Sonntag 08.03.26, 20:18 Uhr
Demo zum feministischen Kampftag in Bochum am 8.März 2026

Redebeitrag des Schulstreikkomitees


Liebe Bochumerinnen, liebe Bochumer, ich bin Kevi, 16 Jahre alt und vom Schulstreikkomitee in Bochum. Heute stehen wir auf der Straße, denn heute ist der 8. März, der internationale Frauenkampftag.
Jeden Tag sterben Frauen im Krieg. die Zahl der getöteten Frauen verdoppelte sich von 2022 auf 2023. Und die Dunkelziffer ist noch viel, viel höher.
Und Deutschland? Deutschland führt die Wehrpflicht wieder ein. Als ob es nicht schon reicht, dass wir Waffen eıtportieren, die unsere Schwestern in Kriegsgebieten ermorden, sollen wir Jugendliche jetzt auch lernen, sie selbst zu töten.

Deutschland macht sich kriegstüchtig. Das ist kein Geheimnis. Wofür sonst braucht man 80.000 neue Soldaten oder 35 neue F35 Kampfjets. Und unser Bundeskanzler selbst sagt, wir sollten uns aktiv an dem Angriffskrieg auf den Iran beteiligen.
Kriege und ihre Vorbereitungen treffen uns besonders hart. Sexualisierte Gewalt ist im Krieg Alltag. Und auch die Milliarden an Sondervermögen für die Bundeswehr müssen ja irgendwo eingespart werden. Dafür braucht es massiven Sozialabbau. In Deutschland fehlt es an 15.000 Frauenhausplätzen, die bestehenden Frauenhäuser müssen schließen, sind heruntergekommen und oft müssen Frauen, die vor Gewalt flüchten, ihre Plätze dort sogar selbst zahlen. Aber Hauptsache wir haben die neusten Waffen im Arsenal der Bundeswehr.
Und jetzt werden wir Jugendliche auch noch dazu gezwungen mindestens 6 Monate in der Bundeswehr zu verbringen. Wir sollen jetzt dazu gezwungen werden, zu lernen, wie wir Deutschlands Profite an der Waffe sichern. Unternehmen wie Rheinmetall erzielen Rekordprofite, während besonders wir Frauen immer weiter in der Armut versenken.
Dazu kommt noch. dass Sexismus und sexualisierte Gewalt in der Bundeswehr auf dem Tagesplan stehen. Jedes Jahr werden neue Vergewaltigungsfälle in Kasernen aufgedeckt. Auch vor patriarchalerı Gewaltvorstellurıgen machen Soldaten in Kasernen keinen Halt. „Man hat eine weibliche Person zu einer Mannschaftsfeier eingeladen. Diese hat das verneint über WhatsApp. Da hat man ihr das Schlimmste gewünscht. Von wegen: Ich hoffe, du wirst irgendwann vergewaltigt oder sonst was. Aber das war niernais ernst gemeint. Diese Person war stockbesofen auf gut Deutsch. Das ist unter aller Sau.“
Und vor ein paar Monaten tötete ein Soldat seine Ex-Frau, ihre Mutter und die gemeinsamen Kinder mit einem halbautomatischen Gewehr, All das sind keine Einzelfälle. All das hat System!
Die Stimmen nach einer “Wehrpflicht für Alle“ werden immer lauter. Unser Kampf nach Gleichberechtigung und Frauenbefreiung wird für ihre Kriegsmaschinerie
instrumentalisiert. Es wird als feministisch ausgelegt auch junge Frauen in die Wehrpflicht zu zwingen. Wir sollen 6 Monate unseres Lebens in Kasernen verbringen in denen sexualisierte Gewalt und Sexismus strukturell aufrechterhalten wird. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg auf den Iran ist das beste Beispiel. Im Namen der Frauenbefreiung rechtfertigen die Regierungen der USA, Israel und Deutschland ihre Bombardierungen. Ihre “Feministische Außenpolitik“ soll unsere iranischen
Schwestern „befreien“. Doch Frauenbefreiung wird niemals in imperialistischen Kriegen geschehen. Sie bombardieren Mädchenschulen, töten Frauen und Kinder, wenden sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe an und wollen uns das als Feminismus verkaufen. Die Bundeswehr wirbt strategisch mit Frauen, um uns zu ihnen zu locken.
Doch ihre Handlungen sprechen mehr als ihre heuchlerischen Reden. Wir sollen dazu ausgebildet werden, unsere Schwestern in anderen Ländern zu ermorden. Wir sollen uns gegenseitig verraten, damit sie ihre Kriegsprofite einfahren können.
Und dazu sagen wir nein! Führt euren Krieg allein! Deswegen Streiken wir Schüler*innen gegen die Wehrpflicht! Und das werden wir auch weiter tun, am O8. Mai, auch in Bochum. Denn wir Frauen kämpfen nicht für das was uns unterdrückt! Hoch die internationale Solidarität! Nein zur Wehrpflicht!

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