Dienstag 13.01.26, 10:19 Uhr
Linksfraktion im Rat unterstützt Bürgeranregungen

Anfrage zum Böllerverbot 12


Die Linke im Rat unterstützt Bürgeranregungen für ein Böllerverbot und schreibt dazu in ihrer aktuellen Pressemitteilung: »In der kommenden Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Umwelt und Nachhaltigkeit am Donnerstag werden Bürgeranregungen beraten, die ein Verbot von Pyrotechnik für den Privatgebrauch fordern. Während die Verwaltung empfiehlt, dieses Anliegen abzulehnen, wird die Fraktion Die Linke im Rat die Bürgeranregung unterstützen und eine Anfrage dazu stellen. Dazu Ratsmitglied Dr. Sonja Knobbe: „Die Anregungen spiegeln deutlich die Stimmung in Bochum wider und machen auf Missstände aufmerksam, die politisch ernst genommen werden müssen.

Die jährliche Überlastung von Feuerwehr, Polizei und Krankenhäusern in der Silvesternacht, die Gefährdung von Menschen und Eigentum sowie die massive Belastung von besonders schutzbedürftigen Menschen und Tieren sind nicht länger hinnehmbar. Auch in diesem Jahr hat es schwere Verletzungen gegeben.“

Aus Sicht der Ratsfraktion Die Linke ist es enttäuschend, dass die Verwaltung die Anträge mit dem Hinweis auf ein angebliches Vollzugsdefizit ablehnt, anstatt Lösungen vorzuschlagen. Es muss geklärt werden, warum bestehende Regeln in Bochum so lückenhaft durchgesetzt werden. Pyrotechnik ist bereits in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen sowie Kinder- und Senior:inneneinrichtungen verboten, in Naturschutzgebieten wie dem Tippelsberg unzulässig und zeitlich auf den Jahreswechsel begrenzt – dennoch wird regelmäßig schon Wochen vorher geböllert. Dr. Sonja Knobbe weiter: „Um die Debatte auf eine sachliche Grundlage zu stellen, haben wir eine Anfrage an die Verwaltung eingereicht. Wir fragen unter anderem nach den tatsächlichen Kosten für Notarzteinsätze, Polizei und Stadtreinigung nach dem letzten Jahreswechsel, die Anzahl der Kontrollen und verhängten Bußgelder sowie konkrete Maßnahmen zum Schutz von Naturräumen wie dem Tippelsberg. Dazu Dr. Sonja Knobbe abschließend:

„Der Schutz von Leben, Gesundheit und Umwelt in Bochum kann nur dann gewährleistet werden kann, wenn geltendes Recht durchgesetzt wird. Das gilt auch für ein hoffentlich zukünftiges Böllerverbot. Wir sind dafür, dass die Stadt als Alternative ein zentrales Feuerwerk oder eine Drohnen- bzw. Lichtshow organisiert.“«


12 Gedanken zu “Anfrage zum Böllerverbot

  • Sudel-Ede

    Kommentar zur Anfrage eines „Böllerverbots“ der Ratsfraktion der Partei Die Linke.

