Montag 09.03.26, 13:02 Uhr

Syrien im Umbruch – Gemeinsam hinschauen, gemeinsam handeln


Am 14. März 2026 um 14 Uhr findet im Kunstmuseum Bochum eine Syrien-Konferenz statt, zu der u.a. die Medizinische Flüchtlingshilfe einlädt: »Seit über einem Jahrzehnt blutet Syrien. Was als Hoffnung auf Freiheit begann, wurde zu einer scheinbar endlosen Tragödie, die unzählige Leben gefordert, Familien zerrissen und Millionen in die Flucht getrieben hat. Doch Syrien ist kein ferner Konflikt – die Schicksale der Menschen sind längst Teil unserer gemeinsamen Realität hier in Deutschland geworden. Ihre Trauer, ihre Hoffnung und ihr Kampf um Würde gehen uns alle an.

Besonders seit den Umbrüchen im Dezember 2024 stehen wir vor einer ungewissen Zukunft: Während neue Akteure die Macht übernehmen, bleibt das Leid der Zivilbevölkerung bestehen. Ob Alawiten an der Küste, Drusen in Suweida, die Betroffenen in Homs, die Vertreibung der Eziden aus Afrin oder die Kurden in Kobanê – täglich erreichen uns Nachrichten über neue Opfer, von denen auch Christen in Aleppo, Damaskus, Homs und Hama nicht verschont bleiben. Die Stimmen derer, die sich nach Demokratie und Freiheit sehnen, werden noch immer viel zu oft vom neuen Regime zum Schweigen gebracht. Die Übergangsregierung hat bisher kaum Maßnahmen ergriffen, um die Gewalt der ihnen nahestehenden Terrorgruppen gegen die Zivilbevölkerung zu verhindern, Übergriffe zu untersuchen oder Verantwortliche vor Gericht zu stellen.

Wir dürfen nicht wegschauen. Wir wollen verstehen, zuhören und solidarisch an der Seite der Opfer und all derer stehen, die für ein friedliches und demokratisches Miteinander in Syrien kämpfen. Fragen, die uns bewegen.

In dieser Konferenz wollen wir Raum für Fragen öffnen, die oft im Verborgenen bleiben:
Wunden der Vergangenheit: Wie hat das Regime die Menschen gespalten und gegeneinander aufgehetzt?
Ungewisse Zukunft: Was bedeutet die Machtübernahme durch die HTS für die unterschiedlichen Gemeinschaften und Menschen vor Ort?
Menschlichkeit unter Beschuss: Wie steht es wirklich um die Menschenrechte und den Schutz der Schwächsten, von Waisen und Witwen, Frauen und Kindern?
Hoffnung auf Einheit: Wo und wie finden die unterschiedlichen Minderheiten und Demokraten trotz allem Wege der Zusammenarbeit?
Unsere Verantwortung: Was erwarten unsere syrischen Mitbürgerinnen und Mitbürger von uns in Deutschland? Welche Verantwortung tragen wir für das Syrien von Morgen?

Das Programm: Stimmen der Vielfalt
Wir geben denen eine Stimme, die sonst oft ungehört bleiben. Vertreterinnen und Vertreter syrischer Minderheiten – Kurden, Alawiten, Christen und Drusen – sowie mutige Aktivistinnen und Aktivisten werden ihre persönlichen Erfahrungen mit uns
teilen. Zudem wird Prof. Dr. Jens Kreinath (Wichita State University) in einem Impulsvortrag die historische Tiefe der Menschenrechtslage beleuchten und besonders an das Schicksal der verfolgten Alawiten erinnern und Wege einer Aufarbeitung der Menschenrechtsverbrechen aufzeigen.

Wir laden Sie von ganzem Herzen ein, Teil dieser Konferenz zu sein. Ihr Kommen ist mehr als nur die Teilnahme an einer Veranstaltung – es ist ein kraftvolles Zeichen des Vertrauens und der Solidarität mit den Menschen in Syrien, die trotz Krieg und
Unterdrückung nicht aufhören, an eine bessere und friedlichere Zukunft zu glauben. Unter der Moderration Elena Lozaridou werden folgende Referenten die Eindrücke und Perspektiven schildern:

Prof. Dr. Jens Kreinath (Gründer und Direktor des Institute for the Documentation of Human Rights Violations against Religious Minorities in the Levant [IDHRV-ARMIL])
Dr. Kamal Sido (Referent für ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten und Nationalitäten bei der Gesellschaft für bedrohte Völker [GfbV], Göttingen)
Berna Boga und Mutaz Zakia (Vertreter:innen des Phönizier-Rats; Themenschwerpunkt: Massaker an Alawiten in Syrien)
Nahren Youssef (Syrien-Expertin und Medienanalystin Themenschwerpunkt: Christliche Assyrer im Khabur-Gebiet [Nordostsyrien])
Omar Alkadamani (Syrischer Politikanalyst / Menschenrechtsaktivist; Themenschwerpunkt: Massaker an Drusen in Syrien) Nuri Seyhan Kino (Journalist und syrischer Akivist und Leiter der Organisation A Demand For Action)

Zudem werden sich die jeweiligen Gemeinschaften an Informationstischen selbst präsentieren und die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch anbieten.«

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