteht jedoch die Möglichkeit zu einem Besuch. Ole-Björn Gläsker, Student der Ruhruniversität Bochum und Mitglied des Ausstellungsteams sowie Dr. Kai Rawe, Leiter des Stadtarchivs – Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte, berichten über die Zwangsarbeit beim Bochumer Verein, über die Geschichte des KZ-Außenlagers und andere Gedenk- und Erinnerungsorte zur Zwangsarbeit in Bochum.«