    Auf den ersten Blick erscheint ein Böllerverbot mit der Forderung einer Alternative (hier Profifeuerwerk, Lichtshow, welche die Stadt Bochum anbieten und wohl auch bezahlen muss) richtig. Auch der Prozess, nämlich das die Anfrage das Ergebnis von Anregungen potenzieller Wählerinnen sei, ist zunächst logisch und „linkspolitisch“ richtig und wichtig.
    Doch wäre es für eine linke sozialistische Partei nicht existenziell wichtig sich vorher mal mit den Ursachen des „Böllerns“ zu befassen?
    Zum Jahreswechsel gab es einen neuen Umsatzrekord mit 197 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 180 Millionen Euro (nach Angaben des Verbands VPI).
    Doch warum kauften sich 12 Millionen Menschen (und vor allem psychologisch, soziologisch betrachtet wer und warum) zum Jahreswechsel Pyrotechnik?
    Die BRD befindet sich nun im 3. Krisenjahr, manche sprechen sogar von einer Rezession…. Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft und damit um ihre Existenz, denn sie können nur ihre Ware Arbeitskraft verkaufen. Aus psychologischer Sicht könnte hier der „Lipstick-Effekt“ genannt werden. Menschen, gerade ärmere aus „bildungsfernen Schichten“ gönnen sich in Krisen Luxusgüter wie ein Feuerwerk, um an einem kollektiven Ereignis partizipieren zu können. Soziologisch betrachtet ist das Böllern an Silvester ein Ritual, das Tradition (Verjagung von Geistern), Gemeinschaftserleben und einen Rausch (Adrenalin, Lärm, Licht) verbindet und oft mit männlichen Rollenbildern, jugendlichem Statusstreben und einer Form von Machtdemonstration in der Öffentlichkeit verbunden ist, wobei die sozioökonomische Schicht eine Rolle spielt, da es eine relativ günstige Form der kurzfristigen Spektakelerzeugung darstellt und sich mit bestimmten Milieus (z.B. unter jungen Männern) überschneidet, die sich von der bürgerlichen Kritik abgrenzen wollen. Das alles ohne vorherige Debatte innerhalb der Partei. Solche, oder andere durchaus „delikate“ Anfragen usw. könnten auch vorher auf unseren „Aktiventreffen“ diskutiert werden, oder andere Formate für einen demokratischen Meinungsbildungsprozess „erfunden“ werden. Klar, es kann nicht alles „rauf und runter“ debattiert werden, aber es sollte hier priorisiert werden. Ob Facebook Posts wie, „Ich wünsche allen einen guten Rutsch, außer denen die Böllern“, eines Mandatsträgers der Ratsfraktion Die Linke Bochum als klassistisch verstanden werden könnte kann hier nicht geklärt werden, hilfreich sind solche privaten und öffentlichen Äußerungen wohl kaum diese 12 Millionen potenziellen Wählerinnen für die Partei Die Linke zu gewinnen, halten, oder sich diese eher in Richtung „FCK AFD“ bewegen kann hier nicht beantwortet werden, sollte allerdings zum Nachdenken anregen…. Das dies auch vielen „Werktätigen“ in diesem Industriezweig und im Handel missfallen könnte und diese ihre Existenzgrundlage verlieren würden sollte zukünftig bedacht werden.
    Ich möchte die Genossin Sonja und die Ratsfraktion nicht diskreditieren, sondern durch diesen Leserinnenbrief zum Nachdenken anregen und zu progressiveren Veränderungsprozessen in der Partei anregen.
    Mit sozialistischen Grüßen
    Euer Sudel-Ede
    Sudel Ede ist Mitglied der Partei Die Linke Bochum

    • ACAB

      Steile These, nichts gegen studieren z. B. aus finanziellen Interessen, aber wer sich mit seinem akademischen Titel schmückt dem ist Klassizismus wahrscheinlich relativ egal. Ansonsten würde mensch sich ja nicht mit einem Titel der Uni – einer Institution von Staat und Kapitalismus – der Klassenherrschaft – schmücken. Aber Parteien sind auch Teil dieses Systems.
      Als Person mit Familienhintergrund aus der Arbeiter*innenklasse würde ich sagen wir brauchen keine Politiker*innen, die uns vorschreiben wollen, wie wir zu leben haben… Und Parteien auch nicht.

  • ACAB

    „Überlastung von Feuerwehr, POLIZEI und Krankenhäusern“ – es jetzt ganz schrecklich wenn die Polizei mal überlastet ist. Wie soll sie dann Zeit finden auf Zwölfjährige zu schiessen…

    • AlterBeobachter

      Selten so viel Zynismus und Verachtung für andere Menschen gelesen. Schäm dich.

  • Jasmin Majewski

    Ich kann mich Frau Dr. Knobbe zu 100% anschließen und hoffe das Sie und die Linke etwas bewegen können. So kann es nicht weiter gehen mit der Böllerei. In anderen Ländern funktioniert es doch auch. Hier wird einfach wild durch die Gegend geböllert, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich hoffe sehr, dass sie Situation sich schon zum nächsten Jahreswechsel ändern wird.

