Am Samstag versammelt sich mehr als 350 Kurd*innen und Unterstützer*innen, um mit einer Kundgebung und lautstarken Demo in der Bochumer Innenstadt auf die dramatische Situation in Rojava hinzuweisen. Es wurden kurdische und YPG- und YPJ-Fahnen mitgeführt und Sprechchören wie „Jin Jiyan Azidî“ [Frau, Leben, Freiheit], „Kurd yek in“ [Die Kurden sind vereint] und „Bijî Berxwedana Rojava“ [Es lebe der Widerstand in Rojava] zog die Demonstration zum Schauspielhaus zu einer Zwischenkundgebung. Von da aus ging es weiter zum Hauptbahnhof. Begleitet wurde die ganze Aktion von einem riesigen Polizeiaufgebot. Mindestens zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei waren im Einsatz.
Vor dem Bahnhof und am Schauspielhaus wurden in mehreren Redebeiträgen – auch auf Deutsch – die Hintergründe des Protests erläutert. Im Namen des „Bochumer Appells“ und des „Rats von unten“ erklärten Militan Alo und Selma Günbay ihre Solidarität mit der Bevölkerung in Nord- und Ostsyrien. Sie betonten, dass die Angriffe auf Rojava nicht unbeantwortet bleiben dürften und der Widerstand international unterstützt werden müsse.
Auf einem Flugblatt von riseup4rojava_ruhr wurde der Hintergrund erläutert:
»Was ist Rojava? Rojava nennt man die kurdischen Gebiete in Nord. und Ostsyrien. Die Kurden in Syrien sind eine Minderheit, die derzeit von der islamischen Regierung Syriens sowie der Türkei angegriffen werden.
Die Kurden haben in den letzten 13 Jahren eine demokratische, ökologische und feministische Gesellschaftsstruktur in der Region aufgebaut und etabliert. Damit bilden sie einen demokratischen Leuchtturm in der gesamten Region. 2014 kämpften die kurdischen Einheiten YPG und YPJ erfolgreich gegen den IS und sperrten die Jihadisten in Gefängnisse. Dass die Kurden und ihr Gesellschaftsprojekt erneut von islamistischen Kräften angegriffen werden, die syrische Armee IS-Kämpfer befreit und die EUder syrischen Regierung über 620 Millionen Euro zusichert, ist eine Schande und eine Gefahr für Menschenleben vor Ort und in Europe! Das kurdische Volk geht auf die Straße um auf das Leid, die Ungerechtigkeit und die Angriffe aufmerksam zu machen. Wir alle sollten uns ihnen anschließen!
Denn der Krieg und das Elend wird von der EU und Deutschland mitfinanziert.«
Texte der Reden werden hier – sobald sie vorliegen – veröffentlicht. Eine Rede vom Agadeka e.V. – Rat der Völker liegt bereits vor.








