Aus Anlass des Equal Pay Day (Freitag, 27. Februar 2026) erklärt der DGB Bochum: »Während in Deutschland noch immer gravierende Unterschiede zwischen den Einkommen von Frauen und Männern bestehen, sieht das Team an der Spitze des DGB Bochum alarmierende Signale aus der Politik. „Während wir beharrlich gegen die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern und ihre Ursachen kämpfen, rennt die Union exakt in die falsche Richtung“, erklärt Claudia Bonan, stellv. Vorsitzende des DGB Bochum.
„Statt die Gleichstellung voranzutreiben, rüttelt sie am 8-Stunden-Tag sowie am Recht auf Teilzeit – und damit völlig an der Realität der meisten Beschäftigten, vor allem Frauen, vorbei. Das ist keine moderne Arbeitsmarktpolitik und erst recht keine Gleichstellungspolitik – das ist Rückschritt mit Ansage!“
Aktuell verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt noch immer 16 Prozent weniger als Männer. „Die Lohnlücke ist kein Naturgesetz“, betont Marc Schneider, Vorsitzender des DGB in Bochum. „Sie ist das Ergebnis struktureller Ungleichheit: ungleich verteilte Sorgearbeit, fehlende Betreuungsangebote und Teilzeitfallen prägen die Lebensrealität vieler Frauen. Selbst bei gleicher Arbeit erhalten sie im Schnitt 6 Prozent weniger Lohn – das ist Entgelt-Diskriminierung.“
Mehr Transparenz bei den Löhnen sei ein zentraler Schritt in Richtung Gerechtigkeit. „Die EU hat die Entgelttransparenzrichtlinie beschlossen – sie muss jetzt endlich auch in Deutschland umgesetzt werden“, fordern die Gewerkschafter*innen. „Arbeitgeber*innen müssen verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen, Benachteiligungen aufzudecken und sie aktiv zu beseitigen.“
Forderungen des DGB Bochum für Gleichstellung und faire Arbeit
Um strukturelle Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt zu überwinden, fordert der DGB Bochum:
- Eine Brückenteilzeit für alle, damit Frauen und Männer befristet ihre Arbeitszeit reduzieren können, um Sorgearbeit zu übernehmen.
- Ein Recht auf Rückkehr aus Teilzeit, um die Teilzeitfalle wirksam zu bekämpfen.
- Arbeitszeiten, die zum Leben passen, damit Beruf und Familie vereinbar sind.
- Entlastung in sozialen Berufen, damit Pflegekräfte, Erzieher*innen und Lehrkräfte nicht aus Überlastung in Teilzeit wechseln müssen.
- Eine Reform der Minijobs hin zu sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.
- Die konsequente Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, um Lohndiskriminierung zu beenden.
- Starke Mitbestimmung durch Betriebs- und Personalräte, damit Gleichstellung und Vereinbarkeit im Arbeitsalltag Realität werden.
- Vor allem: eine starke Tarifbindung, weil Tarifverträge für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten sorgen.
„Wer Lohngerechtigkeit wirklich will, muss endlich die Strukturen ändern, die Frauen am Arbeitsmarkt benachteiligen“, so Bonan und Schneider abschließend. „Gleiche Chancen, gerechte Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen – das ist die Grundlage einer modernen und solidarischen Gesellschaft.“«