    • Sudel-Ede

      Liebe Jasmin Majewski,

      was funktioniert in anderen Ländern denn auch?
      Wo böllert wer wild „durch die Gegend“ ?
      Was sollte sich Ihrer Meinung nach bis nächstes Jahr ändern?
      Darf ich erfragen wo Sie diese Beobachtungen gemacht haben?

  • Helga

    Es gibt also Bürger*innenanregungen zu einem Böllerverbot. Ich gehe davon aus, dass die Linke nicht nur diese Bürger*innenanregung unterstützt, sondern auch noch viele andere (Hunde auf Friedhöfen, Kastration von Katzen, Gegen Tötung von Stadttauben, Keine Käfighaltung von Affen in Zoos etc). Im Programm der Linken Bochum habe ich zu Böllerverbot nichts gefunden.Aber dafür habe ich die Linke auch nicht hauptsächlich gewählt. Sondern für mehr soziale Gerechtigkeit und gegen Verarmung. Es wird Zeit, dass sich die Linke wirklich wichtigen Themen zuwendet.
    Zumal das Böllern zu Silvester aus einer Tradition kommt, die sich ursprünglich gegen die Obrigkeit gerichtet hat. Die Forderung nach einem Böllerverbot wird in Berlin übrigens zuvorderst von der Polizei initiiert. Die Linke – eine law&order Partei?

    • Sudel-Ede

      Liebe Helga,

      es ist schön das Du unser Parteiprogramm gelesen hast. Stimmt, dazu wurde nichts verfasst. Es wurde auch nicht diskutiert innerhalb der Partei. Es finden alle 2 Wochen sogenannte „Aktiventreffen“ statt. Dort wäre für Themen die nicht beschlossen wurden Zeit zur Diskussion. Das würde ich mir wünschen. Daran könnten sich auch Personen beteiligen die nicht Mitglied der Partei sind. Schön das es dir auch eher um soziale Themen geht…..Schau doch mal vorbei.

  • Genrvte Zicke mit solchen unprogressiven Veränderungsprozessen

    Zitat Sudel-Ede: „zu progressiveren Veränderungsprozessen in der Partei anregen.“ Hört hört.

    Dann haben dich die progressiven Veränderungsprozesse in der Partei noch nicht erreicht oder warum fungierst du wie frühere inzwischen vielfach ausgetretene Mitglieder? Erst öffentlich an die Presse gehen und NIE erst das persönliche Gespräch suchen?
    Hiermit rege ich dich zu einem persönlichen Veränderungsprozess in deinem Verhalten DEINER Kommunikation mit DEINER Partei an.

    Genervte Zicke – auch zu finden in den Reihen der

    • Sudel-Ede

      Liebe „Genervte Zicke“?!

      Welche progressiven Veränderungsprozesse meinst Du? Habe ich etwas verpasst? Sorry, aber für „frühere inzwischen vielfach ausgetretene Mitglieder“ kannst Du mich wirklich nicht verantwortlich machen.
      Ich bin nicht „öffentlich an die Presse“ getreten. Ich habe einen Leserinnenbrief auf eine Pressemitteilung der Ratsfraktion, auf einer regionalen politisch linken Plattform verfasst. Wenn nicht hier, wo dann? Die Kommunikation mag Dir missfallen, aber woher weißt Du das ich „Nie erst das persönliche Gespräch suche“?! Bedeutet dies das Du grundsätzlich meine Kritik teilst?
      Mit solidarischen Grüßen

  • Die_Knack

    Ich finde das Niveau der Diskussion unterirdisch. Bitte suchen Sie doch mit der Ratsperson das direkte Gespräch.

    • Sudel-Ede

      Ja, die Diskussion ist nicht so gut….
      Zur Info, die Ratsfraktion trifft sich am Montag um 18 Uhr zur Fraktionssitzung im „Rathaus“. Da kann ich leider nicht und wie sinnvoll es dort ist als normales Mitglied „aufzutauchen“, überlasse ich Ihnen…..Mails werden nicht, oder beschwichtigend beantwortet. Buergerinnenanfragen werden scheinbar stark „selektiert“……soviel zum Thema persönliches Gespräch „suchen“…….

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