Mittwoch 25.03.26, 18:18 Uhr
Die Linke fordert keine Einmischung der Stadt

BOGESTRA-Olympiawerbung nicht akzeptabel


Die Linke im Bochumer Rat kritisiert die Werbung des städtischen Unternehmens BOGESTRA pro Olympia bei der anlaufenden Abstimmung und lädt zu einer Veranstaltung ein: »Die Stadt Bochum und die Bochumer Straßenbahn-Betriebe (BOGESTRA) machen mit einer Straßenbahn Werbung für ein „JA“ zur Bochumer und Gelsenkirchener Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele. Diese Aktion stößt bei der Ratsfraktion Die Linke auf Kritik. Dazu Elias Bala, für Die Linke im Rat:

„Es ist nicht akzeptabel, dass durch diese Werbemaßnahme für die Olympia-Bewerbung mit öffentlichen Geldern eine einseitige Positionierung zu einer umstrittenen Entscheidung finanziert wird. Die Bürgerbeteiligung wird durch solche Aktionen in eine Richtung gedrängt, die wir nicht unterstützen können. Die ausgewogene und transparente Information über Vor- und Nachteile der Olympiabewerbung – wie sie den Wahlunterlagen beiliegt – wird durch Werbung dieser Art untergraben.“

Zwar hat der Rat der Stadt im Mai letzten Jahres die Verwaltung gebeten, eine Bewerbung für die Region Rhein-Ruhr weiterhin positiv zu begleiten. Aus Sicht der Ratsfraktion Die Linke betrifft das lediglich die administrative Umsetzung der Bewerbung und kein inhaltliches Eingreifen in einen Wahlkampf. Sie fordert, dass die Stadt Bochum und ihre Tochtergesellschaften als öffentliche Instanzen – im Gegensatz zu den Parteien – bei dieser wichtigen Entscheidung neutral bleiben. Die Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, sich eine eigene Meinung zu bilden und nicht durch solche Maßnahmen beeinflusst zu werden.

Die Linke im Rat der Stadt Bochum sagt NEIN zu der Bewerbung. Sie hat bereits vor fast einem Jahr einen Antrag zur Darstellung zu den Risiken, Kosten und weiteren Folgen gestellt und zuletzt Anfang des Jahres eine Anfrage in die ähnliche Richtung. Der Antrag wurde abgelehnt und die Anfrage von der Verwaltung nicht beantwortet. Dazu Elias Bala weiter:

„Die Verwaltung hat sich vor einer Beantwortung gedrückt und stattdessen unsere Fragen an die Staatskanzlei in Düsseldorf geschickt. Das zeigt einmal mehr, dass hinter der Bewerbung kein Konzept steckt und wieder einmal zu befürchten ist, dass von Olympia vor allem das IOC und große Sportverbände profitieren, während die Gastgeberstädte auf den hohen Kosten sitzen bleiben.“«

Einladung zu Veranstaltung

Nein beim Ratsbürgerentscheid zu Olympia

»In Bochum, wie auch in allen anderen 16 möglichen Ausrichterstädten für die Olympischen Spiele in NRW findet ein Ratsbürgerentscheid am 19. April 2026 statt, in dem die Bürgerinnen und Bürger über eine Bewerbung des Landes NRW entscheiden sollen. Öffentlichen Austausch gibt es dazu kaum.

Die Linke hält dagegen und sagt: Nein zu einer Bewerbung für Olympia. Die Linke im Rat der Stadt Bochum und die Linke im Regionalverband Ruhr (RVR) organisieren gemeinsam mit den Linken in Essen und Oberhausen die Veranstaltung „NOlympia – Keine Bewerbung von Rhein-Ruhr für Olympia“. Sie findet am Freitag, 27. März 2026, um 18 Uhr im Regionalverband Ruhr, Kronprinzenstraße 35 in Essen statt.

Elias Bala, für Die Linke im Rat der Stadt Bochum: „In unserer Kritik an den finanziellen Risiken einer Olympia-Bewerbung, den Belastungen für die Kommunen ist Die Linke nicht allein. In Paris stiegen die Kosten für die Öffentlichkeit von geplanten 2,4 Mrd. Euro auf 6,6 Mrd. Euro. Der einzige Gewinner war das Olympische Komitee.“

Unter anderem kommt Paul Alauzy, der Sprecher des Pariser Aktionsbündnisses „Le revers de la médaille“, als Gesprächspartner zu der Veranstaltung. Das Bündnis macht bis heute die Verwerfungen durch Olympia in der Pariser Stadtgesellschaft sichtbar.

Weitere Gesprächspartner*innen sind Simone von Kampen, Geschäftsführerin beim BUND NRW e.V., die die kritischen Positionen des BUND an der laufenden Bewerbung vorstellen wird, sowie die Sprecher des Kölner Bündnisses „NOlympia – Colonia“.

Auch Christoph Harting, Olympiasieger im Diskuswerfen 2016 in Rio und Unterstützer des Volksbegehrens in Berlin gegen Olympia kommt: „Ich komme gern aus Berlin ins Ruhrgebiet, um aus der Sicht eines Leistungssportlers und Olympiasiegers auf die Schattenseiten des Systems aufmerksam zu machen. Am Ende zahlen bei Olympia immer die kleinen Leute drauf. Es muss viel stärker darum gehen, wie man den Sport als Gemeinschaftsgut fördert, den Breiten- und Vereinssport stärkt und Leistungssportler*innen besser vor Risiken schützt, ihnen berufliche Perspektiven bietet.“«