Montag 02.02.26, 20:52 Uhr
Der ADFC Bochum begrüßt die Stellungnahme der Stadt

Knöllchenmetropole?


Der ADFC Bochum schreibt: »Die CDU-Ratsfraktion stellte unter der Überschrift „Bochum als Knöllchenmetropole“ Fragen an die Stadtverwaltung. Nun liegt die Antwort des Rechtsamtes vor. Auch Im Dezember 2025 berichtete die WAZ über ein Rekordergebnis der Abschlepp- und Knöllchenzahlen für das Jahr 2025 in Bochum. Die CDU-Ratsfraktion nahm dies zum Anlass, um bei der Stadt nachzufragen. Sie forderte eine Erklärung über die steigende Anzahl an abgeschleppten Fahrzeugen und Bußgeldern für Falschparker und äußerte zugleich Vermutungen: wegfallende Parkmöglichkeiten und unzureichende Beschilderung. Der ADFC Bochum begrüßt die Stellungnahme der Stadt für die nächste Ratssitzung am 05. Februar 2026.

Die Verwaltung führt die gestiegenen Zahlen auf die personell verstärkte Verkehrsüberwachung sowie auf eine rücksichtslosere Parkweise zurück. Sie stellt zudem fest, dass die Regelungen der Straßenverkehrsordnung vielen Autofahrenden nicht ausreichend bekannt seien. Ich kann ich ein U

Marek Nierychlo, Vorsitzender des ADFC Bochum, kommentiert:„Falschparker:innen behindern und gefährden andere Verkehrsteilnehmer:innen. Besonders problematisch ist, dass Rettungsdienste Einsatzorte oft nicht oder nur verzögert erreichen – dadurch werden Menschenleben riskiert. Die Politik muss sich diesem Problem endlich stellen und die Behörden dabei unterstützen, Recht und Ordnung auf den Straßen durchzusetzen.“

Bessere Analyse wünschenswert
Der ADFC Bochum bedauert, dass Fragen nach einer Differenzierung der Zahlen nach besonders betroffenen Stadtbezirken und Straßen nicht beantwortet werden können. Auch wir wünschen uns eine bessere Auswertung der vorhandenen Daten. Parkverstöße sind eine relevante Unfallursache. Jeder Unfall ist einer zu viel.

Mehr geahndete Verstöße trotz sinkender Zulassungszahlen
Die CDU-Ratsfraktion wies in ihrer Anfrage auf die sinkenden Zulassungszahlen hin. Tatsächlich hat auch der ADFC Bochum festgestellt, dass seit zwei Jahren erfreulicherweise der Bestand an in Bochum zugelassenen Pkw sinkt, nachdem die Fahrzeugdichte in den Vorjahren einen Höchststand erreicht hat. Dennoch vermeldete die Stadt Ende 2025 noch immer einen Bestand von etwa 207.000 Pkw. Das sind zu viele und sicherlich ein Grund für das rücksichtslose Falschparken. Das Umweltbundesamt empfiehlt mit „Vision: Die Stadt für Morgen“ einen Motorisierungsgrad von 150 Fahrzeugen (Pkw) pro 1000 Einwohner. Dem folgend, müsste der Bestand auf ca. 50000 Pkw reduziert werden, sämtliche Parkprobleme wären Geschichte, die Stadt hätte Platz für Mobilität für alle Menschen.

Wird in Bochum wirklich rekordverdächtig abgeschleppt?
Der FINN-Abschleppatlas 2025 sieht Bochum bei den Abschleppzahlen in Relation zur Einwohnerzahl auf dem letzten Platz: „Besonders auffällig sind die relativen Werte bei Köln, Düsseldorf und Berlin, die alle über 1.800 Umsetzungen pro 100.000 Einwohnende vorweisen. Am anderen Ende des Spektrums finden sich die Städteregion Bochum/Herne/Witten mit nur 22 Abschleppungen pro 100.000 Einwohnende sowie Paderborn (82) und Ulm (101), wo das Abschleppen offenbar deutlich seltener praktiziert wird.“

Der ADFC Bochum fordert, dass in Bochum konsequenter abgeschleppt wird – nicht nur bei Massenverstößen wie zum Halbmarathon, sondern auch bei alltäglichen Verstößen, etwa auf zugeparkten Geh- und Radwegen.

Effektivere Parküberwachung möglich
Einige Städte setzen bereits auf innovative Lösungen: Scanfahrzeuge und Frontkameras in Linienbussen, um Falschparker zu erfassen. Wiesbaden etwa testet seit September 2024 Bus-Kameras und zieht eine positive Zwischenbilanz. Der ADFC appelliert an die Stadt Bochum, ähnliche Projekte umzusetzen. Falsch geparkte Fahrzeuge verursachen täglich Verspätungen bei Linienbussen und Straßenbahnen und hindern somit eine pünktliche Fahrplanerfüllung. «

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