Religionsfrei im Revier zeigt seit 13 Jahren am Karfreitag den Film „Das Leben des Brian“. Dies ist eigentlich durch das Feiertagsgesetz NRW verboten und wurde anfangs auch bestraft. Seit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes wird es von der Bezirksregierung Arnsberg erlaubt, obwohl das Feiertagsgesetz nicht geändert wurde. Dieses Jahr läuft das ganze erneut im Bahnhof Langendreer. Ab 19 Uhr gibt es ein Vorprogramm um 20 Uhr startet „Brian“. Nebenan im Kino Endstation wird für alle, die den Brian Film schon häufiger gesehen haben, „Das brandneue Testament“ gezeigt. Der Eintritt ist frei.
Religionsfrei im Revier schreibt: »Faktisch ist das Feiertagsgesetz ein Konkurrenzschutzgesetz für die christlichen Kirchen: An mehreren Feiertagen sind alle Unterhaltungsveranstaltungen verboten. Diese anachronistische staatlich verordnete christliche Bevormundung hat immer noch Bestand, obwohl sich inzwischen die Mehrheit der Menschen in Deutschland von den beiden größeren Religionsgemeinschaften abgewandt hat. Vor 75 Jahre zählten sie noch mehr als 95 Prozent der Bevölkerung zu ihren Mitgliedern.
In den letzten 20 Jahren sind in Deutschland ca. 10 Millionen Menschen aus den beiden evangelischen und katholischen großen Religionsgemeinschaften ausgetreten. Weniger als ein Drittel der Neugeborenen werden inzwischen noch durch Taufe zu Mitgliedern dieser Religionsorganisationen. Die Zahl der Mitglieder sank dadurch in der letzten 20 Jahren um ca. 14,5 Millionen. Nach eigenen Angaben besuchen nur noch fünf Prozent ihrer Mitglieder – das bedeutet 2,5 Prozent der Bevölkerung – an normalen Sonntagen die Kirchen. Nur an Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten können die Prozentzahlen zweistellig werden.
Das Feiertagsgesetz NRW verbietet auch im Jahr 2026 noch sonntags während der „Hauptgottesdienstzeit“ jegliche Konkurrenz-Veranstaltungen.
Auch am Abend des 24. Dezember sind alle unterhaltsamen Veranstaltungen verboten. Nur „Oh Du Fröhliche“ Singen ist erlaubt.
Faktisch ist das Feiertagsgesetz ein Konkurrenzschutzgesetz für die christlichen Kirchen.
Mit dem Film „Das Leben des Brian“ demonstriert Religionsfrei im Revier gegen die anachronistischen klerikalen staatlichen Verbote und christlichen Privilegien in unserer Gesellschaft.«
In Düsseldorf findet in diesem Jahr zu ersten Mal die gleiche Protestaktion statt. Der Düsseldorfer Aufklärungsdienst zeigt am Karfreitag um 14 Uhr im Metropol-Kino ebenfalls „Das Leben des Brian“. Es gibt damit jetzt am Karfreitag zwei legale Unterhaltungsveranstaltungen in NRW.
Im nächsten Jahr sind Landtagswahlen in NRW. Die kandidierenden Parteien sind aufgefordert, in ihren Wahlprogrammen zu erklären, in wie weit sie bereit sind, die NRW Gesetzgebung von überkommenen klerikalen Bestimmungen zu entrümpeln.
Beispiele landespolitischer Verstöße gegen das Prinzip eines weltanschaulich neutralen Staates